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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Messerschmitt: Ueber die Halophänomene, 
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EHE. Fritz!) führt noch u. A, an, dafs aus den Beobachtungen von T'ycho 
Brahe auf Uraniaburg (Insel Hween) 1583 bis 1596 von Nordlichtern und 
Sonnen- und Mondhöfen (Tyge Brahes „Meteorolog. Dagbog“, Kopenhagen 1876) 
ebenfalls eine gute Uebereinstimmung im Verlaufe beider Phänomene folgt. 
Fritsch?) hat die von 1840 bis 1845 regelmäfsig aufgezeichneten Halo- 
Beobachtungen in. Prag mit den Niederschlägen verglichen, um zu entscheiden, 
ob sie, wie häufig angenommen wird, als Vorboten von Niederschlägen anzusehen 
sind. Er findet, dafs weder die Ringe um Sonne und Mond noch die Licht- 
kränze des Mondes als Anzeichen von Niederschlägen gelten können, wohl aber 
die Nebensonnen. Die Erscheinung des Wasserziehens der Sonne deutet sogar, 
gegen die herrschende Meinung, entschieden auf eine Verminderung der Nieder- 
schläge hin, dagegen der Regenbogen eher auf eine Vermehrung. Bei den 
Nebensonnen zeigt sich, soweit sie als Vorboten von Niederschlägen gelten, 
eine Abhängigkeit von der Jahreszeit, welche mit dem jährlichen Gange der 
Windstärke in Verbindung zu stehen scheint, so dafs die Wahrscheinlichkeit für 
nachfolgende Niederschläge im Herbst, wo die Atmosphäre in der Regel am 
ruhigsten ist, am gröfsten, im Winter hingegen, wo das Gegentheil stattfindet, 
am geringsten ist. . 
Auch A. Cornu®) hat sich mit dem Zusammenhang der‘ Halophänomene 
mit den Witterungserscheinungen befafst und besonders auf deren Bedeutung für 
die Witterungsprognosen hingewiesen, indem er noch gleichzeitige Spektral- 
beobachtungen der atmosphärischen Linien hinzuzieht. Den Zusammenhang mit 
den Cirruswolken behandelt Vincent.*) 
Es würde den Rahmen der vorliegenden Abhandlung überschreiten, hier 
die an und für sich interessanten Beziehungen weiter zu verfolgen. Es genügt, 
darauf hinzuweisen, dafs die mitgetheilten Untersuchungen für die Häufigkeit 
der Sonnen- und Mondringe gewisse Gesetzmäfsigkeiten wahrscheinlich gemacht 
haben, welche einen ähnlichen periodischen (säkularen, jährlichen und täglichen) 
Verlauf zeigen, wie sie in dem Auftreten der Sonnenflecken bezw. der Polar- 
lichter vorkommen. Sonnenflecken, Polarlichter und erdmagnetische Störungen 
stehen aber zu einander in einem nahen, wenn auch noch nicht ganz klar gestellten 
Verhältnifßs. Es geht daraus hervor, dafs eine eingehende Verfolgung dieser 
optischen Erscheinungen zur Aufhellung anderer wichtiger geophysikalischer Vor- 
gänge einen wesentlichen Beitrag liefern können. Besonders ihr Zusammenhang 
mit den Polarlichtern macht sie für das Studium des Erdmagnetismus, welcher ja 
für die Seefahrer die allergröfste Bedeutung hat, wichtig. 
Hinwiederum hat sich ergeben, dafs das auf See sorgfältig gesammelte 
und in den Quadratarbeiten verarbeitete Material der Seewarte und anderer 
ähnlicher Institute auch hier, wie schon für viele andere Untersuchungen, mit 
Vortheil Verwendung finden konnte. Ks liegt hierin für die Seeleute, welche 
trotz der vielen Mühseligkeiten ihres Berufes die meteorologischen Journale auf 
ihren Reisen gewissenhaft und aufopferungsfreudig führen, sowohl eine Befrie- 
digung als auch zugleich ein Ansporn, im Anstellen weiterer Beobachtungen jed- 
welcher Art nicht zu ermüden. 
Notizen. 
Ankerplatz in der Bucht von Callao. Nach einer Bemerkung des 
Kapt. P. D. Vofs von der Bark „Vidette“ sollten Schiffe, welche nach Callao 
kommen und kein Pulver, Dynamit oder sonstigen Sprengstoff als Ladung an 
Bord haben, um Extra-Schlepplohn zu sparen, innerhalb der Linie von dem 
Trockendock nach dem grofsen Kohlenhulk vor Anker gehen. 
1) Fritz, H.: „Das Polarlicht.“ Leipzig 1881. Seite 247. 
2) Fritsch, K.: „Die Lichtmeteore in der Atmosphäre als Vorzeichen von Niederschlägen.“ 
Sitzungsber. der Wiener Akademie m. n. Kl. 9. Bd. 1852. Seite 549. 
3) Cornu, A.: „Sur un arc tangent au halo de 46°, observe le 30 mai 1886.“ Compt. 
rend. 102, 1886. Seite 1210, und „Sur les phenomenes optiques qui ont €te visibles, autour du Soleil, 
le 3 mars 1890.“ Compt. rend. 110. 1890. Seite 497. 
4) Vincent, J.: „Cirro-stratus et alto-stratus.“ Mem. cour. et Mem. des savants Ctrangers. 
I. II. Bruxelles 1891. Nach Met: Zeitschrift. Bd, 9. 1892. Lit. Ber. Seite (33).
	        
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