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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1900.
bemerkte man auf beiden Mastspitzen ein blaues St. Elmsfeuer. Kapitän und
Offiziere der „Hungaria“ glaubten, noch nie einen Orkan von solcher Stärke
erlebt zu haben.
Die nachstehende Tabelle giebt nach dem Tagebuch die reducirten Baro-
meterstände und die Richtungen und Stärken des Windes sowie das Besteck des
Schiffes.
Jahr 1900 -
Monat September
Bar.
a red.
Datum |Stunde: auf 0°
13.
21,5°N-Br }
59,8°W-Leg
4ha
$hga
760,0 I
758,2
758,0
758,0 '
756,0
755,2
753,0
751,6
750,6
748,6
74,1
748,2
747,4
739,1
35,2
2,8
92.0
ba
‚Oh 8a
(iba
ı2h a
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2hp
3hp
4hp
|
3h pp}
3b p:
ahp
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ihn
Therm.
a./Bar.
285
28,5
28,5
28,5
27,5
26,5
26,5
26,5
26,0
26,5
26,0
26,0
27,5
27,5
"7,5
26,5
26.6
Jahr 1900 |
en Monat September
Rich- IStä ke = —z
tung | ärke! Datum ‘ Stunde
E
‘4.
ONO
6/7
Oha
Oh 20ma
2ha
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NNO
NNO
21,8°N-Br \
59,9°W.Le/'
8h a
12h a
4bp
8hp
.ob
Da
aha‘
19h 4
15.
20,7°N-Br |
61,9° W-Leg
Bar.
red.
auf 0°
411,6
(08,2
113,8
113,8
(830,7
746,8
746,8
733.0
756,4
757,6
757,9
758,4
759,0
760,4
761.6
Therm.
a./Bar.
26,5
26,5
26,5
26,5
26,5
26,5
36,5
255
26,5
26,5
26,5
26,5
36,5
27,5
26,5
Wind
Rich- 19,2
tung Stärke
NNW
N
bisSSW
SSW
SSW
SSW
3
12
>
2
a]
12
N
12
41
9/6
6/5
S
W
5
5
Der beschriebene Orkan zeichnete sich aus durch den aufserordentlich
tiefen Barometerstand und die lunge Dauer von 34 Stunden, welche auf ein sehr
langsames Fortschreiten des Sturmfeldes schliefßsen läfst. „Hungaria“ kam dem
Centrum sehr nahe, was aus der grofsen Richtungsänderung des Windes und das
tiefe Fallen des Barometers zu ersehen. Beim Vorübergang des Centrums in
westlicher Richtung in der ersten Stunde des 14. September hlieb das Schiff
an der linken, südlichen Seite der Bahn.
Nochmals die Bestimmung des Schiffsortes nach St. Hilaire
ohne Konstruktion.
Von Navigationsiehrer 6. Bolwin, Papenburg,
Bekanntlich löst St. Hilaire diese Aufgabe, indem er den ersten Höhen-
unterschied u, (also den Unterschied zwischen der beobachteten und der für den
Bestecksort berechneten wahren Höhe) in der Richtung des Azimuts dieses Unter-
schiedes an den Bestecksort koppelt, für diesen sogenannten wahrscheinlichen
Schiffsort die andere Höhe berechnet und an diesen Punkt noch eine Strecke x
koppelt, die gefunden wird nach der Formel x == u, -cosecd, also leicht der
Gradtafel entnommen werden kann; hierbei stellt d den algebraischen Unterschied
zwischen beiden Azimuten oder dessen Supplement, also den Richtungsunterschied
der Standlinien dar, was wegen der (Gleichheit der Cosecante im ersten und im
zweiten Quadranten für die Berechnung von x einerlei ist.
Hiervon ist man in neuerer Zeit vielfach abgegangen, insofern man beide
Höhen für denselben Besteckspunkt berechnet, wodurch man für die Berechnung
einen kleinen Vortheil erzielt und nun den Breiten- und Längenunterschied be-
atimmt, welche auf diesen Punkt anzubringen sind, um den Durchschnittspunkt
der beiden Standlinien zu erhalten, Siehe „Neues Handbuch der Schiffahrts-
kunde“ von Dr. Bolte und diese Annalen X 1899, J], HI und VI 1900, wo
diese Aufgabe von den Herren Dr. Fulst, Dr. Bolte, W. Reuter, Dr. Wendt
and G. Holz meist unter Zuhülfenahme einer kleinen Tafel gelöst worden ist.
Nun ist es ja für die Besteckführung an Bord durchaus richtig, wenn man
sagt, ich trage die Standlinien in die Karte ein und finde dadurch den richtigen