Zur Küstenkunde von Alaska,
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halte man guten Ausguck nach Brandung auf dem Riffe, denn auch die Strömungen
in dieser Gegend erreichen grofse Geschwindigkeit.
Die Strömungen in. der Umgegend der Pribilof-Inseln sind veränderlich
und hängen von den Witterungsverhältnissen ab.
Während der „Albatros“ auf seinen Rundfahrten im Beeringsmeer beschäftigt
war, Untersuchungen durch Lothungen, Kurren und Temperaturmessungen vor-
zunehmen in der Umgebung dieser Inseln, wurden zwischen den Inseln die mittleren
Richtungen der Ströme NNO (rw. N 39° O0) und SSW (rw. N 39° W) gefunden,
obgleich sie sehr von den herrschenden Winden beeinflufst waren. Die mittlere
Temperatur der Wasseroberfläche war 6,7° C., die des Wassers in der Nähe des
Grundes 1,7°, und der Unterschied zwischen der Temperatur der Oberflächen-
strömung und der Grundströmung war 4 bis5° C. Es wurde gefunden, dafs die
kalte Unterströmung auf den Gründen in der Umgegend der Inseln beständig
nach Süden setzte, nach dem tiefen Becken des Beringsmeeres.
Der Fluthstrom setzt an der Nordseite der Insel St. George ostwärts;
an der Südseite von Red Bluff bis Tolstoi Point im Mittel NNO (rw. N 39° 0),
und von Red Bluff bis nach Dalnoi Point WNW (rw. N51° W). An der Nord-
seite von St. Paul setzt er östlich von der Lincoln-Bucht bis zum Nordostende;
an der Südseite setzt er nördlich von der Sea Lion-Klippe bis zum Nordostende,
und westlich von der Sea Lion-Klippe bis zum Südwestende der Insel; an der
Westseite setzt er nördlich vom Südwestende der Insel bis zur Lincoln-Bucht.
Der Ebbstrom setzt in entgegengesetzter Richtung.
Die Geschwindigkeit der Ströme ‘beträgt 2—3 Sm, Am gröfsten ist
sie in den Durchfahrten zwischen St, Paul und der Otter-Insel, und St. Paul und
der Walrus-Insel. Hier erreicht der Oberflächenstrom oft 3 Sm und der. Unter-
strom 5 Sm Geschwindigkeit.
Zur Küstenkunde Kubas.
Nach „Notice to Mariners“ No. 931. Washington.
Gibara-Hafen heißt eine kleine, 1 Sm weite und 2 Sm tiefe, nach N
Bucht an der Nordostküste der Insel Kuba.
Landmarken., Die Lage des Hafens kann leicht ausgemacht werden an
den 3 Sm westlich davon liegenden Cupeycillo-Hügeln und dem 5 Sın in SSO
vom Hafen liegenden Hügel, der nach der Gestalt seines Gipfels der Sattel von
Gibara benannt wird. Andere auffallende Landmarken sind der Yabazon- und
der Cerro Colorado-Hügel, südlich und westlich vom Sattel. Als Landmarke für
die Einfahrt dienen der Leuchtthurm an der Ostseite und das Fort San Fernandina
an der Westseite.
Ansteuerung. Von Westen kommend, bringe man den Sattel in Linie mit
dem Leuchtthurme, in Sz0%,0. Diese Leitmarke wird !/4 Sm frei von der Rosa-
Hu führen. Von Osten kommend, steuere man auf die Nordseite der Cupeycillo-
ügel zu. )
Leuchtfeuer. An der Ostseite der Einfahrt brennt auf dem eisernen,
weißen Peregrina-Leuchtthurme mit einem weifsen, flach gedeckten, steinernen
Gebäude an seinem Fuße ein weifses festes Feuer 12,2 m über Hochwasser,
das 9 Sm weit sichtbar ist. ‘
Lootsenwesen, Für fremde Schiffe besteht Lootsenzwang. Die Lootsen
kommen in der Einfahrt an Bord.
Ankerplatz. Hanudelsschiffe ankern, um bequem löschen und laden zu
können, meist im südwestlichen Theile des Hafens auf etwa 5,5 m Wasser querab
von der Landungsbrücke. Auf diesem Ankerplatze liegen die Schiffe meist auf
Wind und Seegang, Ein anderer guter Ankerplatz liegt an der Ost- oder
Luvseite der Bucht, nördlich und westlich von der Hornos-Huk. Auf diesem
Ankerplatze trifft die Dünung ein auf Passat liegendes Schiff nahezu dwars-
schiffs, Bei einem längeren Aufenthalte kann man einen Warpanker achteraus
ausbringen und das Schiff auf die Dünung, etwa NzW, und dwars zur Wind-
richtung vertäuen.
Ann. & Hydr, etc., 1900, Heft XI.