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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Odessa, 
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Ort; Krankenhäuser giebt es verschiedene, darunter ein evangelisches. Das in 
Odessa befindliche englische Seemannsheim ist auch für Seeleute anderer Nationen 
zugänglich. Die Matrosenheuern betragen etwa 20 Rubel und die Heizerheuern 
10 Rubel. 
Deviationsbestimmungen sowie die Prüfung und Vergleichung nautischer 
und meteorologischer Instrumente können im technischen Laboratorium der 
Universität, Preobraschenskaja 20, durch den Mechaniker Timtschenko vor- 
genommen werden. 
Seekarten und Segelanweisungen sind in Odessa nicht zu haben, können 
aber aus der hydrographischen Kanzlei in Nikolajeff bezogen werden. 
Zeitball der „Russischen Gesellschaft für Dampfschiffahrt und Handel“ 
befindet sich auf dem Gebäude ‚dieser Gesellschaft, einem gelben viereckigen 
Hause. Die Abgabe des Zeitsignals erfolgt um 0* 0” 0* mittlere Ortszeit 
/21 57” 0° mittlere Greenwich-Zeit). Der aus Rohrgeflecht bestehende schwarze 
Ball wird fünf Minuten vorher vorgehifst und fällt dann durch Hebelabzug mit 
der Hand. Die Zeit wird nach einer dort aufgestellten Normaluhr auf Grund 
eigener Zeitbestimmung angegeben. Ferner befindet sich dort eine Chronometer- 
Beobachtungsstation für die Schiffe dieser Gesellschaft; es können jedoch auch 
fremde Schiffe ihre Chronometer vergleichen, reinigen und repariren lassen. 
Noworossisk. 
Nach den Fragebogen des deutschen Vice-Konsuls L. Ehrtmann, 1898, und der Kapt. E. Frosch, 
D. „Andros“, Mai 1899, und W.Schmaltz, D. „Leros“, August 1899, bearbeitet durch 
J. Herrmann, Hülfsarbeiter der Seewarte. ; 
(Hierzu Tafel 15.) 
Noworossisk, ein wichtiger Ausfuhrhafen für Getreide und Naphtha, liegt 
etwa 60 Sm südöstlich von der Straßse von Kertsch an der Noworossisk- oder 
Sujak-Bucht. Die geographische Lage des Leuchtthurmes auf dem Kopfe des 
östlichen Wellenbrechers ist 44° 43,4’ N-Br und 37° 48,3’ O-Lg. Die Mifsweisung 
für 1900 beträgt etwa 0° 25'O, die jährliche Aenderung + 5‘. 
Landmarken. Vom Westen kommend, sind die steilen weilsen Abhänge 
am Fuße der kegelförmigen Berge südöstlich von der Utrisch-Huk die ersten 
Anzeichen für die Annäherung an die Noworossisk-Bucht. Kine andere gute 
Landmarke ist die von weißen eckigen Abhängen umgebene Doob-Huk, die an 
der Ostseite der Einfahrt in die Noworossisk-Bucht am Fufse eines mälsig hohen 
Berges liegt. Auf der Huk steht ein 22 m.hoher weißer Leuchtthurm, der sich 
von dem sehr dunklen Hintergrunde gut abhebt. Bei der Einsteuerung in die 
Bucht erblickt man auch bald die hochgelegenen rothen runden Petroleumtanks 
nördlich von der Stadt, dann die beiden Tsemesski-Baken (weifse Steinpyramiden) 
und in derselben Richtung den hohen Schornstein der Cementfabrik dicht am 
Strande in der Nähe des östlichen Wellenbrechers. 
Ansteuerung. Vor der Einfahrt in die Noworossisk-Bucht, die zwischen 
der Sujak- und der Penai-Huk beinahe 3 Sm breit ist, erstrecken sich verschiedene 
Untiefen. Die Südostgrenze der vor der Sujak-Huk liegenden Riffe wird durch 
zwei rothe Tonnen mit Ball- und Flaggentoppzeichen bezeichnet. An der Süd- 
westgrenze des Mittelgrundes liegt eine schwarz und weifs gewürfelte Treibbake 
mit Flaggentoppzeichen und auf der Penai-Bank eine ebensolche Tonne.) Die 
8,5 m-Stelle 1'/a Kblg. südsüdöstlich von der Treibbake an der Südwestgrenze 
des Mittelgrundes ist kenntlich an einer Treibbake. Die Scheskari-Klippe wird 
an ihrer Nordseite durch eine schwarz und weils gewürfelte Treibbake mit 
Flaggentoppzeichen ,gemarkt. Nach den Wahrnehmungen. des Kapt. Schmaltz 
ist das letztere Seezeichen jedoch ein langer dünner Pricken mit Balltoppzeichen. 
Auf die richtige Lage dieser Seezeichen darf man sich nicht zu fest verlassen, 
da sie in den schweren Nordoststürmen oft.vertreiben: sie sind auch schlecht zu 
2 
Vgl. auch „Ann. d. Hydr. etc.“, 1894, Seite 330. 
Die letztere Tonne soll nicht vorhanden sein,
	        
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