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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

540 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1900. 
Zeit abermals den Schlufs der Segelschiffahrt brachte. Im Januar und Februar 
war der Verkehr für Segelschiffe nur zeitweise und meist nur in geringerem 
Grade erschwert, am stärksten in den Tagen vom 9. bis 13. Januar und am 
10. Februar, an denen Segelschiffe nur mit Schlepperhülfe verkehren konnten. 
Wismar. Eine am 9. Dezember sich bildende Eisdecke erschwerte vom 
13. an die Segelschiffahrt, so dafs Schlepperhülfe für diese nothwendig und sie 
am 15. überhaupt unmöglich wurde. Die Eisbehinderungen dauerten im Allge- 
meinen dann an bis zur ersten Woche des März, doch hielt sich an einigen 
Tagen, so etwa vom 17. bis 20. Dezember, am 12,, 13. und 22. Januar und in 
der letzten Woche des Februar eine Fahrrinne offen. Sehr erschwert und für 
Segelschiffe ganz geschlossen war der Verkehr auflser am 15. auch vom 27, bis 
29. Dezember, dann vom 15. bis 18., am 20., 30. und 831. Januar, vom !. bis 10. 
und am 16. Februar. 
Warnemünde. Auf der Warnow war durch eine Eisdecke der Schiffs- 
verkehr am 13. Dezember sehr erschwert, für Segelschiffe sogar geschlossen. Die 
Dicke des Eises nahm zu, so dafs vom 24. bis gegen Ende Dezember nur starke 
Dampfer verkehren konnten. In den ersten beiden Wochen des Januar war der 
Verkehr nur wenig behindert, vom 15. bis 24. Januar aber für Segelschiffe ge- 
schlossen. In der letzten Woche des Januar war die Warnow für Segelschiffe 
mit Schlepperhülfe passirbar. Dann war der Verkehr wieder freier, bis am 6. 
die stärkere Eisbildung nur durch starke Dampfer überwunden werden konnte. 
Die folgenden Tage brachten einige Erleichterungen des Verkehrs. Doch 
begann mit dem 13. Februar nochmals ein Zeitraum stärkerer Eisbehinderungen; 
der Verkehr war vom 13, bis 16. Februar für Segelschiffe nur mit Schlepper- 
hülfe, vom 17. bis 23. nur für starke Dampfer möglich, und blieb auch noch 
am 24. und 25. Februar für Segelschiffe geschlossen. 
Stettin. Am 11. Dezember zuerst gemeldetes Treibeis erschwerte am 12. 
die Schiffahrt so, dafs sie für Segelschiffe geschlossen werden mufste. Am 13. 
kam das Eis zum Stehen. Noch konnten am 14. starke Dampfer selbständig 
verkehren, während vom 15. Dezember an Eisbrecherhülfe nöthig wurde. Diese 
Hülfe blieb erforderlich bis zum 19. März, obwohl von Ende Januar an das Eis 
öfter ins Treiben kam. 
Frisches Haff. Während die Zufahrt nach Pillau auch in diesem Winter 
so gut wie keine Erschwerungen durch die Eisverhältnisse erfuhr, bildete sich 
bereits am 9. Dezember auf dem Haff eine KEisdecke, die bis in den April 
hinein den Verkehr nach Elbing und Königsberg aufserordentlich erschwerte 
oder ganz schlofs. Mit Schlepperhülfe war Elbing noch bis zum 20. Dezember 
zugänglich, dam wurde die Schiffahrt auf diesem Theile des Haffs ganz ein- 
gestellt und blieb es bis zum 1. April. Vom 2. April an waren die KEisschwierig- 
keiten daselbst wieder mit Schlepperhülfe zu überwinden, bis nach dem 9. April 
die Schiffahrt dort eine Behinderung nicht mehr erfuhr. Auf der Strecke des 
Haffs nach Königsberg traten bereits am 11. Dezember die Eisbrecher im 
Thätigkeit, doch mufste am 30. Dezember zunächst auch hier die Schiffahrt 
geschlossen werden. Bis zum 2. Februar gelang es nur am 8. und 20. Januar, 
nachdem Kisbrecher eine Fahrrinne gebrochen hatten, starken Dampfern, 
zwischen Pillau und Königsberg zu verkehren. Am 3. Februar war eine neue 
Fahrrinne im Scekanal gebrochen worden und konnte bis zum 10, offengehalten 
werden. Dann mufste die Schiffahrt abermals bis zum 25. Februar geschlossen 
werden. Vom 26. Februar ermöglichten Eisbrecher wieder den Verkehr. Die 
Thätigkeit der Eisbrecher war indefs bis zum 10. April nothwendig, am 6. und 
7. April gelang es diesen sogar nicht, die neugebildete starke Eisdecke zu durch- 
brechen, so dafs an diesem Tage der Schiffahrtsverkehr nach Königsberg noch- 
mals geschlossen war. 
Memel. Die einzelnen Zeiträume, während welcher in diesem Winter die 
Zufahrt nach Memel durch Eis erschwert war, sind von kürzerer Dauer. Be- 
merkenswerth dabei ist, dafs die stärkste Behinderung erst in der Mitte des 
März eintrat. Am 9. Dezember auftretendes Treibeis erschwerte die Segelschiff- 
fahrt bis etwa zum 14.; vom 12. bis 14. bedurften Segelschiffe der Schlepper- 
hülfe. Nach diesem Tage verschwand das Eis, und erst neu sich zeigendes 
Treibeis wurde am 19. den Segelschiffen beschwerlich, so dafs sie vom 20. bis
	        
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