Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, November 1900
Beobachtungen an Bord des Vollschiffes „Susanne‘ auf der Reise von New Orleans nach Bremen
vom 13, August bis 7. September 1899.
Datum
1899
August 13
Be)
0
a
8
“A
75
6
"7
"8
"9
20
% 21
September 1
2
Mittagsort
NBr | WLg
26° 47} 85° 58
25° 16! | 34° 14
24° 17‘ | 31° 30
26° 29‘ 79° 45'
27° 56‘ 19° 38
29°832 | 19° 9
31° | 77° 40'
32° 291 | 75° 50
33° 18‘ | 74° 4
33° 58 | 72° 38
34° 38 71° 30
35°41' 69° 59
36°31' 68°11'
36° 16‘ 87° 13‘
36° 56' 66° 36’
37° 10° 85° 39
38° 8‘ 54° 52
37958‘ 64° 1
37° 9° 53° 11
6°48' 53° 9
37° 56 83° 19'
38° 29° 51°32'
39° 39‘ 58° 1
39° 56‘ 54° 7
39° 38'
533° SS
40° 13
50° 10°
Wind
N-— W4—3
SW 5 und WNW 4
WNW 4
SSW 2 und still
SW 2 und W2—4
SW 4
SW 4—3
SW 3
SW — SSW 2—3
SW 3—4 und ONO 6
SW — WSW 4—6
SW — W 4—2
Still und NO 2
0DSO — 0zN 3
Oestlich 1—2
0zS 3
IzS bis NO 3—4
NOz0 3—4
NOzO 4—6
O0 — 8S0z0 5
50z0 5 — S/W 3
SSW 4 — WSW 6
SW7—NNWS8S
N 5. ONO5 u. 0SO 6
WSW — SW5
Strömung
S 29°O0 25 Sm
N85°0 44 ,
N35°0 86
N 4°0 78 ,
N12°O 68 ,„
N31°0O 21 ,
N41°0 36 „
N87°0O 23 ,
NS5°0 12,
Keine Beobachtung in 2 Tagen
N 15° W 20 Sm
N47°O 31,
S553°0 28 ,
Keine Beobachtang iu 2 Tagen
N82°0O 31 Sm
N37°0 35 „
N1S°O 122,
Kein Strom
N67°W 34 Sm
N64°W 41 ,
5 88°0 25 „
N45°0 55 ,„
537°O0O 23 ,”
N43°0 39
3 66°0 239
*
®
Ta
$
-
On
29,3
29,2
29,0
28,7
28,4
27,4
26,5
26,7
25,3
25,8
26,4
25,5
25,9
26,2
25,7
25,5
25,38
25,7
25,4
26,0
236
923,1
93 8
Bemerkungen
Starke Dünung aus NU und N.
Dünung abnehmend,
Starker Thau,
Starker Thau.
Gewitter, heftige Regenschauer,
Regenschauer, Blitzen.
Schauerig, Blitzer.
Regenschauer.
Staubregen.
Heftige Regenschauer.
In der Nacht Wind südlich holend.
Mit dem Einsetzen des nördlichen
Windes um Mitternacht fällt die
Wasserwärme von 25,4° auf 22,3 °,
Baldnach dem Umgehen des Windes
von NO nach OSO steigt die
Wasserwärme von 22° auf 24°,
Um Mittag fällt die Temperatur
wieder, und zwar von 23,5° auf
20,3°.
Das Schiff wurde derart vom Strom begünstigt, dafs es den ganzen Weg
durch die Florida-Strafse von den Tortugas am westlichen Eingange bis zu den
Matanilla - Riffen am nördlichen Ausgange in nur zwei Tagen zurücklegte. Der
Wind war freilich günstig und trug auch wohl zur Verstärkung des Stromes bei,
doch hielt die kräftige Strömung, die vom 15. zum 16. August eine Versetzung
in der Richtung des Kurses von 86 Sm hervorbrachte, auch noch an den nächsten
beiden Tagen, als der südwestliche Wind zur ganz leichten Briese abgeflaut war,
last mit derselben Stärke an, so dafs „Susanne“ in den drei Tagen zusammen
eine Förderung ihrer Reise von 232 Sm hatte. Nördlich von 30° N-Br wurde
der Strom geringer, behielt aber im Ganzen eine günstige Richtung und steigerte
sich noch mehrmals wieder auf 30 bis 40 und an einem Tage auf 55 Sm. Das
Ausbleiben des Stromes und das Abschweifen desselben von der östlichen zur
westlichen Richtung, welches sich besonders vom 29. August bis zum 2. Sep-
jember zeigte, ist wohl in erster Linie dem Umstande zuzuschreiben, dafs das
Schiff für diese Zeit zu weit nach Süd kam und die Südostgrenze des Golfstromes
iberschritt. Die östliche Richtung des Windes hatte wohl weniger Einflufs, denn
am 28. und 29. August wurde trotz östlicher Briese eine ziemlich starke nord-
östliche Strömung gefunden und ebenso am 6. September, obgleich an diesem
Tage der Wind aus ONO und OSO eine Stärke von 5 bis 6 hatte. Indessen
;rug das längere Anhalten des östlichen Windes vom 26. August bis zum 2. Sep-
jember doch auch wohl zu dem schliefslichen Entstehen der kräftigen Strömung
ı1ach WNW am 1, und 2. September bei.