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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Zatırm. 
"71 
Batum. ”) 
Nach den Fragebogen des Verwesers des- deutschen Vice-Konsulats F. Burkhardt 1898 und 1899 
und den nenesten englischen und russischen Quellen bearbeitet durch 
J. Herrmann, Hülfsarbeiter der Seewarte. 
Batum, die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks im Gouvernement Kutais, 
liegt an der Batum- Bucht im östlichen Theile des Schwarzen Meeres auf 
41° 39' N-Br und 41° 37’ 0-Lg und ist der wichtigste und beste Hafen an der 
ganzen kaukasischen Küste, der noch dazu den Vortheil hat, dafs er nie zufriert. 
Die Mifsweisung beträgt für das Jahr 1900 etwa 0° 45’ O, die jährliche 
Aenderung + 5, 
Landmarken. Das Land in der nächsten Umgebung und nördlich von 
Batum ist niedrig, so dafs man sich bei etwas unsichtigem Wetter schwer zurecht- 
finden kann. Hinter der Stadt dehnt sich eine baumreiche sumpfige Ebene bis 
an den Fufs der terrassenförmig ansteigenden Berge aus, die von noch höheren 
Gipfeln dahinter überragt werden; Das helle Grün der um die Stadt liegenden 
Felder hebt sich von Weitem gut ab von der dunklen Farbe der bewaldeten 
Anhöhen zu beiden Seiten. Ostnordöstlich von der Batum-Huk, an der Mündung 
des Flusses Kareli, liegt eine auffällige Anhöhe, die einem oben abgeflachten 
steilen Kegel gleicht und auf deren Gipfel ein grofses Gebäude steht. . Etwa 
6 Sm südwestlich von Batum treten die hohen Gebirge mit einzelnen weißen 
Abhängen allmählich dicht an die Küste heran. Bei sichtigem Wetter kann man 
die Stadt an den Moscheen, den Kirchen und dem 17 m hohen weifsen Leucht- 
thurm auf der Burun Tabijja-Huk sowie an den vor der Stadt vertäuten Schiffen 
leicht erkennen. 
Ansteuerung. Die Batum - Bucht ist in Ost — Westrichtung etwa 1Sm 
lang und in Nord — Südrichtung !/2 Sm tief und gegen westliche, südliche und 
östliche Winde gut geschützt. Nördliche Stürme, die einzigen, die gefährlich 
werden können, kommen selten vor. Der Werth des Hafens, der als der beste 
im östlichen Theile des Schwarzen Meeres gilt, wird durch die bedeutenden 
Wassertiefen vor der Stadt beeinträchtigt; sie betragen etwa 36 m !/s Kblg. vom 
Lande entfernt und nehmen schnell auf 55 bis 64 m zu. Etwas weiter nördlich 
sind sie noch größer. Der östliche Theil der Bucht. ist flach und hat nur Tiefen 
von etwa 4 bis 9 m. aufzuweisen. Die Westgrenze des flachen Wassers wird 
durch zwei rothe Priceken mit Flaggen (nach russischen Quellen durch vier) be- 
zeichnet, die in Nord—Südrichtung voneinander liegen und ungefähr den Verlauf 
der 9 m - Grenze zeigen; der nördliche peilt NO'*/40 5*/4 Kblg., der südliche, 
der gleichzeitig die 4 m -Stelle bezeichnet, 0zS 3'/4 Kblg. vom Ööstlichsten 
Leuchtthurm.. 
Bei nebeligem Wetter thut man gut,. das hohe steile Land südlich von 
Batum anzusteuern, wo der untere Theil der Berge oft sichtbar ist, während der 
obere Theil tagelang in Nebel eingehüllt ist. Wenn man nach dem Sichten des 
Landes einen nördlichen Kurs steuert, tritt das hohe Land bald zurück, und man 
kommt in das dicke gelbe Wasser des. Tschoroch - Flusses, der sich südwestlich 
von Batum in das Meer ergiefst, so dafs man den Hafen nicht gut ver- 
fehlen kann. 
Nördlich von Batum ist die Küste niedrig, und der Nebel reicht bis zum 
Wasser hinunter, so dafs es schwierig ist, sich zurechtzufinden. Bei klarem 
Wetter, wenn man. die oben angegebenen Landmarken und nachts die Feuer 
sehen kann, bietet die Ansteuerung des Hafens keine Schwierigkeit. Die Tabija 
Burun-Huk mufß man in einem Abstande von mindestens 1 Sm umsteuern, da die 
ihr vorgelagerte Bank sich in nordwestlicher Richtung ausdehnt. Ebenso darf 
man der Küste westlich von dieser Huk nicht zu nahe kommen; die Wassertiefe 
beträgt dort in einem Abstande von %/4 Sm vom Lande nur 9m. . 
Leuchtfeuer siehe Leuchtfeuer-Verzeichnifs.. . 
Lootsenwesen, Es sind zwei Lootsen vorhanden, doch besteht kein 
Lootsenzwang.. Das Lootsengeld beträgt 2 Kopeken für die Registertonne und 
50 Kopeken für jeden Fufs Tiefgang, 
* Vgl. auch „Ann. d. Hydr, etc.“, 1894, Seite 332.
	        
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