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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Nachtrag zu „Die Delagoa-Bucht“. 
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Seemannsheim und Secmannsmission fehlen, dagegen ist ein See- 
mannskrankenhaus vorhanden; dasselbe liegt am südlichen Flußufer. 
Hafenkosten. Die Tonnengelder werden wie in allen chinesischen 
Vertragshäfen erhoben (siehe Seite 425). 
Sonstige Unkosten sind privater Natur, da die Landungsanlagen Privat- 
besitz sind. Man bezahlt für deren Benutzung je nach Uebereinkunft. Für die 
Benutzung der privaten Festmachetonnen werden gewöhnlich 10 bis 15 Mark den 
Tag berechnet. 
Seefischerei wird in ziemlichem Umfange betrieben. Es werden Seeaale, 
Schollen, Rochen, Makrelen, Sardinen, Krebse, Hummer und Garneelen gefangen. 
Der Gesundheitszustand wird im Allgemeinen als gut angesehen, doch 
kommen Pocken im Winter, Cholera im Sommer vor, wenn auch selten epidemisch, 
In den letzten Jahren kehrt auch die Beulenpest regelmäfsig im Frühjahr ‚wieder 
and verschwindet beim Eintritt der großen Hitze. 
Nachtrag zu „Die Delagoa-Bucht‘“. 
Im Anschluß an die im Heft IV dieses Jahrganges der „Annalen der Hydro- 
graphie etec.“, Seite 151, gegebene Beschreibung der Delagoa-Bucht übersendet das 
Kommando S. M. S. „Schwalbe“ unter dem 14, Juni d. J. von Lorenzo Marques 
aus einen Bericht, dem Nachstehendes entnommen wird: 
„Die in der genannten Beschreibung auf Seite. 153 und auf Seite 156 er- 
wähnte rothe spitze Hope Shoal - Tonne an der Südseite des Hope-Fahrwassers 
ist nicht mehr vorhanden. 
Zu Seite 154. Auf der Barre vor der Mündung des Rio do Esprito Santo 
wurde diesmal zwei Stunden nach Hochwasser nur 6 m Wassertiefe gelothet. Es 
erscheint daher rathsam für Schiffe von ctwas gröfserem Tiefgange, die Barre 
nur in der Zeit von einer Stunde vor bis einer Stunde nach. Hochwasser zu passiren. 
Zu Seite 155. Bei dem unter 3 genannten Leuchtfeuer mufß es auf Zeile 11 
von oben W!/sS anstatt W’/S heifsen. (Vgl. auch Lehtf.-Verz. Heft VIT, Seite 4.) 
Die Arbeiten an dem unter 6 aufgeführten Leuchtthurm sind im Gange, 
was beim Einsteuern deutlich gesehen und auch vom Hafenkapitän bestätigt 
wurde, Ueber die voraussichtliche Fertigstellung kann jedoch nichts angegeben 
werden. 
Die als Lootsenstation dienende dreimastige Hulk liegt in der Nähe der 
Cockburn - Tonne vertäut und bleibt daselbst auch bei schlechtem Wetter. Ein 
Lootsendampfer ist nicht vorhanden. (Siehe Schlulsbemerkung Seite 492.- D. R.) 
S. M. S. »Schwalbe« fuhr, von Süden kommend, in folgender Weise in die 
Delagoa-Bucht hinein: 
Nachdem auf Nordnordostkurs der Leuchtthurm von Inyack in 1,5 Sm 
Abstand passirt war, wurde NNW!/AW gesteuert, bis das Schiff in die Linie 
Leuchtthurm und Bake auf Inyack in Eins kam; alsdann wurde in dieser Leit- 
marke weiter gefahren. Die Cockburn- Tonne wurde in etwa 0,4 Sm Abstand 
gerundet und das in ihrer Nähe liegende Lootsenfahrzeug an B.B. gelassen. Es 
wurde hierauf SWzW!/2W gesteuert, bis das Nordende der Elephanten-Insel mit 
dem genannten Leuchtthurm in Eins kam. Nun wurde der Kurs WNW*/W 
direkt auf den Reuben - Leuchtthurm zu genommen. Sobald die Bake auf. der 
Insel Shefina NzW*%/A4W peilt, steuert man in die Linie Reuben - Leuchtthurm in 
Eins mit der schwarz - weißen Bake daselbst. Von hier an sind beide Marken 
erst so deutlich zu sehen, dafs man genau nach ihnen steuern kann. Man fährt 
alsdann auf dieser Leitmarke so lange, bis der Leuchtthurm und die Bake auf 
Catembe in. Eins kommen, worauf man in.dieser Leitmarke weiter fährt. Nach 
dem Passiren der rothen spitzen Tonne vor Reuben - Huk. dreht. man auf die 
Mitte des Fahrwassers. zu und nimmt den Hafenlootsen an Bord, der dem Schiffe 
einen Ankerplatz anweist, 
Zum Schlufs wird noch bemerkt, dafs die an der Nordseite des Hafens 
befindliche Schlickbank sich weiter nach. dem Fahrwasser ausgedehnt hat, als in 
der Karte angegeben ist.“ —
	        
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