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Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1900.
Ankerplatz beim „JIltis“-Friedhof, Südost-Vorgebirge
von Schantung.
{Hierzu Tafel 13.)
Die Angaben über das Südost-Vorgebirge von Schantung auf Seite 481
und der Tafel 13 in „Annalen der Hydrographie“ 1899 sind nach den Ver-
messungen 8. M 8. „Iltis“, Kommandant Korv.-Kapt. Lans, im Mai 1900 durch
die folgenden Bemerkungen und die hier beigegebene Tafel 13 zu ergänzen und
zu ersetzen.
I. Segelanweisung für das Ansteuern des Ankerplatzes, Max
steuert mit Kurs NNO auf den Leuchtthurm bis auf etwa 1 Sm Abstand, ändert
dann Kurs Nord, auf diesem Kurse hat man das Joss-Haus recht voraus. Tief-
geheude Schiffe ankern auf etwa 11m Wassertiefe, wenn der Leuchtthurm NO peilt.
Kleinere Schiffe können weiter steuern, bis das Ost-Riff, das sich auch bei Hoch-
wasser immer durch Brandung markirt, passirt ist, und ankern dann in ca, 4 m
Wasser,
II. Die Landung ist bei allen Winden möglich, mit Ausnahme von
sehr starken südlichen und südwestlichen Winden. Bei Südostwinden ist
die Anlegestelle durch die vorliegende Leuchtthurm-Halbinsel und die Riffe ge-
nügend geschützt.
Man landet am besten bei Hochwasser, doch macht das Landen auch bei
Niedrigwasser keine Schwierigkeiten. Schiffsboote können dann allerdings nicht
bis an den Strand. Doch sind immer flachgehende Sampans zum Landen vorhanden.
II. Die Tiefen auf Tafel 13 sind auf Niedrigwasser reducirt. Als Fluth-
höhe sind 3 m angenommen.
Ferner bemerkt ein Bericht des genannten Kommandos vom 2. Mai 1900,
dafs 4 bis 5 Kblg. in nordöstlicher bis östlicher Richtung vom Leuchtthurm ver-
schiedene meist aus dem Wasser ragende Klippen liegen, die in der Tafel 13
der „Ann. d. Hydr.“ 1899 gar nicht eingezeichnet sind.
Die Eisverhältnisse an der deutschen Küste im Winter 1899/1900.
Seit dem Winter 1896/97 werden auf Verfügung des Herrn Staatssekretärs
des Reichs-Marine-Amts täglich Berichte über die Kisverhältnisse an den ver-
schiedenen Plätzen der deutschen Küste veröffentlicht. Wohl finden seit langen
Jahren an den einzelnen deutschen Hafenplätzen von Seiten der Hafenbehörden
auf diese Verhältnisse bezügliche Aufzeichnungen statt; doch erst infolge jenes
Nachrichtendienstes werden die Eisbeobachtungen allgemeiner an der deutschen
Küste und unter einheitlicher Leitung ausgeführt. Dadurch ist es ermöglicht, eine
Gleichmäfsigkeit und Regelmäfsigkeit zu sichern, welche diese Eisbeobachtungen zu
Vergleichen der Eisverhältnisse, sowohl verschiedener Jahre, als auch der ver-
schiedenen Küstentheile und Hafenplätze unter sich, sowie zur Feststellung der
Dauer und Art der Eisbedeckung an der deutschen Küste überhaupt ganz be-
sonders geeignet macht. Durch eine fortlaufende Bearbeitung dieser HKis-
beobachtungen dürfte eine bessere Kenntnifs der physikalischen Verhältnisse
unserer Küsten erzielt werden können, welche bei der grofsen Abhängigkeit des
wirthschaftlichen Lebens der Küstenbevölkerung und des winterlichen Verkehrs
an den Hafenplätzen von den Eisverhältnissen auch von nicht geringer praktischer
Bedeutung sein würde.
Die zur folgenden Darstellung benutzten Eisbeobachtungen sind, wie bereits
erwähnt, zunächst nur für die tägliche telegraphische Berichterstattung über die
zur Zeit bestehenden KEisverhältnisse eingerichtet. Die Bearbeitung wird
vielleicht zur Erwägung führen, ob nicht einige Erweiterungen dieser Beob-
achtungen für eine möglichst nutzbringende Durchführung fortlaufender ein-