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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Ann. d, Hydr. ete., XXVINH. Jahrg. (1900), Heft XI. 
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Odessa.” 
Nach den Fragebogen des deutschen General-Konsulats in Odessa, 1898 und 1899, und des Kapt. 
P. Fischer, D. „Pera“, Dezember 1898, und: den neuesten englischen und russischen Quellen 
bearbeitet durch J. Herrmann, Hülfsarbeiter der Seewarte. 
Odessa liegt im nordwestlichen Theile des Schwarzen Meeres an der Odessa- 
Bucht auf 46° 29‘ N-Br und 30° 44'O-Lg. Die nahen Mündungen der grofsen 
schiffbaren Flüsse Dnjepr, Bug und Dnjestr erheben Odessa zum Hauptausfuhr- 
hafen des, getreidereichen Hinterlandes, neben dem die anderen in der Nähe ge- 
legenen Häfen, wie Nikolajeff, Sebastopol und das neu entstandene Noworossisk, 
nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Mifsweisung von Odessa für 1900 
beträgt etwa 2° W, die jährliche Aenderung — 5%. 
Landmarken, Das ganze Land in der Umgebung von Odessa erscheint 
bedeckt mit Häusern, Fabriken und Mühlen; von Letzteren ist besonders eine in 
der Nähe der Stadt an verschiedenen Thürmchen und Kuppeln kenntlich. Vom 
Süden längs der Küste kommend, erblickt man etwas südlich vom Kap Grof[s- 
Fontan zwei Schluchten, von denen die eine durch den Sukhoi-See ausgefüllt 
wird, während in der anderen die deutsche Ansiedelung Lustdorf liegt. Dwars 
vom Kap Grofs-Fontan, das an dem runden weißen Leuchtthurm und einem etwas 
landeinwärts gelegenen Kloster kenntlich ist, kann man bereits die Spitze der 
Kathedrale von Odessa sehen, während die übrigen Thürme und Kuppeln nach 
und nach und bald auch die grofse Steintreppe in Sicht kommen, die von der 
Mitte der Stadt zum Hafen hinunterführt. Vom Osten aus sind die hauptsäch- 
lichsten Landmarken der 18 Sm weit sichtbare Thurm der Kathedrale in der 
Mitte der Stadt, die Kuppel eines Klosters, die katholische Kirche im östlichen 
Theile der Stadt und eine Kirche mit fünf Kuppeln westlich von der Kathedrale, 
Ansteuerung. Vom Süden kommend, darf man in der Nähe des Landes 
zwischen der Kilia- Mündung der Donau und Odessa bei unsichtigem oder 
nebeligem Wetter das Lothen nicht vernachlässigen. Die 8 m-Grenze ist auf 
dieser Strecke im Allgemeinen etwa 1 Sm vom Lande entfernt; in der Nähe der 
Dnjestr-Mündung bis ungefähr 10 Sm südlich vom Kap Grofs-Fontan findet man 
jedoch diese Wassertiefe in einem Abstande von 2 Sm von der Küste. Dem Kap 
Grof-Fontan darf man sich nicht zu sehr nähern, da in einer Entfernung von 
etwa 4 Sm davon eine Sandbank von 1 Sm Umfang mit nur 5,2 m Wasser liegt. 
Eine andere Sandbank von derselben Ausdehnung mit 5,8 bis 7,3 m Wasser liegt 
atwa 19 Sm südöstlich vom Fontan-Leuchtthurm. Die Wassertiefe in der Um- 
gegend der letzteren Bank beträgt 16,5 bis 18 m. Beide Sandbänke sind erst 
im Jahre 1898 aufgefunden worden, nachdem schon mehrere Dampfer dort auf- 
gelaufen waren. In den britischen Admiralitäts-Karten No. 603, „Cape Fontana 
to Tendra Peninsula“, verbessert bis 1899, und No. 2214, „Black Sea“, verbessert 
bis 1895, sowie in der russischen Admiralitäts-Karte No. 1789, „Von Otschakoff 
Dis zum Dnjestr Liman“ von 1898 sind diese Sandbänke noch nicht verzeichnet. 
Ebenso ist eine im vorigen Jahre im nördlichen Theile der Odessa-Bucht ent- 
deckte 5,5 m-Stelle, von der der Leuchtthurm auf dem Reidowi-Hafendamme 
360°W, 2,2 Sm entfernt, peilt und die an ihrer Südseite durch eine rothe Stangen- 
vake mit Kegeltoppzeichen bezeichnet ist, in den älteren Karten noch nicht 
vermerkt. 
Ueber die Strömungen des Schwarzen Meeres sagt Kapt. W. Schmaltz, 
D. „Leros“, Folgendes: Im westlichen Theile des Schwarzen Meeres setzt die 
Strömung stets südwärts, den Biegungen der Küste folgend. Ihre Geschwindig- 
keit ist abhängig von der Windstärke und den Wassermengen der grofsen 
russischen Flüsse und der Donau. Die vorherrschende Windrichtung ist nord- 
östlich. Unregelmäfsigkeiten in der Stromrichtung kommen nur südlich vom 
42, Breitengrade in der Nähe des Bosporus vor. Am 10. Mai 1899- lag das 
Bosporus-Feuerschiff vor sehr starkem ostwärts setzenden Strom, was an dem 
N Vgl. auch „Ann. d. Hydr. etc.“, 1894, Seite 326. 
Ann, d. Hydr. ete., 1900, Heft XII.
	        
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