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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Bolwin, &.: Nochmals die Bestimmung des Schiffsortes nach St. Hilaire. 555 
Schiffsort, oder man erhält, wenn man die Standlinien auf gewöhnlichem quadrirten 
Papier zieht, direkt den Breitenunterschied und die Abweichung, welch letztere 
dann noch auf die gewöhnliche Weise in Längenunterschied zu verwandeln ist. 
Für manche Fälle wird jedoch, namentlich wenn eine passende Karte nicht zur 
Hand ist, die Rechnung der Konstruktion vorzuziehen sein, und es sei mir 
daher gestattet, hier zu zeigen, wie man die von St. Hilaire für den zweiten 
Höhenunterschied angegebene Art der Koppelung in diesem Falle (wenn beide 
Höhen für denselben Besteckspunkt berechnet werden) auf beide Höhenunterschiede 
anwenden kann, ohne außer der Gradtafel einer Hülfstafel zu bedürfen. 
Zieht man nämlich durch den Bestecksort Z, für den die beiden Höhen- 
unterschiede u, und u, berechnet sind, x parallel zur zweiten, y parallel zur 
ersten Standlinie, dann sind die Winkel bei A und B gleich dem algebraischen 
Unterschiede- der beiden Azimute (d) oder bei stumpfem Winkel d gleich dessen 
Supplement bei S; es ist, wie man sofort sieht, x = u, - c0sec d, y = u, + CoseC d, 
und man braucht nur, wie die Figur zeigt, x und y an Z zu koppeln, um den 
Schiffsort S zu erhalten, und zwar x in der Richtung der zweiten Standlinie 
aber nach der Seite des ersten Höhenunterschiedes u,, y in der Richtung der 
ersten Standlinie aber nach der Seite des zweiten Höhenunterschiedes u, hin. 
Beachtet man also nur, dafs x parallel zur zweiten Standlinie gezogen, 
aber mit u, berechnet, y dagegen parallel zur ersten Standlinie gezogen, aber 
mit u, berechnet ist, so ist leicht zu behalten, 
dafs x in der Richtung der zweiten, y in-.der Richtung der ersten 
Standlinie zu koppeln ist, beide aber nach der Seite hinaus, nach 
welcher das betreffende u hinweist. 
Das ganze Verfahren besteht also darin, dafs man aus der Gradtafel für d 
oder dessen Supplement als Kurs für u, und u, in der a-Spalte, aus der d-Spalte 
x und y entnimmt und diese in der angegebenen Weise koppelt. 
Das von Dr. Wendt („Ann. d. Hydr. etc.“, 1900, Seite 273) gegebene 
Beispiel ergiebt: 
Es sei . ; 
u, = SI0°W + 6,3; u, = S55°0 +94 
d = 65° giebt in der Gradtafel für 6,3 und 9,4 in der a-Spalte, aus der 
d-Spalte: . ; 
B x= 70 Az, = S10°W > Richtung der I. Standl. = S80°0 
v= 104 AZ, = 8S55°0 » » MM. » = S35°W 
Es ist also zu koppeln S35°W 7,0 Sm und S80°O 10,4 Sm, 
Das schräge Kreuz (>) deutet an, dals die Richtung der II, Standlinie 
nach der Seite von Az,, die der 1. Standlinie nach der Seite von Az, fallen muß. 
Hat man zwischen beiden Beobachtungen den Ort verändert, so kann‘ man 
entweder nach der schon von Douwes angegebenen Weise die eine Höhe auf 
den Ort der anderen beschicken, oder falls man ınit der Berechnung nicht bis 
zur zweiten Beobachtung warten will, die erste Höhe für den ersten Bestecksort, 
die zweite für den zweiten Bestecksort berechnen, ohne ‚im letzteren Falle auf 
die erste Rechnung Rücksicht zu nehmen, worauf man ebenso verfährt wie sonst. 
Zieht man nämlich nun vom zweiten Besteckspunkt aus die Höhenunterschiede 
und dazu die Standlinien, so ist einleuchtend, dafs man die erste Standlinie genau 
so erhält, als wenn man.sie für den ersten Besteckspunkt niedergelegt und sie 
dann um den Betrag‘ der Segelung verschoben hätte. (Dr. Fulst, „Ann. d. 
Hydr. etc.“, 1899, Seite 511.)
	        
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