Der Kanton-Flufs,
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gegenüber, zeigt die Wassertiefe auf der Taischek-Sperre und auf der Honan-
Barre und 1,8 m weniger als in der Ostdurchfahrt der Zweiten Barre,
Ungefähr 5!/ Sm oberhalb der Zweiten Barre theilt sich der Flufs in zwei
Hauptarme, die Whampoa- und die Blenheim-Durchfahrt. Die Stellen in der
Blenheim-Durchfahrt, welche der Schiffahrt Schwierigkeiten bereiten, sind die Tai-
schek-Sperre, die Barre bei der Parker-Huk und die Honan-Barre. Die Flufssperren
beginnen bei der Kollinson-Strecke, wo zwei Sperren kurz hinter einander vorhanden
sind. Diese haben zwei Durchfahrten für Schiffe; die nördliche ist für Dampfer,
die südliche für Dschunken bestimmt. Die Durchfahrten sind an ihrer Nordseite
durch ein rothes und an ihrer Südseite durch ein grünes Feuer bezeichnet. An
der Nordwestkante der Junk-Klippe in der Kellet-Strecke liegt eine Leuchttonne
mit grünem Feuer. Die nächste, aus einem hölzernen Pfahlwerk bestehende
Stromsperre ist bei der Hohen Insel (High-Insel). Die Durchfahrt für Schiffe
befindet sich an der Nordseite der Insel. Die Befeuerung ist dieselbe wie bei
der erstgenannten Sperre. Die Comus-Klippe zwischen der Hohen Insel und
dem linken Ufer engt das Fahrwasser sehr ein. Etwas weiter oberhalb wird der
Fluß durch die niedrige flache Insel Tschangschan in zwei Arme getheilt, von
denen jedoch nur der nördliche, der Maitland-Pals, befahrbar ist. Die Wasser-
tiefe nımmt ungefähr in seiner Mitte auf 3 bis 4 m ab, oder auf etwa 6 m bei
Hochwasser. Eben oberhalb der nächsten hügeligen Strecke auf dem Südufer,
zwischen dieser und der Clarke-Huk, ist der Flufs breit und tief und ohne
Hindernisse; er eignet sich hier sehr zum Ankern. Am linken Ufer, !/a Sm
unterhalb der Taischek-Sperre, steht wieder eine Pegelbake, welche den Wasser-
stand auf der Sperre zeigt. Die Taischek-Sperre besteht aus Pfahlwerk, das
mit Steinen ausgefüllt ist und das Einlaufen grofser Schiffe nach Kanton ver-
hindern soll. Die Wassertiefe auf dieser Sperre beträgt in dem an der Nordseite
befindlichen Fahrwasser etwa 5,2 m bei Hochwasser. Drei roth und weifs ge-
streifte hölzerne Baken mit runden. Toppzeichen sind an der Nordseite des
Fahrwassers aufgestellt. Auf den beiden äufsersten brennen nachts rothe Feuer,
Man nähert sich ihnen ungefähr in ihrer Deckpeilung und läfst sie dicht an St, B.
Die Barre bei der Parker-Huk hat zwischen dieser und Taimei nur 2,4 bis 2,7 m
Wasser. Die Südostgrenze der Sandzunge, die sich von Taimei südostwärts
erstreckt, wird durch eine schwarz und weifse Bake mit viereckigem Toppzeichen
yemarkt; nachts brennt ein weißes Laternenfeuer auf ihr, das etwa 1 Sm
sichtbar sein soll. Von hier an führt die Macao-Fort-Strecke in beinahe gerader
Linie bis zum Ankerplatz.‘ Das auf einem Inselchen gelegene Macao-Fort kann
dicht an seiner Ostseite passirt werden. Die beiden Klippen, dem Begräbnils-
platz auf dem linken Ufer gegenüber, werden durch zwei Leuchttonnen mit
rothem und grünem Feuer bezeichnet. Das erstere brennt auf der östlichen,
das letztere auf der westlichen Tonne. Zwischen beiden hindurch führt das
Fahrwasser. Gegenüber dem Vogelnest-Fort (Birds Nest), in der Nähe des
linken Ufers, liegen noch zwei blinde Klippen, die durch eine Leuchttonne mit
rotfhem Feuer bezeichnet sind. — Ueber die Fahrt von Hongkong nach
Kanton siehe Reisebericht S. M. S. „Dtis“, Februar und März 1900, Heft VII
der „Ann. d. Hydr. ete.“
Ankerplatz von Kanton mit meheren Festmachetonnen liegt vor der
Europäer - Niederlassung und hat Wassertiefen von etwa 4,9 bis 6,4 m. Eine
Bank, an deren Nordende die Schamien-Klippe und an deren Südende die
Fati-Klippe liegt, befindet sich im westlichen Theile des Ankerplatzes. Beide
Klippen sind an je einer schwarz und roth gewürfelten Tonne kenntlich, auf
denen nachts rothe Laternenfeuer brennen. Beide Tonnen müssen beim Ein-
laufen auf den Ankerplatz an B.B. gelassen werden. Nach der Hafenordnung
für Kanton wird der Ankerplatz im Westen begrenzt von einer Linie, die vom
Westende der Schamien-Insel nach dem Fati-Flulsarm läuft, im Osten von der
Verbindungslinie zwischen der Exekution-Huk auf der Kanton-Seite und den
Werftanlagen auf Honan, im Süden von einer Linie, die in Westrichtung vom
Vogelnest-Fort nach dem gegenüberliegenden Ufer läuft. Dieser so begrenzte
Ankerplatz wird in sieben Theile getheilt. Der Ankerplatz für Seedampfer
reicht von der oben genannten Westgrenze bis zu einer Linie, die in Nord-
richtung von der Stonewall-Huk an der Südseite des Flusses nach dem gegen-
äberliegenden Ufer läuft. Der nach Osten daran anschliefsende Ankerplatz für