accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Durchsegelung der Sunda-Strafßse im Mai 1899. 
495 
bis 7 Uhr nachmittags. Im Westmonsun scheint die Hafenzeit des Stromwechsels 
von NO nach SW ebenfalls 1 Uhr nachmittags zu sein, Man hat in dieser 
Jahreszeit bei Neu- und Vollmond von 7"p durch die Nacht und. den Vormittag 
bis 1® p- starken Nordoststrom und von 1"p bis 7'"p schwachen Südweststrom, 
bei den Mondvierteln aber von 1"p bis 7*a Nordost- und von 7a bis 1'p 
Südweststrom zu erwarten. In den Uebergangsmonaten November, März und 
April und überhaupt zu solchen Zeiten, wenn die Windverhältnisse des Monsuns 
nicht stark ausgeprägt sind, scheinen sich die Unterscbiede in der Dauer und 
Stärke der beiden Strömungen mehr auszugleichen, wodurch der Eintritt des 
Südweststromes im Ostmonsun verspätet, im Westmonsun aber verfrüht wird, 
Sowohl im Ost- als im Westmonsun kommt es auch vor, dafs statt des jahres- 
zeitlich- vorherrschenden der entgegengesetzte Strom die längere Dauer und die 
größere Stärke hat. Wie es scheint, sind diese Abweichungen von der Regel 
die Begleiter von Passatstörungen, bei welchen der Wind eine bis zur entgegen- 
gesetzten abweichende Richtung von der normalen hat, 
Die Richtung des Stromes ist im Ganzen NO und SW, im Einzelnen 
jedoch nach der Oertlichkeit verschieden, indem sie sich dem Verlaufe der Küste 
und des Fahrwassers anpafst. So ist sie im nördlichen Eingange unter der 
Sumatra-Küste zwischen Nord-Insel und Strom Rock sowie unter der Java-Küste 
zwischen der Dritten und Vierten Spitze NNO und SSW, zwischen Krakatau- 
und Prinzen - Insel dagegen ONO und WSW und zwischen Sebuko und Hog- 
Spitze 0SO und WNW. Auch der Wind ist auf die Stromrichtung von Einflufs. 
Die gröfste Stärke zeigt der Strom im engen nördlichen Eingange der 
Strafse, wo seine Geschwindigkeit oftmals über 5 Knoten hinausgeht. Auch im 
Grofsen Kanal zwischen Krakatau- und Prinzen - Insel ist eine Geschwindigkeit 
von 3 bis 4 Knoten nicht selten, wennschon dieselbe hier im Mittel wohl nicht 
mehr als 1% bis 2 Kuoten beträgt. KErheblich schwächer ist der Strom, 
wenigstens der nach SW setzende, im Prinzen-Kanal und unter der Java-Küste 
von der Zweiten bis zur Vierten Spitze.“ 
Die Warnung, welche Kapı. Hüneke nach seiner schlimmen Erfahrung 
ausspricht, dafs man sich im Ostmonsun beim Aussegeln aus der Sunda - Strafse 
im Norden derselben zunächst gut östlich halten sollte, verdient gewifs volle 
Beachtung. Er verlangt noch mehr Vorsicht, als Kapt. Reinefarth von der 
„Cuba“ in seiner im Segelhandbuch Seite 580 wiedergegebenen Bemerkung 
empfiehlt, und hat darin wohl Recht. 
Strömungsbeobachtungen. 
a. An der Südküste von Nipon. 
Ueber diese schreibt Kapt.. E. Denker vom Schiffe „Arthur Fitger“: 
„Am 23, Juli 1898, als die für Yokohama bestimmte Ladung gelöscht war, traten 
wir mit 1700 Tonnen Roheisen die Weiterreise nach Kobe an. Die Fahrt war 
äußerst mühselig; sie mufßte gegen südwestliche Winde, welche: nie die Stärke 3 
überschritten, desto mehr von Stille unterbrochen wurden, gemacht werden. Das 
Schlimmste war, daß wir in der Nähe der Küste, innerhalb der Linie Rock- 
[nsel — Oshima, wo wir uns stets hielten, einen so starken Gegenstrom antrafen, 
dafs das in mebreren Tagen Aufgekreuzte bei Windstille oft in wenigen Stunden 
wieder verloren ging. Am schwierigsten war die Umsegelung von Oshima und 
Shiwo Misaki; wir kreuzten dort nicht weniger als sechs Tage, ohne im Geringsten 
vorwärts zu kommen. Der Strom setzte dort fast beständig mit 5 bis 6 Knoten 
Fahrt nach ONO, Endlich gelang es uns, den Kii- Kanal zu erreichen, indem 
ein steifer Südostwind eintrat, der uns in drei Wachen nach Hino Misaki führte. 
Ab dort gebrauchten wir noch zwei Tage, um bei leichten umlaufenden Winden 
i) Die Angaben inı „Segelhandbuch für den Indischen Ozean“ Seite 672 sind nach den 
hier gegebenen Berichten zu ergänzen und zu berichtigen. Desgleichen die Angaben im „Segel- 
handbuch für den Stillen Ozean“ auf Seite 21.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.