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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Jie Witterung an der deutschen Küste im November 1899. 
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peratur schwankte an der Küste zwischen —24°, der niedrigsten Temperatur 
von Memel, und 17,2°, der höchsten von Hamburg, also um 196°, während die 
geringste Schwankung 10,0° in Borkum und die gröfste 18,8° in Neufahrwasser 
betrugen. Die für die drei Terminbeobachtungen berechnete mittlere Veränder- 
lichkeit der Temperatur von Tag zu Tag lag mit ihren gröfsten Werthen zwischen 
1,6° (Borkum) und 3,5° (Neufahrwasser) und erreichte die größten Beträge 
durchweg, dem Winter entsprechend, am Morgen, die kleinsten meist am 
Nachmittag. 
Den kleinsten monatlichen Niederschlagsmengen von etwa 30mm und 
weniger an der mecklenburgischen Küste und der mittleren Ostsee standen über 
grölserem Gebiete etwa 60mm betragende und überschreitende Niederschlags- 
mengen an der schleswig-holsteinschen Küste wie an der Mehrzahl der Stationen 
Pommerns und Preufsens gegenüber, während die gröfsten, mehr isolirt auf- 
fretenden Werthe in Neuwerk mit 91 und Norddeich mit 98 mm erreicht wurden. 
Mehr als 20 mın Niederschlag in 24 Stunden fiel nur in Norddeich (24) am 11. 
Läfst man den Niederschlagstag um 8 Uhr morgens Ortszeit des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen, so fielen die Niederschläge über gröfserem Gebiete, ab- 
gesehen von kleineren und vereinzelt auftretenden Niederschlägen, am 3. an der 
Nordsee und westlichen Ostsee, am 4. an der ganzen Küste, am 7, an der Ost- 
see, am 8, bis 12. an der ganzen Küste, am 13. bis 15. an der pommerschen 
und preufsischen Küste, am 19. bis 21. an der ganzen Küste, am 22. an der 
Nordsee und der Ostküste Schleswig-Holsteins, am 23,, 24., 26. und 27. au der 
ganzen Küste sowie am 29. ostwärts der Oder, Ausgebreitete heftige Gewitter, 
zum Theil von aufserordentlich schweren Hagelböen, bis Stärke 10 und 11, be- 
gleitet, herrschten am Abend des 1l. ostwärts bis Travemünde, während sonst 
Gewitter nur noch ganz vereinzelt über dem gleichen Gebiet am: $. und 9., 
weiter ostwärts aber gar nicht beobachtet worden sind. Ausgebreiteter Nebel trat 
am 7. von der Elbe ostwärts, am 8, von Mecklenburg ostwärts, am 14. an der 
ganzen Küste, am 15. an der Nordsee, am 20. ostwärts bis zur mittleren Ostsee, 
am 26. an der Nordsee, am 29, an der Nordsee und mittleren Ostsee sowie am 
30. an der Nordsee auf. Heitere Tage, charakterisirt durch eine im Mittel der 
drei täglichen Schätzungen der Bewölkung nach der Skala 0 bis 10, wo 0 einen 
wolkenlosen und 10 einen bedeckten Himmel bedeuten, kleiner als 2 berechnete 
mittlere Bewölkung, waren über größerem Gebiete der 1. an der ganzen Küste, 
der 2, an der Ostsee, der 3, an der mittleren und östlichen Ostsee, der 5. und 
6. an der ganzen Küste, der 16. an der Nordsee und der 25. an der mittleren 
und östlichen Ostsee. 
Zu Beginn des Monats lag ein fast ganz Europa beherrschendes Maximum 
über Centraleuropa; heiteres, meist kühles Wetter herrschte an der Küste bei 
schwachen Binnenlandswinden; nur an der östlichen Ostsee war die Witterung 
mild bei nordwestlichen Winden, die im Rücken einer sich ostwärts entfernenden 
Depression vielfach stürmisch wehten. In den folgenden Tagen breitete ein 
vom Ozean her ostwärts im hohen Norden vorüberschreitendes Minimum sein 
Gebiet allmählich über die Nordwesthälfte Europas aus, an der Küste milde 
südwestliche und südliche Winde herbeiführend, während das Hochdruckgebiet 
nach Südosteuropa schritt. Als am 2, noch die ganze Ostsee und am 3. die 
mittlere und östliche Ostsee heiteres Wetter hatten, trat bereits am 2. an der 
Nordsee trübes und am 3, hier wie an der westlichen Ostsee regnerisches 
Wetter ein, das sich am 4. über die ganze Küste erstreckte; am 3. wehten die 
südwestlichen Winde an der Nordsee stellenweise stürmisch. 
Ein neues, am Abend des 4. westlich von Irland erscheinendes Minimum 
gewann keinen Einflufs auf die Witterung, da sich der hohe Luftdruck von Süd- 
osten her über Kontinentaleuropa ausbreitete, so dal am. 5. und 6. wieder an 
der ganzen Küste heiteres, meist von den höchsten Temperaturen des Monats 
begleitetes Wetter eintrat, Ein flacher Ausläufer niedrigen Luftdruckes, der am 
7. ostwärts durch Norddeutschland fortschritt, hatte an der Ostsee Regenfälle 
und ostwärts der Elbe Nebel im Gefolge. a 
Regenfälle an der ganzen Küste führte am 8. und 9. ein tiefes, vom 
Ozean nach Nordskandinavien schreitendes Minimum herbei, das sein Gebiet bis 
nach den Alpen hin erstreckte und an der Nordsee stellenweise stürmische süd- 
westliche Winde hervorrief, Fortdauer der Regenfälle über dem ganzen Gebiet
	        
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