Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1900,
sehen. Im Uebrigen ist die Bucht vollständig rein, und die Wassertiefen genügen
für die gröfsten Schiffe.
Bei Tage steuert man am besten die Doob- Huk, der man sich bis auı
veringe Entfernung nähern kann, mit östlichem Kurse an, Will man die östliche
Einfahrt zwischen dem Mittelgrunde und der Penai-Huk benutzen, wie dies ge-
wöhnlich geschieht, so ändere man den Kurs auf etwa Nord, sobald man den
Penai-Leuchtthurm in diese Peilung bekommt, und steuere darauf zu. Den Leucht-
thurm passire man in einem Abstande von etwa !/a Sm, wobei die Scheskari-
Klippe ungefähr ebenso weit entfernt an B. B. bleibt, und halte dann gerade auf
die Hafeneinfahrt zwischen den Köpfen der Wellenbrecher zu,
Die westliche Einfahrt in die Bucht zwischen dem Mittelgrunde und den
Riffen vor der Sujak-Huk ist trotz der guten Leitmarken weniger zu empfehlen,
weil, wie bereits erwähnt, die Seezeichen nicht gut zu sehen sind. Die Deck-
peilung der weißen Penai-Steinpyramide und des Penai-Leuchtthurmes in etwa
NOzO führt zwischen den Untiefen hindurch. Sobald die beiden weifsen Tsemesski-
Steinpyramiden in Linie sind, in NNW, nehme man diese Peilung als Kurs auf,
bis man etwa in der Mitte der Bucht ist, und steuere dann wie vorher auf die
Hafeneinfahrt zu.
Nachts kommt das weiße feste Feuer auf der Doob-IInk in den Peilungen
nördlich von Ost in Sicht; man steuere darauf zu, bis der rothe Sektor des
Penai-Feuers zwischen den Peilungen N7°W und N11°O sichtbar wird. In
diesem Sektor halte man auf das Penai-Feuer zu, bis man im nördlichen weißen
Sektor des Doob-Feuers zwischen den Peilungen S36°0 und S29°O angelangt
ist. Dieser Sektor führt au der Ostseite des Mittelgrundes entlang, durch den
grünen Sektor des Penai-Feuers in den nördlichen rothen Sektor desselben Feuers,
zwischen den Peilungen S66°0 und S54°O0. Darauf kann man auf das Feuer
auf dem Kopfte des östlichen Wellenbrechers zu halten.
Will man die westliche Einfahrt benutzen, so steuere man in dem grünen
Sektor des Penai-Feuers, zwischen den Peilungen N 41°O und N 59°O, auf dieses
Feuer zu, bis man das rothe Blinkfeuer des östlichen Wellenbrechers, zwischen
den Peilungen N 28°W und N 19°W, erblickt. Der letztere Sektor führt zwischen
den Sujak-Riffen und dem Mittelgrunde hindurch bis zur Hafeneinfahrt.
Ueber die Ansteuerung von Noworossisk sagtKapt. Frosch Folgendes:
Vom Westen kommend, ist es am vortheilhaftesten, die Doob-Huk anzusteuern.
Kommt man dabei zu weit nördlich, so erblickt man bei Tage die weißen Ab-
hänge südöstlich von der Utrisch-Huk, nach denen man seinen Kurs berichtigen
kann. Obgleich die Bucht von Noworossisk gute Leitmarken und Leitfeuer hat,
mit deren Hülfe ınan zwischen den Bänken vor der Einfahrt hindurchsteuern
kann, ist es doch sicherer, nur den einen Weg dicht unter der Küste bei der
Doob-Huk (Osteinfahrt) zu wählen. Die ausgelegten Seezeichen sollen nicht
immer richtig liegen, sondern oft durch die orkanartig wehenden Nordoststürme
vertrieben werden; überdies sind sie schlecht zu erkennen. Man steuert also auf
den Doob-Leuchtthurm zu, bis der Penai-Leuchtthurm etwa Nord peilt, worauf
man auf Letzteren zu hält. Vom Penai-Leuchtthurm an steuert man gerade auf
die Oeffnung zwischen den Köpfen der beiden Wellenbrecher zu.
Leuchtfeuer (siehe Leuchtfeuer- Verzeichni(s).
Lootsenwesen, Lootsen giebt es in Noworossisk nicht, da die Einfahrt
in den Hafen so einfach ist, dafs sie ohne Lootsenhülfe sicher ausgeführt werden
kann. Auch im Hafen muß jeder Kapitän sein Schiff selbst an den ihm an-
gewiesenen Platz bringen; ein Boot zum Ausbringen und Festmachen der Trossen
ist immer zu haben, Die Wladikawkas-Eisenbahngesellschaft hat für ihre Hafen-
anlagen eine Art Hafenmeister, der auch den Schiffen Hafenlootsendienste leisten
kann. Der Hafenlootsendienst und die Taxe hierfür sollen in diesem Jahre
staatlich geregelt werden,
Schleppdampfer. Es ist nur ein Dampfer der Wladikawkas- Eisenbahn-
gesellschaft vorhanden, der gleichzeitig als Schlepper, Bergungs- und Feuerlösch-
dampfer dient. Seine Pumpen sind ausgezeichnet. Schlepplohn ist mit der ge-
nannten (Gesellschaft zu vereinbaren.
Quarantäne und Zollbehandlung. Die Schiffe werden bei ihrer Ankunft
sofort vom Quarantänearzt und den Zollbeamten besichtigt, erhalten Zollwache
und müssen Provijant, Cigarren, Getränke u. 8. w. angeben, die alsdann amtlich
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