Messerschmitt: Ueber die Halophänomene,
Es sind danach in Prag beobachtet von 1839 bis 1845:
Vormittag | Mittag
Nachmittag
Sonnenringe . . .
Nebensonnen . . . .,
Tangentiale Lichtstrahlen .
&
189 67
49 | 5 |
26 5
265
126
36
m
Die Beobachtungen auf dem Meere liefern das gleiche Ergebnißs für die
Mondhöfe, wie die folgende Tabelle zeigt. ; ; )
Beobachtete Ringe im Atlantischen Ozean.
Menat
Januar .
Februar. .
März.
April. . +
Mai . . .
Juni...
Juli...
August . .
September .
Oktober. .
November .
Dezember
Anmmen.
Zwischen — 10° S-Br und + 20° N-Br
Sonne | Mond
Vorm., | Nachm. |
Zwischen -+ 20° N-Br und + 50° N-Br
Vorm, | Nachm. ! Vorm. | Nachm. |
Sonne
Mond
Vorm. | Nachm.,
)
[+
6
5
a
)
N
0
45
46
36
17
11
12
BR
)
)
0
7
x
J
1
1
(0
3
6
z
‚2
J
"
8
10
17
2
)
a
J
0
n
17
&
M
38
34
an
18
19
18
10
a
94
| 279
29 | 41 j 851 |
139
Die Sonnenringe sind meist um 12 Uhr mittags notirt und dann zu Vor-
mittag gezählt worden, woher zum Theil das häufigere Vorkommen am Morgen
rührt. Da aber dieses Phänomen so wie so nach den eingangs gemachten Be-
merkungen schwieriger zu beobachten ist, so kann man daraus keine weiteren
Schlüsse ziehen.
Die Mondringe dagegen, welche leichter zu beobachten sind und daher
wohl keine bemerkenswerthen Lücken aufweisen, zeigen in allen Breiten ein
häufigeres Auftreten am Abend (445) als am Morgen (151), auch unter Berück-
sichtigung des Umstandes, dafs auch sie sehr häufig um Mitternacht gesehen
wurden.
Da nun bekanntlich auch die Polarlichter öfter am Nachmittag (vor
Mitternacht) als am Morgen (nach Mitternacht) beobachtet werden, so besteht
zwischen dem täglichen Auftreten der Polarlichter und Halos eine grofse Aehn-
lichkeit, die noch dadurch verstärkt wird, dafs nach den Beobachtungen von
Professor Neumayer in Melbourne ein Maximum der Halos um 8 Uhr abends
vorhanden ist, was ja auch für die Polarlichter gilt.
Man kann sich daber fragen, ob nicht die säkulare elljährige Periode,
welche bei den Polarlichtern, magnetischen Störungen, Sonnenflecken u. 8. W.
auftritt, auch hier angedeutet ist. Es eignen sich hierzu die Sonnenflecken-
Relativzahlen von R. Wolf zum Vergleich am besten. In der folgenden Tabelle
sind sie daher mit den Halo-Beobachtungen von Melbourne, Tokio, dem Atlan-
tischen Ozean, einer kurzen Reihe aus Dresden,!) einer von H. Overhoff in
1) Hahn: „Ueber Nordlichtbeobachtungen in Rücksicht auf das herannahende Maximum
der Erscheinung.“ Vortrag. Schriften der physik,-ökon. Ges. in Königsberg i. Pr., 31. Jahrg.,
L890, Seite 14, woselbst noch eine weitere Reihe aus Augsburg von 1813 bis 1837 von Sonnen-
ung Mondhöfen angeführt ist. welche ebenfalls einen gleichen Verlauf wie die Sonnenflecken zeigen.