Herrmann, E.:. Die Eisverhältnisse an der deutschen Küste im Winter 1899/1900. 539
Wintertage (höchste Wärme < 0°) im Winter 1899/1900.
1899 Dezember
1900 Januar
Bebruar
März
Kiel
7.
9.—15,,
20.—265.,
27.—28.,
6.— 8,,
12.—15.,
17.,
31.—% 25
81. I—2.,
6.— 8,,
11.,
13.—15.
4
Wustrow
L0.—15.,
20.—24,,
27.
7.— 8. |
13.—16,, |
18.
8.—11,, |
14.—15.,
Swine-
münde
10.—14,,
19.—24,,
97 — 98.
7.— 8.,
12 —19.
6.—11,,
14.—15,,
28.— 4, MI
96 Zi,
Rügen-
walder-
münde
Neufahr- ]
wasser
Königs-
berg
9.—14,,
19.—25,,
27 —98.
9.—14,,
18.—28.
7.—14,,
18. —28.
|
7 —19.
6.—19.
5.—19.
6.—12,, | 8.—10.,
14—16. | 15.—17.
7.—11,,
* 15.—17.
1.— 4, |
6.— 8, |
14.
1.— 3, | 1—4,
7— 8. | 6— 8.
Memel
7.—14,,
18.—29,
3.—19.,
30.
3.
7.—11,,
15.—18,,
28.—7. IM
28. I1—7,
24.,
929,
Die Eisverhältnisse an den einzelnen Küstenorten der Ostsee stellten sich
dann, wie folgt, ein. Eine Aufsummirung der Tage mit Eisbehinderung dürfte
einer gewissen Unsicherheit in der Berichterstattung wegen, wie für die Nord-
see, so auch hier besser unterbleiben.
Hadersleben. Am 13. Dezember begannen die Verkehrsstörungen durch
das Eis, die sich alsbald derartig steigerten, dafs bereits am 15. die Schiffahrt
für Segelschiffe geschlossen war; vom 22. Dezember bis 2. Januar war der
Verkehr nur mit Eisbrecherhülfe und für starke Dampfer möglich. Dann liefsen
die Eisschwierigkeiten nach, vom 3. bis 5. Januar war Hadersleben für Segel-
schiffe mit Schlepperhülfe zugänglich. Neue Eisbildung führte am 6. erhebliche
Erschwerungen für den Schiffsverkehr herbei, so dafs von diesem Tage bis zum
24. Januar nur Dampfer verkehren konnten, Nach diesem Tage wurde der
Verkehr auch für Segelschiffe, jedoch bis zum 28. Januar nur mit Schlepper-
hülfe, möglich. Das vom 6. Februar an sich wieder bildende Neueis erschwerte
die Schiffahrt schon am 9. für Segelschiffe, vom 10. bis 15. war sie nur für
starke Dampfer und mit Eisbrecherhülfe möglich, vom 16. bis 19. Februar aber
ganz geschlossen. Nach diesem Tage begann der Verkehr wieder für starke
Dampfer und mit Eisbrecherhülfe, am 26. Februar auch für Segelschiffe, an-
fänglich nur mit Schlepperhülfe, Noch einmal, am 2. März, schlofs sich der
Verkehr für Segelschiffe und wurde erst nach dem 9. wieder für diese frei.
Mit dem 11. März hatten dann die Eisbehinderungen im Schiffsverkehr mit
Hadersleben ihr Ende erreicht.
Apenrade, Mit dem 14. Dezember trat daselbst leichtes loses Eis auf,
das sich später zu Treibeis und einer Eisdecke verdichtete. Eine Fahrrinne
blieb indels stets offen, so dafs mit Ausnahme einiger weniger Tage der Schiffs-
verkehr nicht allzusehr behindert wurde. Nur ın den Tagen vom 13. bis
16. Januar mufste dieser Verkehr auf starke Dampfer beschränkt werden.
Schleimünde. Auf der Schlei zeigte sich am 12. Dezember loses Eis.
Bereits am 14. Dezember war der Segelschiffsyerkehr nur mit Schlepperhülfe
möglich. Mit Ausnahme weniger Tage hielt sich dieser Zustand bis etwa zum
24. Februar. In der ersten Märzwoche verschwand dann das His.
Kaiser Wilhelm-Kanal. Für Dampfschiffe und eiserne Schiffe überhaupt
blieb der Verkehr stets offen. Für Holzschiffe war derselbe indessen vom 23.
bis gegen Ende Dezember, dann vom 15. bis gegen den 25. Januar und vom
12. bis 21. Februar nicht befahrbar.
Travemünde. Auf der Trave nach Lübeck wurde am 12. Dezember eine
dünne Eisdecke der Segelschiffahrt hinderlich; diese Schwierigkeiten verstärkten
sich, so dafs am 15. und 16. Dezember die Trave für Segelschiffe überhaupt
unbefahrbar wurde. Dann war der Verkehr mit Eisbrecher- und Schlepper-
hülfe auch für Segelschiffe aufrecht zu erhalten, bis der 30. Dezember auf kurze