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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

A. Allgemeiner Bericht. 
WE 
1. 
EBinleitunge. 
Die Seewarte erledigte in dem Berichtsjahre die in Gemäfsheit der Kaiser- 
lichen Verordnung ihr zufallenden Geschäfte in der gewohnten Weise, ohne sich 
durch irgend welche dazwischen tretende Ereignisse von ihrem, dem Wohle der 
Seefahrt gewidmeten Ziele ablenken zu lassen. Naturgemäfs nahm mit dem Er- 
weitern des Handels- und Verkehrskreises Deutschlands auch der Umfang der 
Arbeiten der Seewarte erheblich zu, wie dies in den einzelnen Abtheilungen zu 
diesem Berichte nachgewiesen werden wird. Letzteres findet eine besondere An- 
wendung auf die Prüfung der nautischen Instrumente, insonderheit der Schiffs- 
positions-Laternen. ; | 
Durch .die Rückkehr des deutschen Tiefsee-Expeditions-Schiffes „Valdivia“ 
erwuchsen dem Institute durch die Inanspruchnahme eines ihres Hülfsarbeiters, 
des Herrn Dr. Gerhard Schott, mancherlei Verpflichtungen, wovon an anderer 
Stelle zu berichten sich die Gelegenheit ergeben wird. 
II. Zur Geschichte der Deutschen Seewarte. 
1. Allgemeines. 
Neuere Einrichtungen innerhalb der Seewarte wurden unablässig nach Mafs- 
gabe der zur Verfügung stehenden Mittel, und ‚dadurch Verbesserungen bezw. 
Erweiterungen herbeigeführt. Wohl das wichtigste Vorkommnifs in dieser Hin- 
sicht war die gänzliche Loslösung des Chronometer-Prüfungs-Instituts (Abth. IV 
der Seewarte) von der Sternwarte des Hamburgischen Staates. Seit der Ein- 
richtung dieses Instituts (Januar 1876) hat die unter der Leitung des Professors 
G. Rümker stehende Sternwarte in hochanzuerkennender Weise ihre Hülfe zur 
Durchführung dieser wichtigen Arbeiten geliehen. Es bezieht sich dieses nament- 
lich auf die zur Ausübung einer gediegenen Chronometer- Untersuchung unent- 
behrlichen Zeitbestimmungen. Als infolge zunehmender Krankheit des Direktors 
der Sternwarte dessen Rücktritt vom Amte zür Nothwendigkeit wurde, musste 
die Frage, ob für die Folge die Abhängigkeit des Chronometer-Instituts von der 
Sternwarte zweckmäfsig oder überhaupt auch nur möglich sei, gründlich erörtert 
werden. Die Direktion der Seewarte hatte schon zur Zeit, als der Neubau eines 
Gebäudes für das Chronometer-Institut unabwendbar geworden war, darauf hinge- 
wiesen, dafs dieser Neubau nicht in der Nähe der Sternwarte, deren Lage schon 
damals für die Dauer gefährdet erschien, sondern auf dem Grund und Boden, 
worauf das Hauptgebäude der Seewarte steht, errichtet werden‘ müsse, wenn der 
ungestörte Fortgang der Arbeiten der Chronometer- Untersuchungen gesichert 
erscheinen solle. Nachdem dieser Gedanke, der Errichtung des Chronometer- 
MMO 
Beih. 1I z. d. Annalen d. Hydrogr. u. 8 W., Jahrg, 1900.
	        
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