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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Witterung an der deutschen Küste im September 1900. 
im Bereiche des von Skandinavien nach der südlichen Nordsee verlagerten Hoch- 
druckgebietes auftraten. 
Nachdem dann noch eine mit ihrem Centrum im hohen Norden ostwärts 
vorüberschreitende Depression ihren Einflufs bis Norddeutschland erstreckt und 
am 10, an der ganzen Küste, am li. ostwärts der Elbe, wie durch Einwirkung 
einer Randbildung am 12, an der westdeutschen Küste Regen gebracht hatte, ge- 
wann ein von Westen schon in diesen Tagen andrängendes Hochdruckgebiet für 
längere Zeit die Herrschaft. 
Vom 13. bis 17. bedeckte ein Hochdruckgebiet, dessen Kern langsam von 
den Britischen Inseln über Centraleuropa fortschritt, fast ganz Europa. Trockenes, 
seit dem 14. an der Ostsee und dem 15. auch an der Nordsee heiteres, am 16. 
an der Ostsee zeitweise nebeliges Wetter kennzeichnete diese Tage; die schwachen, 
zunächst nordwestlichen Winde wurden am 16. veränderlich und wehten am 17, 
aus dem Südostquadranten. Grofse Temperaturschwankungen im täglichen Gange 
zeichneten diese Tage aus; in Keitum und Hamburg traten die höchste wie die 
niedrigste Temperatur des Monats am 16. ein, und es schwankte die Temperatur 
auf beiden Stationen an diesem Tage um 16,8°. 
In den folgenden Tagen gewann eine den niedrigsten Luftdruck über dem 
Ozean im NW aufweisende Depression vorübergehenden Einflufs auf ganz Central- 
europa; ein flacher Ausläufer schritt von Frankreich her längs der Küste fort 
und brachte am 18., während die Ostsee noch heiteres Wetter hatte, der west- 
lichen Nordsee, am 19, der Nordsee und westlichen Ostsee und am 20. noch der 
ostdeutschen Küste Regen. 
Ein am 19. vom Ozean vordringendes intensives Hochdruckgebiet schritt 
bis zum 23, mit seinem Kern höchsten Druckes ostwärts über die Mitte Kon- 
tinentaleuropas nach Nordösterreich und bedeckte zeitweise neben Südeuropa auch 
ganz Centraleuropa. Auf seiner Nordseite wehten seit dem 20. an der Küste 
schwache Winde aus westlichen Richtungen, und eine mit ihrem Centrum im 
hohen Norden vorüberschreitende Depression brachte am 21. und 22, der ganzen 
Küste stellenweise Regen. 
Nachdem am Morgen des 23. das Hochdruckgebiet fast ganz Europa be- 
deckt hatte, führte eine bereits am Abend angedeutete neue vom Ozean heran- 
nahende Depression rasche Aenderung herbei, und es blieb die Küste sodann 
mit nur kurzen Unterbrechungen im Bereiche von Depressionen, deren Centren 
nordwärts der Küste vorüberschritten, so dafs regnerisches Wetter bei Winden 
aus westlichen Richtungen über dem ganzen Gebiete vorherrschte. Auf einen 
am 24, und 25. vom Kanal bis zum Riga-Busen fortschreitenden Ausläufer. folgte 
ein am 25, und 26. nördlich von Schottland her über den Skagerrak nach Finn- 
land dringendes Theilminimum, ‚von steifen bis stürmischen Winden am 26. an 
der ganzen Küste begleitet. Weitere stürmische Winde, ostwärts. bis zur mecklen- 
burgischen Küste, rief ein am 27, nördlich von Schottland her nach dem 
Bottnischen Busen ziehendes Minimum hervor, während ein weiteres Minimum, 
das sich zunächst von Schottland nach der südlichen Nordsee: verlagerte und 
dann längs der Küste nach Westrussland schritt, stürmische Winde nicht im 
Gefolge hatte. Der 29. September war meist trocken; dann breitete sich eine 
neue tiefe, vom Ozean heranziehende Depression, die den niedrigsten Luftdruck 
im NW hatte, wieder rasch über Centraleuropa aus. 
In den Mittelwerthen charakterisirte sich der Monat September bei nahezu 
normalem Luftdruck durch etwas zu hohe Temperatur und, bis auf‘ den Osten, 
meist auch zu starke Bewölkung, während die Regenmengen des Monats erheblich 
zu gering waren und die registrirten Windgeschwindigkeiten ebenfalls zu klein 
ausfielen; Memel zeigte unbedeutende‘ und. entgegengesetzte Abweichungen von 
den vieljährigen Werthen. ; 
Steife und stürmische Winde traten nur aus westlichen. Richtungen auf 
und wehten über gröfseren Gebieten: aus dem Nordwestquadranten am 2, viel- 
fach steif ostwärts bis zur mittleren Ostsee, am 3, steif bis stark stürmisch, 
Stärke 7 bis 9 und darüber, an der mittleren und östlichen Ostsee, am 4, steif 
von Mecklenburg bis Pommern, am 5. steif bis stürmisch von Rügen ostwärts, 
am 6. theilweise steif an der Nordsee und. meist stürmisch an der Ostsee, am 
7. steif bis stürmisch an der pommerschen und preufsischen Küste; aus dem Süd- 
westquadranten theilweise nach dem Nordwestquadranten drehend, am 26, westlich 
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