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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1599. 
Gebäudes in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes verwirklicht geworden war, 
mufste logischer Weise auch darauf Bedacht genommen werden, dafs die Ein- 
richtungen zu Zwecken der genauen Zeitbestimmung zu dem Grade vervollständigt 
wurden, dafs diese seitens des Institutes mit völlig unabhängiger Sicherheit über- 
nommen werden konnten; vor allem mufste die Anzahl und Güte der Uhren, 
welche dem Chronometer - Institute zur Verfügung standen, den hohen Anfor- 
derungen genügen. KEs wird an entsprechender Stelle dieses Berichtes darauf 
zurückgekommen werden. 
Als mit dem Rücktritt des Herrn Professor G. Rümker von der Leitung 
der Hamburger Sternwarte auch die Stelle des Abtheilungsvorstandes des Chrono- 
meter-Institutes erledigt wurde, ist auf Antrag der Direktion der bisherige Assistent 
dieser Abtheilung, Herr Dr. Carl Stechert, zum Vorstand ernannt worden, wo- 
durch die gänzliche Trennung dieses Zweiges der Thätigkeit der Seewarte von 
der Sternwarte eine vollendete Thatsache geworden ist. Zu erwähnen ist nur 
noch, dafs diese Trennung dem Wunsche eines hohen Senates der Freien und 
Hansestadt Hamburg entsprechend sich vollzog. Die Direktion der Seewarte kann 
nicht umhin, den hamburgischen Behörden für die während eines Viertel-Jahrhun- 
derts gewährte Unterstützung dieser ihrer wichtigen Dienstobliegenheiten wärmsten 
Dank auszusprechen. Es wird dieselbe nicht verfehlen, diesem Danke noch dadurch 
einen besonderen Ausdruck zu verleihen, dafs sie in dem nächstjährigen Jahres- 
berichte der Thätigkeit des am Abend des 3. März 1900 verstorhenen Direktors a. D., 
Professors G. Rümker, Worte der Anerkennung und Würdigung widmen wird. 
Im Jahresberichte 1898, Seite 4, wurde schon des Hinscheidens des lang- 
jährigen Mechanikers E. A. Zschau Erwähnung gethan; es mögen hier einige 
Worte zum Gedächtnifs des Verstorhenen eine Stelle finden. 
+ Ernst Alfred Zschau 
wurde am 9, August 1557 zu Dresden geboren, wo sein Vater Ernst Zschau 
Professor an der „Oeffentlichen Handelslehranstalt der Dresdener Kaufmannschaft“ 
war. Unter den Augen seiner geistvollen Mutter verlebte er im Kreise seiner Ge- 
schwister eine glückliche Kindheit. Seine ersten vier Schuljahre verbrachte Zschau 
in dem Claus’schen Privatinstitut zu Dresden, darauf besuchte er das Annen- Real- 
Gymnasium ebendaselbst. 
Nach vollendeter Schulzeit kam er nach Freiberg in Sachsen als Lehrling in 
die rühmlichst bekannte mechanische Werkstatt der Herren Linke & Co. Durch 
fleifsiges Studium bei tüchtigen Privatlehrern vervollständigte er sich in seinem 
Fache. Nach Beendigung seiner vier Lehrjahre verblieb er noch einige Zeit bei 
Linke & Co., bis er in Dresden seiner Militärpflicht genügen konnte. 
Im Herbste 1880 siedelte Zschau nach München über und trat in die Werk- 
statt des Herrn Prof. Dr. Edelmann ein. Um jene Zeit war die genannte Werkstatt 
in hervorragender Weise für die Anfertigung zahlreicher magnetischer und elektro- 
magnetischer Apparate für die vom Deutschen Reiche auszusendenden Expeditionen 
im Systeme der internationalen Polarforschung in Anspruch genommen, wobei sich 
Zschau eine erhebliche Vertrautheit mit der Behandlung dieser wichtigen Ausrüstungs- 
Gegenstände erwerben konnte. Die deutsche Polar- Kommission nahm daher mit 
Freuden das Anerbieten Zschau’s, die Expedition nach der Insel Süd-Georgien als 
Mechaniker zu begleiten, an, und vom Frühjahr 1882 bis zum Herbste 18583 war Zschau 
als Mitglied der Süd-Georgien- Expedition unter der Leitung Dr. Carl Schrader’s 
(jetzt Geheimer Regierungsrath im Reichsamt des Innern) thätig. Es ist nur eine 
Pflicht der Gerechtigkeit, wenn dem Verstorbenen für seine unter diesen erschwerenden 
Verhältnissen geleisteten Dienste volle Anerkennung gezollt wird: „Pflichttreue und 
Gewissenhaftigkeit in der Ausübung seiner technisch-wissenschaftlichen Thätigkeit 
zeichneten den nun Heimgegangenen jederzeit aus!“
	        
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