Ann. d. Hydr. ete., XXVIIL Jahrg. (1900), Heft II.
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Ansteuerung des Hafens von Gensan.
J. Aus dem Reisebericht S. M. S, „Irene“, Kommandant Freg.-Kapt. Obenheimer. Juli 1899.
Nach dem Passiren der Insel Khalezof auf 7,2 Sm an B.B. wurde mit
Kurs WNW?/AW auf die Durchfahrt zwischen Nikolski-Insel und lNary-Huk zu ge-
halten. Da das hohe Hinterland im Nebel verhüllt war, kam zuerst Basalt-Insel
in Sicht. Die Insel markirt sich sehr scharf als kleine Felseninsel, nach Norden
steil abfallend. Beim Näherkommen war auch Codrika-Huk gut auszumachen;
sie erscheint als eine flache niedrige Felseninsel mit dunklen rund abfallenden
Rändern, während die südliche und östliche Küstenlinie einen hellen Sandstreifen
bildet. Die Inseln Nikolski und Kuprianof kamen bedeutend später in Sicht als
Basalt-Insel und Codrica-Huk. Ilary-Huk mit der vorgelagerten Insel Behic hat
von Weitem ein bienenkorbförmiges Aussehen. Ferner ist gut auszumachen der
4 Sm südlich von derselben liegende einzelne Berg. Muravyof- Huk erscheint
selbst noch auf wenige Seemeilen davor als einzelne Insel, da die Verbindung
mit dem Festlande aus einem sehr niedrigen Landstreifen besteht. Bei der Ein-
und Ausfahrt wurde durch Peilungslinien und Winkelmessungen festgestellt, dafs
die Lage verschiedener Inseln und Küstenpunkte nicht mit den in der Karte an-
gegebenen übereinstimmt. Dies gilt besonders von der Basalt-Insel (siehe auch
„Nachr. f. Seef.“ 1897, No. 2832). Eine andere sehr gute Landmarke bildet wegen
ihrer weifßsen Oberfläche die südlich von Zavalishin - Insel vorgelagerte White-
Klippe. Nachdem Ilary-Huk passirt, wurde in der Mitte zwischen Muravyof-Huk
und der Insel Tai-shin-to, wie in der Segelanweisung angegeben, durchgefahren
und vor der japanischen Niederlassung in folgender Peilung geankert: Chotoku-tö
Sz0340 und Muravyof-Huk ONO.
Beim Auslaufen wurde die gleiche Durchfahrt gewählt.
Die während des Ein- und Auslaufens vorgenommenen Lothungen ent-
sprachen den in der Karte angegebenen.
Da das Hinterland beim Aus- und Einlaufen theilweise im Nebel verdeckt
war, konnten Vertonungen nicht vorgenommen werden.
2. Aus dem Reisebericht S. M. S. „Deutschland“, Kommandant Kapt. z, S, Müller, August 1899.
Für die Schiffe, die von Süden kommen, sind die Khalezof-Insel und die
beiden Berge auf der Halbinsel Nakhimof die geeignetsten Ansteuerungsmarken,
Nach der Karte kann die Insel Khalezof auf beiden Seiten passirt werden; da
jedoch zwischen der Insel und dem Festlande bei sonst glattem Wasser bis zu
einer Entfernung von etwa 1'!/a Sm von der Insel sich köpfende Seen gesehen
wurden, die ganz wie Brecher aussahen, so ist das Passiren auf der östlichen
Seite zu empfehlen. Wie auch. auf der Karte verzeichnet ist, sind die Umrisse
der Küste, Huken und Inseln nur ungenau eingetragen, so dafs ein sicherer
Schiffsort durch Peilungen oder Winkelmessungen nicht zu erlangen ist. Die
hierdurch gebotene Vorsicht bei der Ansteuerung verdient um so höhere ‚Be-
achtung, als der von S. M. S, „Deutschland“ angetroffene Strom stark nach Land
zu versetzte und zwischen der Halbinsel Nakhimof und der gegenüberliegenden
Hary-Huk die Vermessung so ungenügend ist, dafs über Wasser liegende Felsen
in der Karte keine Aufnahme gefunden haben.
Nach dem Passiren der Insel Khalezof halte man Kuprianof-Insel zwischen
den beiden Bergen. der Halbinsel Nakhimof und steuere diesen Kurs, bis man
mit WzN-Kurs. in der Mitte zwischen den Inseln Behic und Nikolski passiren
kann. Wenn auf diesem Kurse Whiterock und die Osthuken der Inseln Annenkof
und Bretel in Eins sind, steuere man mit Kurs NWzN zwischen der Insel Dubua
und der Halbinsel östlich von Gensan hindurch. ‘ Runde Muravyof- Huk in einem
Abstande von */a bis 3/4 Sm und steuere dann auf den Ankerplatz. - Dieser ist
heute nicht mehr östlich von Chotoku-tö, wo der Anker eingezeichnet ist, sondern
nordnordwestlich von dieser Insel, gegenüber der japanischen Ansiedelung und
den Häusern der Europäer,
Ann. d. Hydr. ete.. 1000. Heft 1.