Hongkong
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Japan; 2. Norddeutscher Lloyd alle 14 Tage zwischen Hongkong, Singapore und
Bangkok und dreimonatlich über Saipan, Ponape, Friedrich-Wilhelmshafen u. s. w.
Queensland und Sydney; 3. Chinesische Küstenfahrtgesellschaft alle 14 Tage
zwischen Kanton, Hongkong und Schanghai; 4. Messageries Maritimes von Mar-
seille .nach Schanghai und Japan alle 14 Tage; 5. P.& O0. Steam Nav. Co. von
Southampton nach Schanghai und. Japan alle 14 Tage; 6. Canadian Pacific
Railway Co’s. Royal Mail Steamship Line alle drei Wochen zwischen Vancouver
und Hongkong über Schanghai und Japan; 7. Pacific Mail Steamship Co. und
Oeccidental & Oriental Steamship Co. zwischen San Francisco und Hongkong
über Japan und meist über Honolulu abwechselnd, so dafs alle 9 bis 10 Tage ein
Dampfer in jeder Richtung fährt; 8. Nippon Yusen Kaischa alle vier Wochen
nach Europa, nach Seattle, nach Bombay, nach Tschifu, Korea, Nagasaki, Wladi-
wostok und alle vier bis fünf Wochen nach Australien; 9. China Navig..Co. und
Eastern Australasian Steamship Co. abwechselnd nach Calcutta, Sydney, Mel-
bourne, Manila, allen Orten der ostasiatischen Küste, Knglisch Nord-Borneo u. s. w.
Zwischen Hongkong und Kanton, sowie zwischen Hongkong und Macao
ist täglich zweimalige Verbindung mit Flufsdampfern,
Telegraphenverbindung besteht nach allen Richtungen.
Seefischerei wird in grofsem Umfange auf Dschunken und Sampans
betrieben.
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen japanischen Ursprungs sind in jeder
beliebigen Menge zu haben. Die deutsche Firma F. Blackhead & Co, ist die
beste Bezugsquelle hierfür. Kleinere Mengen australischer Kohle werden eben-
falls eingeführt, doch ist diese nicht sehr begehrt, da sie zu theuer ist. Die
Kohlen werden gewöhnlich durch Leichter längsseit gebracht und von chine-
sischen Arbeitern mit kleinen Körben ühbergemannt. An den Landungsbrücken
und Kaien nördlich von der Kaulung-Huk können Dampfer von 6 bis 7,3 m
Tiefgang und an der Landungsbrücke bei der Tschinsaltschui-Huk solche bis zu
7,6 m Tiefgang die Kohlen direkt vom Lande einnehmen. Aus Leichtern können
stündlich etwa 70 bis 80 t übergenommen werden. Die Preise betrugen im
August 1900 für japanische Kohlen je nach der Güte 10 bis 14 %, für austra-
lische 14 bis 16 $ und für Cardiffi-Kohlen 40 $; letztere kosteten in 1899 nur
23 $ für die Tonne.
Proviant ist in. jeder Menge durch Vermittelung gröfserer europäischer
Firmen zu haben. Die Chinesen beschäftigen sich vorzugsweise mit Lieferung
von frischem Proviant. Die Preise sind während des Krieges beträchtlich in die
Höhe gegangen und betrugen im August 1900 für Rindfleisch 0,13 $, für Schweine-
fleisch 0,25 $, für Kalbfleisch 0,20 $, für Hammelfleisch 0,30 $, für Fische 0,20
bis 0,25 $, für Brot und Früchte 0,06 $, für Gemüse 0,05 $, für Kartoffeln 0,03 $
für das Pfund, für 100 Eier 1,50 bis 2,00 $. Salzfleisch kostet 36,50 $ für das
Faß von 200 Pfund, Salzspeck 35,00 $, Hartbrot 0,01 $ für das Pfund u. 8. Ww.
Wasserversorgung geschieht durch Wasserboote oder an den Landungs-
brücken der Hongkong und Kowloon Wharf und Godown Co. durch Röhren-
leitung. Filtrirtes Wasser kostet, durch Wasserboote an Bord geliefert 1,00 $
für die Tonne (August 1900). Chinesische Boote liefern unfiltrirtes Wasser, das
aber nur zum Waschen oder als Kesselwasser verwendet wird.
Sonstige Schiffsausrüstung, als Tauwerk, Schmieröl, Anker, Ketten, Boote,
Farben u. s. w., sind stets in jeder Menge vorhanden, Die deutsche Firma Black-
head & Co. ist für den Bezug der meisten dieser Gegenstände zu empfeblen.
Hongkong ist für Ausrüstungsgegenstände der geeignetste Platz in Ostasien.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat befindet sich
Wyndham Street 8, etwa 5 Minuten vom gewöhnlichen Landungsplatz für Boote
(Peddars Wharf) entfernt. Eine deutsche Schiffsmaklerfirma, Lamke & Rogge,
und zwei deutsche Schiffshändler, die Firmen F. Blackhead & Co. und Heuer-
mann, Herbst & Co. sind am Ort. Zahlreiche Assekuranzgesellschaften sowie
Banken sind vertreten; unter letzteren befindet sich auch eine Filiale der Deutsch-
Asiatischen Bank. Die. Geschäftsräume des Hafenmeisters sind in der Praya
West. Merkantile Marine Office ist im Sailors Home, West Point. Kranken-
häuser giebt es verschiedene; das gröfste, das Government Civil Hospital, liegt
in der Mitte von Victoria. Mannschaftsentweichungen von deutschen Schiffen
kamen in 1897 einschl. der chinesischen Schiffsleute 241, im darauf folgenden