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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

520 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1900. 
tiefen betragen auf der Rhede im Durchschnitt 7 bis 18 m, und der aus Schlick 
bestehende Ankergrund hält gut. In der Taifunzeit sind die Ankerplätze im 
nördlichen Theile der Rhede die besten, weil hier die Kaulung-Halbinsel nach NO, 
von wo die gröfste Windstärke zu erwarten ist, Schutz gewährt. Der innere 
Ankerplatz ist auf 11 bis 13 m Wasser der Ordnance-Brücke gegenüber, etwa 
1/2 Sm vom Lande entfernt; hier liegt man aufserhalb des stärksten Gezeiten- 
stromes und ist nach Osten durch die Kellett-Insel und die Osthuk geschützt. 
Die Rhede von Hongkong wird von drei Fahrwassern, dem nördlichen, 
mittleren und südlichen, durchschnitten, in denen kein Schiff ankern darf, Segel- 
schiffe ankern gewöhnlich nördlich vom nördlichen Fahrwasser und können vor 
einem Anker liegen; die Dampfer, die zwischen dem nördlichen und mittleren 
Fahrwasser ankern, müssen mit zwei Ankern vertäuen. Alle gröfseren Dampfer- 
linien haben jedoch ihre eigenen Festmachetonnen, an denen sie vertäuen. Die 
Ankerplätze südlich vom mittleren und südlichen Fahrwasser sind für Dschunken, 
Leichter, Boote u. s. w. bestimmt. Ueber die Lage der Fahrwasser und der Ver- 
täutonnen sowie über die Betonnung der Rhede giebt die engl. Adm.-Karte 
No. 1459, der Hafen von Hongkong, die beste Auskunft. 
Bei Stürmen bietet die Kaulung-Bucht die sichersten Ankerplätze. Auch 
der Ankerplatz zwischen der Stonecutters-Insel und der Kaulung-Halbinsel wird 
dann vielfach aufgesucht. Schiffe mit weniger als 4,3 m Tiefgang können östlich 
von der Insel auf den letzteren Ankerplatz laufen, dürfen sich jedoch der Insel 
nicht zu sehr nähern, da an ihrer Ostküste verschiedene Klippen liegen. Gröfsere 
Schiffe sollten stets vom Westen her auf den Ankerplatz steuern, 
Die Ankerplätze für Kriegsschiffe befinden sich vor dem Ostende der 
Stadt Victoria und vor der Westküste der Kaulung-Halbinsel. 
Petroleumankerplatz ist nördlich und östlich von der Kellett-Insel, während 
die Quarantäneankerplätze und die Ankerplätze für Schiffe mit Explosivstoffen 
bei der Stonecutters-Insel liegen. 
Verbotener Ankerplatz, Die Endpunkte eines Telegraphenkabels, das 
von der Kaulung-Halbinsel nach der Nordhuk von Hongkong sich erstreckt, 
werden durch je zwei weilse Baken bezeichnet, auf denen nachts rothe Feuer 
brennen. Kein Schiff darf in dem Rechteck ankern, das durch diese vier Baken 
oder Feuer gebildet wird. 
Torpedogrund befindet sich an der Südküste der Stonecutters-Insel. Seine 
Südgrenze wird durch zwei roth- und weifsgemalte Tonnen mit Stangentoppzeichen 
gemarkt. Alle Schiffe müssen sich südlich von diesen Tonnen halten. 
Gezeiten, Die Hafenzeit von Hongkong ist etwa 9* 26”, die Fluthhöhe 
beträgt bei Springtide ungefähr 2 m. Die Gezeiten von Hongkong bestehen im 
Allzemeinen aus einem Hoch- und Niedrigwasser, gefolgt von einem zweiten 
Hoch- und Niedrigwasser von bedeutend kleinerem Hub. Der Unterschied zwischen 
dem letzteren Hoch- und Niedrigwasser beträgt zuweilen nur wenige Zoll. Zu 
gewissen Mondvierteln und in Jahren grofser Monddeklination verschwindet die 
Jetztere Tide häufig ganz, so dafs während eines Tages nur ein Hoch- und Niedrig- 
wasser stattfindet. So findet nach den Hongkong Tide Tables im Jahre 1900 
an folgenden Tagen nur ein Hoch- und Niedrigwasser statt: am 27. Januar, am 
24. und 25. Februar, am 10. und 25. März, am 8. April, am 3., 4. und 17. September 
und am 1., 2., 3. und 16. Oktober. (Näheren Aufschluls geben die „Tide Tables 
for Singapore und Hongkong“, Nautical Almanach Office, London.) 
Der Fluthstrom läuft in der Tathong-Durchfahrt nach NNW, der Ebbstrom 
nach SSW mit einer Geschwindigkeit bis zu 1 Sn; im Lyemun-Pafs setzt der 
Fluthstroüm nordwestwärts und der Ebbstrom südostwärts mit einer Geschwindig- 
keit von 2 bis 3 Sm. Auf der Rhede von Hongkong folgen die Gezeitenströme 
im Allgemeinen der Richtung der Küste, Der Fluthstrom setzt, durch den 
Lyemun-Pafs eindringend, zunächst im östlichen Theile der Rhede nach WSW 
und dann, allmählich umbiegend, nach WNW; entsprechend läuft der Ebbstrom 
zunächst im westlichen "Theile der Rhede nach O0SO und im weiteren Verlaufe 
nach ONO. Die Geschwindigkeit ist auf den Ankerplätzen nur gering; ebenso 
tritt die Tide in den verschiedenen Buchten sehr schwach und unregelmäßig auf. 
Der Strom kentert ungefähr zur Zeit des Hoch- und Niedrigwassers, 
Hafenanlagen. Auf der Hongkong - Seite sowohl wie auf der Kaulung- 
Seite sind eine Anzahl von Landungshrücken und Kaie erbaut, an denen Schiffe
	        
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