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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900.
„Die chemische Analyse ist durch physikalische Methoden, diese sind
durch chemische zu kontroliren in der Weise, dafs von jeder Sammlung von
Wasserproben mindestens drei erwählt und zur Prüfung an die Centrale gesandt
werden, wofür die Centrale ihrerseits Normalproben!) zur Verfügung stellt.“
Wer nach dieser Anweisung die chemische Titrirmethode zur Bestimmung
der Concentration von Meerwasser anwenden will, hat nur nöthig, darauf zu achten,
dafs die Wasserproben authentisch sind, d. h. dafs sie mit einem absolut
dicht schließenden Instrumente von der angegebenen Stelle und Tiefe im Ozean
geholt wurden ohne Einmischung von Wasser aus intermedianen Tiefen, und daf(s
sie in gut verschlossenen Gefäfsen transportirt und aufbewahrt worden sind;
dafs die gewöhnlichen Mefsinstrumente in der gewöhnlichen Weise geprüft
und kalibrirt sind;
dafs die Normalproben unter denselben Umständen titrirt werden als die
übrigen Wasserproben und dafs die Silberlösung keine freie Säure oder gelöstes
und nachher opalisirend ausgeschiedenes Chlorsilber enthält ete.
Wer es vorzieht, die Concentration durch Aräometer u. dgl. zu ermitteln,
muß bei jeder experimentellen Bestimmung Vorsorge treffen, dafs der
Einfßufß der Wärmewirkungen, der Kapillarität u. s. w. ausgeschlossen ist. Wenn
aun Professor Buchanan sein früheres Gewichtsaräometer in ein „Verdrängungs-
pyknometer“ verwandelt und die Kapillaritätsfehler u. A. eliminirt durch ver-
gleichende Bestimmungen an destillirtem Wasser, so ist das eine für hydro-
graphische Zwecke vollkommen legitime physische Methode, vorausgesetzt —
wie Krümme]l richtig anmerkt —, „dafs man volle Gleichheit der Tem-
peratur des Wassers, Aräometers, Mafscylinders und der umgebenden
Luft erreichen kann“.
Dagegen ist der Gebrauch von Aräometern ohne solche Vorsichtsmnafsen
künftighin für exakte hydrographische Bestimmungen nicht in Uebereinstimmung
mit den Anforderungen der neueren Forschung, und jeder Versuch, anstatt der
experimentellen Vorsichtsmafßsen rechnerische Korrektionen einzuführen für die
Temperatur, die Kapillarität, die Ablesefehler, die Volumänderung des Glases
Jurch thermische Nachwirkungen u. s. w., oder das, was ich „die Apologetik“
der Aräometerfreunde benannt, ist als verfehlt zu betrachten, es möge diese
Apologie wirklich existirenden Instrumenten gelten oder als eine Rehabilitation
von schon verschollenen Aräometern — was der gewöhnlichst vorkommende Fall
ist — auftreten.
Zur Berechnung des Höhenunterschiedes bei der Höhenmethode.“
Von W. Reuter, Navigationslehrer in Leer,
Das von Herrn Dr. Fulst in seiner Abhandlung „Zur Höhenberechnung“
(„Ann. d. Hydr. ete.“, 1900, Seite 320) gegebene Verfahren, den Höhenunter-
schied einer beobachteten und der zu berechnenden IIöhe zu bestimmen, kann
dahin abgeändert werden, dafs nicht der Unterschied der Logarithmen der
irigonometrischen Funktionen, sondern der Unterschied der Funktionen selhst
bestimmt wird. Aus diesem Unterschied wird dann mit Hülfe der Minutenunter-
schiede der Logarithmen der trigonometrischen Funktionen bezw. der Funktionen
selbst der Werth von dh berechnet,
Bezeichnet man die Breite mit @, die Abweichung mit d und den Stunden-
winkel mit t, die wahre Höhe mit h, so hat man die Gleichung:
sinh — sing sind -+ cos ws deost >
Hieraus ergiebt sich, wenn cos t = 1 — 2 sin’ t/2 eingesetzt wird:
sinh = cos (# — d) — 2 semt cos @ + cos d
4) „Standard-water.“
2) Diese Abhandlung erscheint als Abkürzung des ursprünglich eingereichten Textes, womit
der Herr Verfasser auf Wunsch der Redaktion in dankenswerther Weise sich zunächst einverstanden
erklürt hat. D. R.