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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900. 
A. Ein weißfses festes Feuer mit rothem Blink alle 30 Sekunden, 
das 8 Sm Sichtweite hat, brennt in 61,0 m Ilöbe über Wasser an der Ostseite 
des höchsten Gipfels der Zuckerhut-Insel auf einem runden eisernen T’hurme von 
5,6 m Höhe. 
Nebelsignale werden bei den Leuchtthürmen durch Kaunonenschüsse ge- 
yeben, sobald dort Nebelsignale von Schiffen gehört werden. Auf Breaker- 
Huk besteht das Signal aus zwei Schüssen mit 10 Sekunden Zwischenpause; 
nöthigenfalls wird dasselbe alle 10 Minuten wiederholt. Auf der LamocK- 
{nsel besteht es aus drei Schüssen mit 2 Minuten Zwischenpause, nöthigenfalls 
alle 12 Minuten wiederholt. Auf dem Kap Gute Hoffnung besteht es aus 
zwei Schüssen mit 1 Minute Zwischenpause und wird nöthigenfalls alle 
15 Minuten wiederholt. 
Lootsen. Die Lootsenstation ist auf der Double-Insel. Die dem Chef der 
Zollverwaltung direkt unterstellten Lootsen sind Europäer, die in ihren offenen 
Fahrzeugen den ansteuernden Schiffen bis nach Green - Eiland in der Nähe des 
Kaps Gute Hoffnung entgegenkommen. Die Lootsenfahrzeuge führen ihre Nummer 
and die Worte „Licensed Pilot“ am Heck und im Segel, sowie eine gelb und 
yrün wagerecht getheilte Flagge. Das Lootsengeld beträgt 3 $ für jeden englischen 
Fuß des Schiffstiefganges. Lootsenzwang besteht nicht, doch ist es nicht rathsam, 
mit einem tiefgehenden Schiffe ohne Lootsen die Barre passiren zu wollen. 
Die Ansteuerung bietet bei sichtiger Witterung weder am Tage noch 
bei Nacht besondere Schwierigkeiten, wenn man die oben genannten Landmarken 
erücksichtigt. Man bedenke, dafs die Times - Klippe der Lamock - Gruppe sehr 
gefährlich ist, da auf ihr nur 2,7 m Wasser steht. Von ihr peilt die Nord- 
Lamock - Klippe SWS, 1'/4 Sn entfernt. Wenn man die Hoch - Lamock - Insel 
5stlich oder westlich frei von der Ost-Lamock Insel hält, passirt man entsprechend 
östlich oder westlich von der Times-Klippe. Die Gezeitenströme wurden in der 
Nähe dieser Inselgruppe mit 1 bis 1'/ Sm Geschwindigkeit laufend gefunden, 
worauf man Rücksicht zu nehmen hat, besonders wenn man innerhalb der Gruppe, 
4. h. zwischen ihr und der Insel Namoa, passirt. 
In dieser Durchfahrt liegen aufser den unter Landmarken bereits genannten 
Lamon-Klippen noch mehrere blinde Klippen sowie ein Riff, die recht ge- 
fährlich sind. Von der Yeng-Klippe, die bei Niedrigwasser gerade sichtbar wird, 
peilt die Dome-Insel etwa WSW*/4W, 3,7 Sm entfernt, und von der Sinta-Klippe, 
auf der 0,6 m Wasser steht, peilt sie etwa NW%W, 5 Sm entfernt. Das bei 
halber Tide trockenfallende Riff liegt nördlich von der Dome-Insel zwischen NzO 
und NNO davon etwa 1 Sm entfernt. 
Auch südlich von der Lamon- Gruppe ist noch eine blinde Klippe zu 
meiden sowie südlich von der Insel Namoa eine ganze Anzahl derselben. Letztere 
liegen allerdings nördlich vom direkten Wege, wenn man südlich von der Lamon- 
Gruppe passirt und direkt auf die Flufsmündung zusteuert. Auf dem weiteren 
Wege passire man südlich von der 2 m hohen Dove-Klippe, die durch eine roth 
and schwarz karrirte spitze Heultonne bezeichnet wird. Man bringe zu diesem 
Zwecke das Ostende von Fort-Eiland nicht in östlichere als Nordpeilung, bevor 
das Ostende von Green - Eiland in etwa SW!/S-Peilung mit dem Nordende des 
hohen Kapgipfels in Berührung kommt. 
Als Leitmarke führt das Nordende der Fisherman - Insel, wenn in etwa 
WNW!4W- Peilung gerade frei von der Zuckerhut- Insel gehalten, südlich von 
der Klippe entlang. Der nördliche Gipfel der Kakchio- Huk führt, wenn in 
W#/sN-Peilung in Berührung mit dem Südende der Double-Insel gehalten, nördlich 
von der Dove-Klippe entlang, und ferner die Brig-Insel, wenn in NNO*/40-Peilung 
um ihre eigene Breite östlich frei von Fort-Eiland gehalten, in NW daran vorbei. 
Von Süden kommend, findet man die Küste rein und kann das Kap Gute 
Hoffnung in etwa !/s Sm Abstand passiren. Vor dieser Huk steht gewöhnlich 
Stromkabbelung. Man steuere dann nördlich, etwa auf den Pagoda-Hügel zu, an 
Green - Eiland vorbei, bis die Squat - Klippe und Bill -Eiland in Sicht und etwa 
dwars sind. Hier trifft man gewöhnlich Lootsen an oder kann auderenfalls auch 
ankern, wenn die Witterung es gestattet. 
Einsteuerung. Um auf dem tiefsten Wasser über die Barre zu gelangen, 
bringe man, nachdem man etwa !/» Sm nordnordöstlich von Bill-Eiland angekommen 
ist. das Ostende dieses Inselchens in etwa Südsüdost - Heckpeilung in Eins mit
	        
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