566- Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1900.
Klima ist im Allgemeinen gesund, aufser für brustschwache Personen wegen des
vorherrschenden. Windes und Staubes.
Handelsverkehr. Im Jahre 1897 liefen ein in grofser Fahrt:
1224 Dampfer und 32 Segler mit zusammen 1 761 339 R.-T.
Davon waren
deutsch: 29 Dampfer mit 29 832 R.-T.
englisch: 663 & - 1050028 -
russisch: 218 “ und 2 Segler mit zusammen 315 435 R.-T.
Küstenfahrer (nur russisch) liefen ein: 2821 Dampfer und 2380 Segler.
{m Jahre 1898 liefen 41 deutsche Dampfer mit 51433 R.-T. ein, davon 36 mit Ladung.
1899 ._ 3? . - „ 70342 u BO a
Einfuhr: Thee, Früchte, Kolonialwaaren, Oel, Metalle und Metallwaaren.
Baumwolle ete. im Werthe von 44000 000 Rubel (1898).
Ausfuhr: Getreide, Mehl, Spiritus, Zucker, Wolle, Fische, Petroleum,
Holz u. s. w. im Werthe von 97 000 000 Rubel (1898).
Postdampferlinien:
Alpxandrien { U
Trapezunt über Burgas
Saloniki 2.0.0.0. „0
Batunm über die Krim-Häfen
Nikolajeff | im Winter . .
Iherson f im Sommer . .
Donau-Häfen. . 0. 0. -
Marseille . 0...
Triest . . 0...
Genua 20.000.000
Wliadiweostok über indische
nnd japanische Häfen
Wöchentlich I ma]
Monatlich 2 .
Wöchentlich ?
Russische Gesellschaft für Dampfschiffahrt
und Handel
A
Schwarze Meer-Donau-Dampfsch.-Gesellschaft
Messageries Maritimes . .
Desterr. Lloyd . . . .
Floria Rubattino . .
Freiwillige Flotte
Täglich
Wöchentlich *
Monatlich I
Wöchentlich -
Jenachder Jahreszeit
Außerdem laufen noch die Dampfer der deutschen Levante-Linie zweimal
monatlich und der Orient-Linie (Hamburg) den Hafen an.
Bahn- und Telegraphenverbindung besteht nach allen Richtungen.
Telegraphenkabel sind zwei vorhanden, nach Konstantinopel (Schwarze Meer-Kabel-
gesellschaft) und durch die Strafse von Kertsch (Indoeuropäische Telegraphen-
gesellschaft). Wasserwege ins Inland sind der Bug für Schiffe von etwa 6m
Tiefgang bis Nikolajeff und der Dnjestr für Schiffe von etwa 3,7 m Tiefgang.
Seefischerei ist unbedeutend und wird nur in kleinen Booten betrieben,
Schiffsausrüstung. Russische und englische Kohlen sind etwa 1000090 Pud
A 16,4 kg vorrätbig in fünf bis sechs Händen. Donetz-Kohle kostet 22 bis 24 Mk.
und englische Kohle 27 bis 28 Mk. die Tonne frei Bunker. Die Uebergabe er-
folgt durch Eisenbahnwagen oder Leichter.
Frischer Proviant in jeder Menge ist steis zu haben. Ochsenfleisch
kostet (1598) das Pud 4,80 bis 5,30 Rubel, Kartoffeln 40 bis 80 Kop., Gemüse,
Erbsen, Bohnen u. s. w. 80 bis 100 Kop. Dauerproviant muß bestellt werden,
da er selten verlangt wird; die Preise sind nicht viel höher wie bei frischem
Proviant., Sonstige Schiffsausrüstung mufls bei den einzelnen Händlern oder
Fabrikanten gekauft oder bestellt werden; Schiffshändler giebt es nicht.
Wasser liefert die städtische Wasserleitung durch Schläuche für die an
den Kaien liegenden Schiffe zum Preise von 75 Kop. für die Tonne (1015 Liter)
oder zu 30 Kop. für das Fafs von 40 Wedro ä 12,3 Liter. Für die auf der Rhede
liegenden Schiffe sind Wasserboote vorhanden; der Preis erhöht sich in diesem
Falle um 1 Rubel für die Tonne.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche General - Konsulat
befindet sich in der Nowaja- (Maraslijewskaja-) Strafse, Haus Luzky. Agent
für den Germanischen Lioyd ist Herr Grebin, für die Levante - Linie die
Firma Mac. Nabb, Rougier & Co. und für die Orient-Linie die Firma Muntz.
Die meisten bedeutenden Seeassekuranz-Gesellschaften sind vertreten. Aufser
vussischen Banken ist noch eine Filiale des Credit Lyonnais vorhanden. Hafen-
amt (Uprawlenie Kapitana nad Odesskym Portom) und Zollamt sind am Neuen
Hafendamm, ebenso die Hafenpolizeibehörde. Mehrere deutsche Aerzte sind am