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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Messerschmitt, J. B.: Ueber den Verlauf des Geoids. 
AO1 
als ausreichend ist, um den Widerspruch in den Ergebnissen der Gradmessungen 
und Pendelmessungen für die Abplattung des Erdellipsoids zu erklären. Die 
einzigen auf dem Ozean vorhandenen Schweremessungen, welche Scott Hansen 
gelegentlich von Nansens Polarfahrt im festgefrorenen Schiffe bei 3 km. Meeres- 
tiefe erhielt, sprechen auch für die soeben gegebenen Annahmen, da sie einen 
normalen Werth der Schwere lieferten.!) 
Diese auf den Schweremessungen beruhenden Untersuchungen haben daher 
die grofsen Abweichungen für das Geoid beseitigt. Für die Kontinente haben 
aber die Resultate aus den Lothabweichungen eine Maximalerhöhung von gegen 
50 m wahrscheinlich gemacht. Man könnte nun daran denken, diese Methode 
auch bei den Ozeanen zu verwenden. Direkt lassen sich die Lothabweichungen 
allerdings dort nicht beobachten, man müfste also zur Berechnung aus den sicht- 
baren Massen greifen. Abgesehen von der WeitschweißGgkeit der hierbei nöthigen 
Rechnungen, welche sich für jeden Punkt auf die ganze Erde ausdehnen mülsten, 
ist es die Unkenntnifs über die Vertheilung der Dichte, welche diesen Weg fast 
ungangbar macht. Man kann aber, gestützt auf die vorhandenen Werthe auf den 
Kontinenten, immerhin sich eine Vorstellung von der Vertheilung der Lothab- 
weichungen auf den Ozeanen machen. - Würden die Bodenschichten derselben 
die gleiche Dichte haben wie die gleich tief liegenden Erdschichten unter den 
Kontinenten, so erhielte man ein ziemlich einfaches System von Lothabweichungen 
gemäfs. dem Bodenrelief der Meere. Daraus folgt für den Verlauf des Geoids 
ein Abbild des Meeresbodens in starker Verkleinerung. Da aber nach den 
Pendeluntersuchungen in Uebereinstimmung mit Helmert und Faye die Dichte 
des Meeresbodens gröfser anzunehmen ist als die in gleicher Tiefe liegenden 
Kontinentalmassen, so müssen die Lothabweichungen im Allgemeinen kleiner aus- 
fallen als ohne diese Vertheilung. Für den Atlantischen Ozean z. B. sind bei 
gleichmäfsiger Massenvertheilung keine gröfseren Lothabweichungen als etwa 1’ 
zu erwarten. Damit erhält man im Nordatlantie eine Vertiefung des Geoids 
gegenüber dem Ellipsoid von höchstens 70m; bei ungleicher Massenvertheilung 
aber, wenn der Meereshoden eine größere Dichte als die Kontinentalschichten 
hat, viel weniger, vielleicht nicht einmal 50 m. Analog verhält es sich bei den 
anderen Meeren. Es dürften danach. für die Ozeane kaum Depressionen zu er- 
warten sein, die 150m überschreiten. Andererseits aber ergaben oben die Kon- 
tinente Erhebungen von etwa 50m im Maximum, so dafs also die Gesammtab- 
weichung höchstens 200 m beträgt. Es zeigen somit alle in Betracht kommenden 
Faktoren nur auf verhältnilsmäfsig geringe Ein- und Ausbuchtungen des Geoids 
gegenüber dem Ellipsoid hin, welche bei den meisten geographischen und auch 
geophysikalischen Problemen unberücksichtigt bleiben dürfen. 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen 
Seewarte im Monat Oktober 1900. 
Von Schiffen der Kaiserlichen Marine. 
S. M. Schiffe und Fahrzeuge: 
1. „Frithjof“, Kommandant .Freg.- Kapt. Gildemeister. Geführt. in 
heimischen Gewässern. ; . 
; 2. „Hyäne“, Kommandant Korv.-Kapt. Schönfelder. Geführt in heimischen 
Gewässern. . 
3. „Heimdall“, Kommandant Korv.-Kapt. Frhr. v: Schimmelmann. Ge- 
führt in heimischen Gewässern. 5 . ; 7 
4. „Siegfried“, Kommandant Freg.-Kapt. Wentzel.. Geführt in heimischen 
Gewässern. ; 
5. „Aegir“, Kommandanten Korv.-Kapts. Truppel, Wallmann, Rallmann, 
Bachem und Freg.-Kapt. Pohl. Geführt in heimischen. Gewässern. ; 
6. „Cormoran“, Kommandanten Korv.- Kapts. Brusatis und Ensmann. 
Geführt auf der ostasiatischen Station und im Grofsen Ozean. 
1) FR. R. Helmert: „Neuere Fortschritte in. der Erkenntnifs der mathematischen ‘Erdgestalt,“ 
Vortrag am 7. internat. Geogr. Kongrefs. Berlin 1899.
	        
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