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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1900. 
Erneuerung der unteren Wasserschichte in der Ostsee. 
Von Martin Knudsen in Kopenhagen. 
Es ist eine bekannte Thatsache, dafs grofse Wassermassen jährlich die 
Ostsee durch die dänischen Fahrwasser verlassen; mittelst der Relation, die 
zwischen den strömenden Wassermassen und ihrem Salzgehalte stattfindet, habe 
ich ermittelt, dafs in einer gewissen Zeit etwa halb so viel Salzwasser in die 
Ostsee strömt als durch den baltischen Strom ausströmt.!) Es werden der Ostsee 
folglich sehr bedeutende Wassermassen durch die dänischen Fahrwasser zugeführt, 
und es ist bekannt, dafs diese Zufuhr nicht zu jeder Zeit stattfindet, sondern dafs 
sie intermittirend ist. 
Aus den hydrographischen Untersuchungen, die seit 1871 in der Ostsee 
unternommen wurden, geht hervor, dafs der gröfste Salzgehalt, der in grofsen 
Tiefen gefunden wurde, 16,89% 0 beträgt (Ekman 1877). Der oberste Theil der 
Unterschichte der südlichen Ostsee hat einen Salzgehalt von 13°%oo bis 14°/oo. 
(Ekmans St. 67 im Bornholmstief.) Diese Gröfse ändert sich von Ort zu Ort 
in der Ostsee und hält sich im Laufe der Zeit auch an derselben Stelle nicht 
konstant, weil die Unterschichte, wie schon angeführt, oft erneuert wird. 
Soll eine Erneuerung der Unterschichte stattfinden, so muls das specifische 
Gewicht des einkommenden Wassers gröfser sein als das der Unterschichte, 
sogar bedeutend größer, weil das Salzwasser wegen der geringen Tiefe der 
Kadetrinne nur als eine dünne Schicht hineinkommen kann und daher wird be- 
deutend gemischt werden können, ehe es das Bornholmstief östlich von Bornholm 
erreicht. Wie salzig das durch die Kadetrinne einströmende Wasser sein mus, 
um den oberen Theil der Unterschichte erneuern zu können, ist hier unmöglich 
zu entscheiden; dies wird von der Dauer und der Menge der Einströmung ab- 
hängen. Gewöhnlich ist der Salzgehalt auf dem Boden der Kadetrinne gröfser 
als 13°%o; aber ein Salzgehalt von dieser Größe geuügt kaum zu einer solchen 
Erneuerung, ebenso wenig als der Salzgehalt 17° oo in der Kadetrinne genügt, um 
eine Erneuerung des unteren Theiles der Unterschichte (des Bodenwassers) östlich 
von Bornholm bewirken zu können, 
Seit dem Mai 1893 hat die Kommission für wissenschaftliche Untersuchung 
der dänischen Fahrwasser Messungen in einem Schnitte von Gjedser bis Darsser 
Ort quer über die Kadetrinne vornehmen lassen. In diesem Schnitte hat die 
Kadetrinne eine Tiefe von 28 m; 12 Sm nördlich davon wird sie von einer 
Barriere abgeschlossen, über welcher das Wasser beinahe 19 m tief ist. Messungen 
in einer Tiefe von 19 m in der Kadetrinne mögen daher von Interesse sein, ob- 
gleich die Jsohalinen oft sehr steil gegen die nördliche Grenze der Kadetrinne 
tsehen, wie aus den deutschen und schwedischen Untersuchungen hervorgeht. In 
der nachfolgenden Tabelle sind der Salzgehalt (in °/oo) und die Temperatur in 
einer Tiete von 19m zu verschiedenen Zeiten nach den verschiedenen Be- 
stimmungen angegeben. 
1877 (schwedisch) 
1893 (dänisch) 
1894 (dänisch) 
1894 (deutsch) 
1895 (dänisch) 
1896 (dänisch) 
1897 (dänisch) 
Februar 
21. Februar 
16,20 ° 2,5° 
15,74 | 2,09 
Mai 
17,9 | 3,99 
7. Mai 
12,24 8,29 
5. bis 7. Mai 
20,90 | 4,0° 
9,52 | 3,8° 
16,54 | 8,6° 
17.03 ' 4,0° 
August 
17, Juli 
20,35 | 8,6° 
22,3 8,8° 
1941 10.4° 
10,25 
16,34 
920.05 
11,9° 
12,8° 
11.5° 
November 
16.1 
8,9° 
8,9% 
14,6 
9,82 
9,08 
17.70 
10,7° 
| 114° 
Bei den von der dänischen Kommission vorgenommenen Untersuchungen 
hat man 1595 in der Kadetrinne in einer Tiefe von 28 m einen Salzgehult ge- 
„Ann. d. Hydr. etc.“, #000, Seite 318. 
1A
	        
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