Krebs, W.: Luftdruckbeobachtungen in Britisch-Indien.
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!/as Zoll- Skala von 30,00 bis 30,16 Zoll oder von 762 bis 766 mm entworfen.
In diese hinein sind die Ordinaten verlängert und auf ihnen die Maxima und
Minima des Luftdruckes derart eingetragen, dafs, entgegengesetzt dem baro-
metrischen Sprachgebrauch, die Minima hoch, die Maxima tief gelegt sind.
Dieses Profilbild läfst viermal eine Periodieität erkennen, die um so
strenger erscheint, als Abstände von ungefähr 200 und 300 km neunmal genau
alterniren. KErstere fallen ausschliefslich dem Uebergang von Maximum zu
Minimum, letztere demjenigen von, Minimum zu Maximum des Luftdruckes zu. In
der Atmosphäre des nördlichen Vorderindien stellte sich demnach am Morgen
des 15. Januar ein Rhythmus von Druckerleichterung und Druckvermehrung in
der Richtung der durch Dallas’ Beobachtungen festgestellten oberen Luft-
strömung heraus. Schon hiernach erschien der Schlufs auf eine Wogenbewegung
des unteren Luftmeeres in der angegebenen Richtung gestattet.
Wie bei den europäischen Untersuchungen wandte ich mich nunmehr um
Bestätigung an das Barogramm über einer der der Profillinie nahegelegenen
Stationen. Denn nur dann ist auf wirklichen Vollzug der Wogenbewegung zu
schließen, wenn dieselbe über einer solchen Station auch in zeitlicher Vertheilung
auftritt. Für Lahore wurde mir die Konstruktion eines solchen ermöglicht durch
handschriftliche Mittheilung von Ablesungef, leider nur von stündlichen, eines
Draperschen selbstregistrirenden Barometers. Von dem so konstruirten Baro-
gramm erhielt ich zuerst keinen Aufschlufs. Die in den Tropen und Subtropen
beherrschend ausgebildete tägliche Periode des Luftdruckes brachte den dem
Profilbilde entsprechenden Rhythmus zum Verschwinden. Ich suchte diesen Ein-
fuß der täglichen Periode, soweit sie gerade um die Zeit der Beobachtung
wirksam war, in der Weise zu eliminiren, dafs ich von den Barographenständen
der fünf Tage vom 14. bis 18. Januar für jede Stunde das arithmetische Mittel
und dann die Abweichung von diesem Mittelwerthe berechnete. Eine Kurve dieser
Abweichungen mufste annähernd den gesuchten Rhythmus des Luftdruckes er-
kennen lassen.
Thatsächlich war das der Fall, und zwar am ausgeprägtesten in der
nächsten Umgebung der Zeit 8 Uhr morgens, welche für das Augenblicksbild
des Profilschnittes gültig ist. Diese Kurve ist unterhalb des letzteren eingetragen.
Der Vertikalmafsstab ist derselbe.
. Eingetragen wurden die einstündigen Luftdruckabweichungen von dem ge-
wählten fünftägigen Mittel von 2 bis 11 Uhr morgens. Die Orientirung zum
Profilschnitt mulßste derart erfolgen, dafs die früheren Stände über Lahore den
Barometerständen westlich des Lahore-Meridians entsprachen, sollte anders das
Fortschreiten wirklich von SO nach NW stattinden. Die Lahore im Karten-
bilde benachbarte Periode des Luftdruckes kehrt genau in der seiner Ortszeit,
8 Uhr morgens, benachbarten Periode des Barogramms wieder. Die Druck ver-
minderung erfordert zwei, die Druckvermehrung drei Stunden. Nur das eine
Bedenken bleibt zunächst noch, dafs das Maximum des Barogramms auf 9, das-
jenige des Profils auf 8 Uhr morgens liegt. Ein Blick auf die beim Vortrage
demonstrirte Karte behebt auch dieses Bedenken. Lahore liegt nicht selbst in
der Profillinie. Die Isobare von 30,08 Zoll oder 764 mm läfst deutlich erkennen,
dafs das Maximum bei einer Fortpflanzung von SO her über Lahore später ein-
treffen mußte als um 8 Uhr morgens, -
Ein weiteres Studium der Barographenkurve ergab, dafs vom 14. bis
16. Januar das Maximum des Luftdruckes in demselben fünfstündigen Intervall
fünfmal, in zehnstündigen Intervallen viermal, das Minimum in fünfstündigen
Intervallen zweimal, in zehn- und fünfzehnstündigen je einmal auftrat. Die
Periodicität ließ sich also weiter verfolgen. Dafs sie nicht im KEinzelnen so
streng auftrat wie in der direkten Nachbarschaft von 8 Uhr morgens, das wird
zur Genüge durch die Ungenauigkeit der nach Stundenwerthen entworfenen
Barographenkurve erklärt.
Wir erkennen hier also eine in strengem Wechsel über einer bestimmten
Richtungslinie auftretende rhythmische Aenderung des Luftdruckes. Dieselbe
rhythmische Aenderung vollzieht. sich in dem Luftdruck über einer einzelnen
Station. Wir sind berechtigt, das als eine Wogenerscheinung anzusprechen,
Für ein Profilbild wie das hier entworfene habe ich deshalb die Bezeich-
nung Wogenschnitt vorgeschlagen. Streng genommen ist es nur eine graphische