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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

570 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1900, 
zahlen. Die Benutzung der Kaianlagen an der Ostseite des Hafens ist frei. Für 
Benutzung von Krähnen wird je nach Uebereinkunft bezahlt. Leuchtfeuerabgaben 
sind zur Hälfte im ersten russischen Hafen, der angelaufen wird, zu entrichten 
und zur Hälfte im letzten. (Vgl. unter Odessa.) 
Die Stadt Noworossisk, deren Hafen im Winter eisfrei bleibt, hat eine 
Zukunft als Getreideplatz während der Wintermonate, wie der Aufschwung des 
Handels beweist. Die Stadt ist erst in der neueren Zeit entstanden und hat etwa 
25.000 Einwohner, darunter ungefähr 100 Reichsdeutsche. Die Industrie des 
Ortes beschränkt sich auf eine Cementfabrik, die jährlich etwa 500 000 Normal- 
faß herstellt, und auf eine Dampfmühle. 
Die Witterung von Noworossisk ist im Allgemeinen nicht ungünstig, 
jedoch starken Wechseln unterworfen. Im Sommer tritt starke trockene Hitze 
auf; Malariafälle sind dann häufig. Im Winter bringen die schweren Nordost- 
stürme empfindliche Kälte mit. 
Handelsverkehr. Im Jahre 1897 liefen außer russischen. Schiffen, die 
nur für die Küstenfahrt in Betracht kommen, ein: 
MS Tape ohne Tan ; mit 340 713 R.-T. 
5 Segelschiffe ohne * 776 
Davon waren deutsch: 
8 Dampfer mit Ladung mit 7392 R.-T. 
Russische Schiffe liefen ein: 1344 Dampfer und 193 Segelschiffe. 
Einfuhr: Feuerfeste Ziegel, eiserne Träger, Blech, Maschinen u. 8, w. 
im Gewicht von 32200 t & 1000 kg (1897). 
Ausfuhr: Getreide, Oelsaat, Wolle, Naphtha im Gewicht von 309 800 t. 
Dabei ist nur der Frachtverkehr mit nichtrussischen Häfen berücksichtigt. Die 
Ausfuhr an Wolle und Stückgut ist nicht nennenswerth. 
Eisenbahnlinien. Die hier endende Wladikawkas-Bahn hat über Rostoff 
und Zaritzin Anschlufßs an das russische und sibirische Eisenbahnnetz, ferner Ver- 
bindung mit Wladikawkas, Stawropol und Petrowsk am Kaspischen Meere. Die 
Anschlufsbahn von Petrowsk über Derbent nach Baku ist kürzlich fertiggestellt 
worden. 
Seefischerei wird nur für den lokalen Markt betrieben. 
Schiffsausrüstung. Kohlenvorräthe werden nicht gehalten, da sich alle 
Dampfer in Konstantinopel mit Kohlen versehen. Im Nothfalle sind russische 
Kohlen mit der Bahn zu beschaffen. Der Preis würde sich auf etwa 20 Mk. für 
1000 kg (16 Kop. pro Pud) stellen. 
Proviant ist jederzeit in beliebiger Menge zu haben. Fleisch kostet je 
nach Art und Güte etwa 5 bis 20 Kop. das russische Pfund (27 bis 108 Pfy. pro 
Kilogramm), Brot 16 Pfg. pro Kilogramm, Kartoffeln 10,40 Mk. pro 100 kg. 
Hartbrot wird auf Bestellung in einigen kleinen Bäckereien hergestellt; sonstiger 
Dauerproviant ist nicht vorhanden, höchstens gelegentlich Salzfleisch. 
Von sonstiger Schiffsausrüstung sind nur Maschinenschmieröl und Farbe 
zu haben: ersteres kostet etwa 15 Mk. pro 100 kg, letztere etwa 65 Mk. pro 
100 kg. 
Wasser wird den Schiffen durch die Eisenbahngesellschaft in Tankwagen 
zum Preise von 10 Rubel pro Wagen zu 10 cbm geliefert. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Der deutsche Vice-Konsul, Herr 
L. Ehrtmann, wohnt in der Cementfabrik an der Nordostecke des Hafens. Fast 
alle russischen Assekuranzgesellschaften sind hier vertreten. Aufser der russischen 
Reichsbank sind zwei gute Privatbanken vorhanden. Krankenhäuser giebt es 
zwei, eins in der Stadt und eins in der Cementfabrik. Eine Badeanstalt hat die 
Eisenbahngesellschaft eingerichtet. Sturmsignalstelle, die aber nicht immer zu- 
rerlässig bedient wird, ist am Ort. (Sturmsignale siehe unter Odessa.)
	        
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