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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorulogie, Oktober 1900,
y) Ausgesetzt von dem Dampfer „Gera“, Kapt. W. Meifsel, auf der
Reise von Aden nach Colombo, durch den IV. Ofßzier Bartling am 7. März 1898
auf 10° 33‘ N-Br und 64° 7’ O-Lg, mit Sand beschwert; gefunden von Paek, einem
Eingeborenen, im Monat Juli 1899 an der Ostküste von Trinkut (Nicobaren),
auf ungefähr 8° 6‘ N-Br und 93° 33‘ O-Lg am Strande liegend. Trift bis im Süden
von Ceylon 0807/80 1040 Sın und weiter bis zum Fundort OzN 760 Sm, zu-
sammen rund 1800 Sm in annähernd 16 Monaten.
Eingesandt vom Commander C, J. Helcher, R, J, M.
z) Ausgesetzt von dem Dampfer „Kambyses“, Kapt. G. Temme, auf der
Reise von Valparaiso nach Salavery, am 11. Juni 1897 auf 26° 12‘ S-Br und
71° 30‘ W-Lg, nicht mit Sand beschwert; gefunden von Dick Chilly am
28. August 1899 auf dem Sandstrande der Insel Balabio, Neu - Caledonien, auf
20° 5 S-Br und 164° 11’ U-Lg; nachdem er drei Tage zuvor dieselbe Stelle auf
dem Sandstrande passirt hatte, olme die Flasche zu entdecken, Trift in 808 Tagen
W'/A4N 6869 Sm.
Eingesandt von dem Hafenmeister in Noumda.
Veber die Salzbestimmung im Meerwasser durch Titrirung.
Von 0. Pettersson.
In der neulich publicirten Abhandlung!) „Neue Beiträge zur Kenntnifs
des Aräometers“ von O0. Krümmel finde ich in einer Fufßsnote zu Seite 26 die
folgende Bemerkung vom Verfasser:
„Pettersson verwundert sich (in »Petermanns Mittheilungen«, 1900,
Seite 4) über die »apologetischen Einleitungen« in den Berichten der Aräometer-
freunde; demgegenüher möchte ich im Interesse einer künftigen gröfseren
Exaktheit der chemischen Titrirmethode die Forderung erheben, einmal auch
etwas über die Korrektionen der zur Titrirung benutzten Pipetten und Büretten
zu erfahren. Einstweilen schwebt über diesen Instrumenten der allgemeine Ver-
dacht, dafs man sich einfach auf die Sorgfalt der Fabrikanten verlassen habe;
vielleicht aber erhält man für die Titrirungen auf diese Weise wenigstens hinter-
her noch ein apologetisches Postskriptum.“
Da ich mich früher hierüber in dieser Zeitschrift geäußert habe, halte ich
es für angemessen, von der Redaktion Platz für die folgende kurze Antwort zu
erbitten, um die Forderung meines gechrten Kollegen zu erfüllen.
Wenn man bei titrimetrischen Bestimmungen der Halogene im Meerwasser
den Anweisungen folgt, welche ich in meiner Abhandlung „Zur Methodik der
hydrographischen Forschung“?) empfohlen, so reducirt sich die Prüfung der
Büretten und Pipetten auf die gewöhnlichen Vorsichtsmafsregeln, welche bei jeder
genauen mafsanalytischen Arbeit eingehalten werden müssen.
Nach dieser Vorschrift soll man 10 ccm der Wasserprobe mittelst einer
Pipette von geringer Weite und mit scharf markirten Strichen abmessen und mit
einer Silbernitratlösung, welche nahezu !/s Normal ist, bei derselben Temperatur
titriren. Das Titer der Silberlösung wird durch Titrirung von 10 ccm eines
Standard-Wassers?) unter denselben Umständen“) ermittelt.
Wenn die Bürette gut kalibrirt°) ist, so dafs gleichwerthige Abtheilungen
des Skalenrohres gleiche Volumina fassen, so sind alle Korrektionen überflüssig,
und die Titrirung mit !/s AgNO,-Lösung giebt mit vollkommener Schärfe den
Gehalt des Wassers an Halogenen bis auf 0,02% %o, weil eine Quantität von
0,03 ccm bei der Ablesung nicht übersehen werden kann.°®)
1) „Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen der Kommission zur Untersuchung der deutschen
Meere, Abtheilung Kiel.“ Neue Folge. Band 5, Heft 2.
% „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie“ 1898, Seite 512,
3) Unter Standard-Wasser verstehe ich Secewasser, dessen Halogengehalt und spceeifisches
Gewicht durch genaue Gewichtsbestimmungen ermittelt worden sind.
4) D. h. es sollen die beiden Wasserproben unter Benutzung derselben Mefsinstrumente und
bei derselben Temperatur titrirt werden.
5) Die Prüfung der Kalibrirung der Büretten und Pipetten ist obligatorisch bei der Mafs-
analyse (siehe Fresenius: Quantitative Analyse) und gehört zu den Elementen der analytischen
Technik,
6) Es gilt dies von der titrimetrischen Bestimmung ozeanischer Wasserproben, welche etwa
19%0 Halogene halten, die von eiwa 28 ccm Ag-Lösung ausgefällt werden. Beim Titriren von
{)stseewasser milst man statt 10 ccm die doppelte oder dreifache Quantität ab,