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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1900. 
zu laufen. Sie müssen dann, sobald sie die Green-Insel passirt haben, in der 
Leitmarke nordwärts steuern: Berg Senhouse auf Lamma westlich frei von der 
Green-Insel in SztU), bis der 221 m hohe Berg Kweiling (Devils Peak) auf dem 
Festlande bei Lyemun in Eins mit der Weißen Huk auf der Stonecutters-Insel in 
0zS ist. Von hier können sie mit etwa SOzO-Kurs im tiefen Wasser und gut 
nördlich frei von der Kellett Bank auf den Ankerplatz steuern. Die westliche 
Einfahrt auf die Rhede von Hongkong ist die von Segelschiffen gewöhnlich be- 
nutzte. Im Nordostmonsun können von Osten kommende Schiffe auch die östliche 
Einfahrt durch den Lyemun-Pafs wählen, doch da das hohe Land meist den Wind 
aus den Segeln nimmt, wird sie selten gebraucht. 
Dampfer können bei Tage auch ohne Gefahr je nach Bedarf die Taitami- 
oder die Lema-Durchfahrt benutzen. 
Der östlichen Einfahrt mufs man sich, von Osten kommend, bei Nacht oder 
unsichtigem Wetter vorsichtig nähern, In die Tathong-Durchfahrt laufe man ein, 
indem man sich nahe an der Tathong-Huk, der Südspitze der Lamtong-Insel, 
hält und sie mit etwa Westnordwest-Kurs in 2 bis 3 Kblg. Abstand passirt. Auf diese 
Weise bleibt man gut frei von den Bokhara-Kippen und der Tathong-Klippe. 
Erstere sind an ihrer flachsten Stelle durch eine schwarz und weils gewürfelte 
Tonne gemarkt. Diesen Kurs behält man bei, bis das Westende von Lamtong 
dwars ist, und steuert dann mit etwa Norduordwest-Kurs weiter, Bei der Annäherung 
an die Küste zu beiden Seiten verfahre man vorsichtig, da die Lothungen bis 
nabe an das Land ziemlich gleichmäfsig bleiben, Der Lyemun-Pafs zwischen 
dem Nordostende von Hongkong und dem Festlande ist bei einer Breite von 
nur 21/4 Kblg. 40 bis 44 m in der Mitte tief. Das Land zu beiden Seiten fällt 
steil ab. Die Penguin-Untiefe mit 9,1 m geringster Wassertiefe etwas nordwestlich 
vom Lyemun-Pals ist ungefährlich. Zu vermeiden ist jedoch eine 2,7 m-Stelle, 
die etwas nördlich von dem gewöhnlichen Fahrwasser liegt; sie peilt von Devils 
Peak W3/4S, 61/2 Kblg. entfernt. Beim Lyemun-Pafs trifft man schon einen Hafen- 
lootsen, der die weitere Führung des Schiffes übernimmt. 
Ueber die Ansteuerung von Hongkong, von Singapore kommend, sagt 
Kapt. G. Pfaff, D. „Niobe“, Folgendes: Im Nordostmonsun von Pulo Aor nach Hong- 
kong aufsteuernd, läfst man Pulo Sapatu gewöhnlich in 40 bis 50 Sm Abstand 
an B.B., um dem in einem verhältnilsmäfsig schmalen Streifen längs der Küste 
von Cochinchina am stärksten laufenden Strom zu entgehen. Ganz zu vermeiden 
ist eine Versetzung nach dem Süden zwar nicht, aber wenn man sich möglichst 
weit von den der Küste vorgelagerten Untiefen hält, so ist der Strom geringer 
und der Umweg ganz unbedeutend. Von der Höhe von Pulo Sapatu setzt man 
den Kurs so, dafs man, zwischen den Paracels und der Macclesfield-Bank hindurch- 
laufend, etwa 30 Sm vom Bombay-Riff entfernt und im tiefen Wasser bleibt. 
Auf der Macclesfield-Bank steht bei steifem Nordostwinde eine schwere See, 
zegen die kaum aufzukommen ist. Hier ist der Gegenstrom kaum merkbar, da 
ar hauptsächlich der Küstenrichtung folgt und in den Tongking-Golf hineindrängt. 
Nach dem Passiren der Paracels steuert man gerade auf die Lema-Inseln vor 
Hongkong zu und sucht durch häufige Beobachtungen die Geschwindigkeit des 
erst nach SW und dann unter der Küste nach WSW setzenden und zunehmenden 
Stromes festzustellen. Bei klarer Luft ist die Einfahrt nach Hongkong zwischen 
den Inseln hindurch, durch das Blinkfeuer auf der Gap-Klippe auch bei Nacht 
yanz ungefährlich. Mit etwa NOzN-Kurs sichtet man bald das Waglan-Feuer 
yoraus und nach dem Passiren von Lingting auch das Feuer auf der Green-Insel. 
Ist man abends bei dickem Regen und steifem NO bis zur Gap-Klippe 
gekommen und muß wegen unsichtiger Luft beidrehen, so dampfe man langsam 
nach Osten. Ich wurde hier nachts in 12 Stunden bis zur St. Johns-Insel, nahezu 
70 Sm, vertrieben. 
Von Hongkong nach Singapore bestimmt, steuert man während des Nord- 
ostmonsuns zwischen den Paracels und Hainan hindurch, wo man, von 2 bis 4 Sm 
Strom begleitet, bis ungefähr zum Kap Padaran laufen kann. Bei Regen und 
ansichtigem Wetter -ist es sicherer, die Triton-Insel (das nach der Karte an der 
Südostseite der Insel befindliche Wrack wurde von Kapt Prehn, D. „Bayern“, 
beim Passiren der Insel Anfang 1898 nicht bemerkt) in etwa 20 Sm Entfernung 
an B. B. lassend, mit südlichem Kurs anf Pulo Sapatu zuzusteuern, da das Kap 
Padaran mit der südlich davon liegenden Holland-Bank dann nicht ungefährlich
	        
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