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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Von Hamburg nach Tampico, nach Laguna de Terminos und zurück nach Falmouth, 
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die Florida-Strafse nach dem Atlantischen Ozean angetreten hatte, gelangte die 
Bark am Mittag des 24. Februar nach 24° 25’N-Br und 87° 6‘ W-Lg und einen 
Tag später vor den Eingang der Straße nach 23° 48‘ N-Br und 83° 45‘ W-Lg. 
Schon hier fühlte sie den günstigen Einflufßs der Strömung, der in den 24 Stunden 
23 Sm nach S61°O gesetzt hatte. Der Wind war NW 7 bis NNO 6. Weiterhin 
hatten. wir nordöstlichen Wind von Stärke 4 bis 5, der uns zu kreuzen nöthigte, 
doch hatten wir bis zum 26. eine Strömung von 41 Sm nach N87°O, durch 
welche wir am Nachmittag die Höhe von Havana in Sicht der Küste erreichten. 
Um 6 Uhr, als Kap Guanos SSO 12 Sm peilte, wurde nordwärts gewendet In 
der Nacht holte der Wind östlicher und wurde steif; wir steuerten bei dem Winde 
nordwärts weiter, bis wir am Mittag des 27. Februar den Feuerthurm auf American 
Shoal, Florida-Riffe, in NNW 6 Sm entfernt hatten, worauf südwärts gewendet 
wurde. Der Strom hatte uns wieder 43 Sm voraus, nämlich S83°O, gesetzt. 
Am Nachmittag erreichte der Wind aus O die Stärke 8, in der Nacht die Stärke 9. 
Die Segel wurden bis auf die Untermarssegel, die Fock- und die Sturmstagsegel 
geborgen. Trotzdem es hart wehte mit Regenböen und eine hohe, steil auf- 
laufende unregelmäfsige See stand, hatte uns der Strom bis zum nächsten Mittage 
gegen Wind und schwere See 52 Sm nach N 60° W gesetzt. Anstatt, wie zu er- 
warten, südwestlich vertrieben zu sein, fanden wir uns am Mittag des 28. Februar 
südsüdöstlich von American Shoal, unweit des Elbow Key auf 24° 9‘ N-Br und 
80° 44' W-Leg. 
Da das Barometer langsam gefallen war, vermuthete ich, dafs der Wind 
südlicher holen würde, und liefßs deshalb das Schiff auf B. B. - Halsen södwärts 
weiter liegen. Schon am Nachmittag holte denn auch der Wind auf OSO, und 
liefs ich dann das Schiff wieder auf St. B.- Halsen legen. Das Wetter blieb 
stürmisch, und das Schiff arbeitete schwer in der unruhigen See. Abends wurde 
Blitzen im Norden beobachtet, das um so stärker wurde, je mehr wir nach 
Norden segelten und trieben. Um 1 Uhr nachts lief der Wind, der seit 6 Uhr 
abends aus SO mit Stärke 7 geweht hatte, in einer starken Gewitterböe mit 
Regen plötzlich über S nach W, worauf es still wurde. Der Wind kam dann 
zuerst wieder flau aus SSW durch, holte aber bald nach SW und W, frischte 
auf und wurde stetig. Am Mittag des 1. März war der Schiffsort 26° 16‘ N-Br 
und 79° 54' W-Lg. Um 4 Uhr morgens hatten wir das Feuer von Carysfort in 
W!/4S in der Kimm gepeilt. Die Stromversetzung ergab sich für das letzte 
Etmal als die stärkste, die auf unserer Durchfahrt durch die Straße beobachtet 
wurde, nämlich zu N 18°O 78 Sm. Zu ihrer grofsen Stärke hatte jedenfalls der 
begünstigende Einfluß des Windes aus SO und SW beigetragen. Der Wind war 
gegen Mittag des 1. März aus W bis zur Stärke 6 aufgefrischt und wehte aus 
dieser Richtung und mit ziemlich gleicher Stärke bis zum nächsten Morgen, als 
er nach NWzW holte. Die hohe östliche See war ganz verschwunden, wahr- 
scheinlich auch durch den Schutz der Bahama-Bänke. Mit der günstigen Ge- 
legenheit konnte das letzte Ende der Florida-Strafse leicht zurückgelegt werden. 
Um 8 Uhr abends war der nördliche Ausgang der Strafse erreicht, und am 
nächsten Mittag, am 2, März, war die Bark bereits bis 28° 59‘ N-Br und 
78° 36’ W-Lg vorgeschritten. Auch in diesem Etmal hatte wieder ein starker 
günstiger Strom mitgeholfen, den wir zu N 33°0 57 Sm bestimmten. Gleich 
aufserhalb der Florida-Strafse stellte sich viel Sargasso-Kraut ein. 
Berichte aus neuerer Zeit über starke Stromversetzungen in der 
Florida-Strafse und im Golfstrom finden sich auch in dem auf der Rückreise 
von New Orleans nach Bremen an Bord des Vollschiffes „Susanne“, Kapt. 
D. Knippenberg, getührten Journal. Das Schiff erhielt die erste günstige 
Strömung am 13. August 1899 auf 26° 47‘ N-Br und 85° 53‘ W-Lg und behielt 
sie beinahe bis zur Höhe von Kap Hatteras auf 33° 18‘ N-Br und 74° 4‘ W-Lg, 
wo ‚das Schiff am 21. August anlangte. Nachdem es an drei Tagen schwache 
veränderliche Versetzungen hatte, trat es am 24. August auf 35° 41‘ N-Br und 
69° 59‘ W-Lg von Neuem in den günstigen Golfstrom ein, der es nun mit geringer 
Unterbrechung ganz bis zum 7. September nach 40° 13‘ N-Br und 50° 10‘ W-Lg 
begleitete. 
Im Folgenden ist aus dem Journal ein Auszug für Stromversetzung, Wind 
und Wasserwärme während der genannten Zeit gegeben.
	        
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