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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1900,
Einfuhr: Opium, Baumwollwaaren, Metall, Anilinfarben, Petroleum,
Streichhölzer, Reis u. s. w. im Werthe von 26159870 Haikwan Taels (1898).
Ausfuhr: Rohseide, Seidenwaaren, Feuerwerkskörper, Matten, Borsten,
Kassia, Fächer, Thee u. s. w. im Werthe von 24 167 749 Haikwan Taels (1898).
Regelmäfsige Dampferverbindung besteht nach Hongkong täglich zweimal
und nach Macao täglich einmal mit Ausnahme der Sonntage, nach den Vertrags-
häfen des Westflusses Wutschaufu und Samschui jeden zweiten Tag, nach den
geöffneten Häfen nördlich von Kanton ungefähr jeden vierten Tag. Kanton ist
Station der Kaiserlich chinesischen Telegraphenlinien und hat Anschlufs an die
überseeischen Kabel von Hongkong. Die Wasserverbindung nach dem Innern
wird durch die zahlreichen Arme des Westflufsdeltas hergestellt. Schiffe bis zu
ungefähr 3 m Tiefgang können bis Wutschaufu kommen.
Schiffsausrüstung. Kinheimische nnd japanische Kohlen sind durch-
schnittlich 10000 t in Händen mehrerer Händler vorhanden. Die Uebernahme
erfolgt durch Leichter. Frischer Proviant ist in ausreichender Menge zu haben.
Die Preise waren im Juli 1899 folgende: Reis 8 Mark für 1 chinesischen Zentner
=— 60,4 kg, Rindfleisch 0,21 M., Hammelfleisch 0,42 M., Schweinefleisch 0,42 M.,
Enten 0,31 M. und Hühner 0,63 M. das Pfund == 0,6 kg, Eier 0,20 bis 0,25 M.
das Dutzend. Trinkwasser wird von den Dampfern hier nicht eingenommen;
die in Kanton ansässigen Europäer beziehen ihr Trinkwasser von Hongkong.
Das Flufswasser ist filtrirt zum Waschen und Kochen verwendbar. Sonstige
Schiffsausrüstung mufs ebenfalls von Hongkong bezogen werden.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat liegt auf der
Insel Schamien unmittelbar am Flufßs auf englischem Boden. Das Seezollamt
ist Sitz der Hafen- und Lootsenbehörde und befindet sich in Neu-Kanton am
Fluß. Agent für den Germanischen Lloyd und gleichzeitig für die chinesische
Küstenfahrtgesellschaft und für verschiedene Seeversicherungsgesellschaften ist
die Firma Siemssen & Co., für die Hamburg—Amerika-Linie Carlowitz & Co.,
für den Norddeutschen Lloyd Melchers & Co., für die Rickmers-Linie Arnhold
Karberg & Co., für die Württembergische Transport-Versicherungsgesellschaft
Harling, Buschmann & Menzell, für die Deutsch-Asiatische Bank Carlowitz
& Co. Die Matrosenheuern betrugen 1899 für chinesische Matrosen 16 $ und für
Heizer 18 $ monatlich.
Whammpoa.
Whampoa ist der Hafen von Kanton und kann, wie bereits erwähnt,
durch die Whampoa-Durchfahrt von Schiffen mit 7 m Tiefgang erreicht werden.
Die allgemein gebräuchliche Einfahrt mit 6 bis 9 m Wasser für gröfsre Schiffe
führt zwischen der östlichsten Flat-Insel und der ersten Barre-Insel hindurch.
Etwa !/a Sm weiter oberhalb ist die Erste Barre zwischen den flachen Sand-
bänken, welche sich von der Westseite der Ersten Barre-Insel und von der
Nordseite der östlichsten Flat-Insel erstrecken. Durch die Brunswick-Untiefen,
zwischen denen befahrbare Durchfahrten sind, wird das Fahrwasser an dieser
Stelle noch mehr eingeengt. Die enge Durchfahrt mit 7,3 m Wasser zwischen
diesen Untiefen und dem Nordufer dicht unter letzterem wird gewöhnlich benutzt.
Die Leitmarke: Nordufer-Pagode in Eins mit der stumpfen Huk innerhalb der
Louisa-Insel in NWzW'!/2W führt südlich an den Untiefen vorüber, jedoch über
4,6 m Wasser an der Nordkante der Bank, die vor der östlichsten Flat-Insel
liegt. Oberhalb der Brunswick-Untiefen ist das Fahrwasser bis nach Whampoa,
abgesehen von der Flufssperre in der Cambridge-Strecke, rein und tief. Die
Oeffnung in der Sperre ist an der Nordseite durch ein rothes und an der Süd-
seite durch ein grünes Feuer bezeichnet. Beim Passiren der Oeffnung halte man
sich näher an ihrer Nordseite, da an der Südseite, wo die Pfähle weggerissen
sind, nur 2,1 m Wasser über steinigem Grund ist. Kben unterhalb der Chinesen-
stadt (Bambusstadt) auf der Danes-Insel kreuzt ein Telegraphenkabel den Flufs.
Seine Lage wird durch zwei Baken an jedem. der beiden Flufsufer bezeichnet.
Die dem Flufs zunächst stehenden Baken tragen eine Tafel mit der Aufschrift
„Telegraph Cable“, An die Bambusstadt schliefsen sich die der chinesischen
Regierung gehörigen Werftanlagen an, vor denen der Ankerplatz in 9 bis 11 m
Wasser, Grund weicher Schlick, liegt.