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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Swatau. 
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der äußersten Huk des Kaps Gute Hoffnung. Diese Leitmarke führt zwischen 
dem quer vor der Flufsmündung liegenden äufseren Flach und dem sich von 
der Double-Insel ostwärts erstreckenden Steert hindurch bis ins nördliche Fahr- 
wasser, das jedoch wegen der Veränderlichkeit seiner Sände in jüngster Zeit 
wenig benutzt wird. 
Für die Einfahrt in den Flufßs wird jetzt gewöhnlich das südliche Fahr- 
wasser zwischen dem südlichen Ufer und der Zuckerhut- Insel, das Zuckerhut- 
Fahrwasser, benutzt. Um dieses benutzen zu können, ändere man den Kurs auf 
NW!AW, sobald auf der oben genannten Leitmarke die dicht am Lande liegende 
7,6 m hohe Peaked - Klippe in NWzW!/AW-Peilung kommt. Der NW!4AW- Kurs 
führt dann weiter in der Mitte des Zuckerhut-Fahrwassers entlang. Sobald das 
Nordostende der Double-Insel 0zS peilt, kann man mit westlichem Kurse weiter 
und ganz bis nach dem Ankerplatze vor Swatau steuern. 
Man kann auch, nachdem man das Kap Gute Hoffnung umsteuert hat, auf 
der nachstehenden Leitmarke direkt einsteuern: Die auf dem gelben Gebäude 
des Kommissionars stehende Flaggenstange auf der Double-Insel in etwa NW */N- 
Peilung in Eins mit der Südwestseite der Zuckerhut-Insel. Nachdem man damit 
nördlich von der Peaked - Klippe angelangt ist, biege man allmählich westlicher 
und steuere durch die Mitte des Zueckerhut-Fahrwassers wie oben angegeben, 
Es sei besonders bemerkt, dafs auf dem Flusse viele Fischerbuhnen stehen, 
die stellenweise von beiden Ufern weit ins Fahrwasser hinausgebaut und daher 
sorgfältig zu vermeiden sind. Auch Fischerpfähle, die zum Halten von Netzen 
dienen, stehen zum Theil im Fahrwasser selbst und sind zu meiden. 
Die Gezeiten und Gezeitenströme sind recht unregelmäfsig und sehr vom 
Winde abhängig. Die Hafenzeit ist bei der Double - Insel ungefähr 3, doch 
wurde sie von S. M. S. „Elisabeth“ um 1* 30° gefunden. Die Fluthhöhe be- 
trägt bei Springtide 1,8 bis 2,7 m, doch ist es festgestellt, dafs im Südwestmonsun 
während einer Reihe von Tagen, ganz unabhängig von dem Mondesalter, die 
Fluthgröfse nur '/3 bis 1m beträgt. Das Wasser fällt indessen bei Niedrig- 
wasser nur nach ein- bis zweitägiger Windstille bis auf den Nullpunkt der See- 
karten, so dafs der Wasserstand in der Regel größer ist, als die Karten angeben. 
Die Gezeitenströme dauern während des Nordostmonsuns gleich lange, 
doch ist der Ebbstrom, der mit 3 bis 4 Sm Geschwindigkeit läuft, stärker als 
der Fluthstrom. 
Bei Swatau ist die Hafenzeit etwa 3"; die Fluthhöhe beträgt daselbst 
bei Springtide 2,7 m. 
Der Ankerplatz für fremde Schiffe ist zwischen der Tatau-Huk und der 
Kakcbio - Huk. Bevor ein Schiff den Ankerplatz erreicht, kommt ein Hafen- 
beamter ‚an Bord und weist dem Schiffe den Anker- oder Liegeplatz an, den man 
nicht ohne Erlaubnifs des Hafenmeisters wieder verlassen oder wechseln darf. 
Kriegsschiffe ankern gewöhnlich an der Südseite des Flusses, recht vor 
der Fremdenniederlassung, 
Man meide die an der Südseite des Flusses liegenden, theils über Wasser 
befindlichen, theils blinden Klippen bei der Kakchio-Huk. 
Schiffe, die eine gewisse Menge von Pulver oder anderen Sprengstoffen 
an Bord haben, müssen 1 Sm unterhalb der Hafengrenze ankern und am Tage 
im Vortopp die Flagge B des internationalen Signalsystems zeigen. 
Landungsanlagen, Es sind Kaianlagen ohne Krähne und Landungs- 
brücken vorhanden, an denen bei Niedrigwasser 5 bis 7 m Wasser steht. Die- 
selben sind jedoch Privateigenthum einiger Rhedereien und dürfen nur von ihren 
oder den von ihnen gemietheten Schiffen benutzt werden. Dasselbe gilt von den 
im Hafen liegenden Festmachetonnen. 
Ein Boothafen ist von der Seezollverwaltung angelegt worden, in dem 
Leichter und andere kleine Fahrzeuge bei schlechtem Wetter Schutz finden. 
Taifune. Beim Herannahen eines Taifuns sind die Ankerplätze im Hafen 
zu verlassen. Man muß dann schleunigst entweder weiter flufsaufwärts steuern, 
bis etwa nördlich von der Flower-Insel, oder auch den Taifunplatz auf der Clipper- 
Rhede in der Namoa-Strafse aufsuchen, welches Dampfern bei rechtzeitigem Auf- 
passen in der Regel möglich ist. 
Sturmsignale werden vom Hafenmeisteramte gezeigt.
	        
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