Amoy
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die genannte Klippe O und die Thumb-Klippe NWzN peilt. Man vermeide hier-
bei jedoch sorgfältig die Imperieuse-Klippe. .
Die Südwestseite des äufseren Hafens zwischen der Insel Tsingseu und
der Taipan-Huk ist flach. Mehrere Riffe und Klippen liegen hier. Man ver-
meidet dieselben, wenn man die auf der Insel Kiseu stehende Pagode in etwa
NWzZW !/W-Peilung frei von der Taipan-Huk hält,
Die Nordostseite des Hafens wird von flachen Bänken eingefafst, die
man vermeidet, wenn man das Ostende der Insel Seaotan nicht in südlichere als
S0zO-Peilung bringt.
Die Imperieuse - Klippe liegt WNW, 4’'/4 Kblg.. von der Klippe Corn-
wallisstone entfernt. Ihre flache Kuppe hat fast 2 m Durchmesser und liegt
6,4 m unter dem Niedrigwasserspiegel. Nördlich und nordöstlich davon steht in
12 m Entfernung 10m Wasser,
£in Telegraphenkabel verläuft von der Südküste der‘ Insel Kulangsea
zunächst in südsüdöstlicher und weiter in südöstlicher Richtung. Die erste
Richtung wird durch ein Bakenpaar bezeichnet, das am Strande der Insel, west-
lich von dem Telegraphengebäude, steht.
Die Gezeitenströme setzen mit grofser Geschwindigkeit. Der Ebbstrom
setzt während der ersten drei Stunden am stärksten durch den engen östlichen
Arm des inneren Hafens und dann durch den äufseren Hafen in südöstlicher
Richtung. Später läuft die stärkste Strömung in dem breiten Arm südlich von
Kulangseu; dadurch wird die Richtung allgemein östlicher, und der Strom setzt
im äufseren Hafen in schräger Richtung auf dessen Nordostseite zu.
: Beim Auskreuzen stehe man nicht zu nahe an die Inseln Tschiseu und
Tsingseun hinan wegen der in deren Nähe laufenden starken Neerströme und
Stromkabbelungen.
Der innere Hafen umfaflst das Gebiet an beiden Seiten von der Insel
Kulangseu und oberhalb derselben bis zur Insel Hausen oder Monkey Island.
Die Grundformation des Hafens ist unregelmäßig. Sie erscheint so ver-
schieden wie die Formation der Insel Kulangseu selbst. Die Einwohner glauben,
dafs die Klippen pilzartige Form haben, so dafs Anker und Ketten, wenn letztere
um die Klippen geschlungen sind, regelmäfsig verloren gehen.
Der östliche Arm, zwischen den Inseln Kulangseu und Amoy, ist
schmal, und in ihm liegen sehr viele Klippen, theils über, theils unter Wasser,
Die vor den Ufern liegenden Klippen sind meistens bebakt, die in der Mitte
liegenden betonnt. Infolge dieser vielen Klippen ist der Raum für die Schiff-
lahrt verhältnifsmäfsig sehr beschränkt, und Fremde sollten dies Fahrwasser nie
ohne Lootsen befahren. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dafs hier noch weitere
olinde Klippen vorhanden sind. Die meisten derselben wurden erst dadurch be-
kannt, daß Schiffe hier auf Grund geriethen. wonach die Klippen dann benannt
wurden.
Vertäutonnen liegen im nördlichen Theile dieses Armes für die in regel-
mäfsiger Küstenfahrt befindlichen Dampfer, und vor dem östlichen Ufer für die
chinesischen Kanonenboote. Die englischen Kriegsschiffe vertäuen in der Regel
unter Kulangseu zwischen der Thumb-Klippe und Built Pile, während die deutschen
Kanonenboote gewöhnlich südlich von Kulangseu auf der Rhede ankern.
Der westliche Arm bietet gute und sichere Ankerplätze westlich von
Kulangseu auf 13 bis 31m Wasser.
Der innerste Theil zwischen dem Dock-Inselchen und der Insel Hauseu
bietet die besten Ankerplätze.
Hafenanlagen mit Kaien, Krähnen und dergleichen giebt es nicht.
Einsteuerung. Von der Einfahrt zum äufseren Hafen bietet die Weiter-
fahrt keine Schwierigkeit. Den inneren Hafen sollte man jedoch nie ohne
Lootsen befahren. Gewöhnlich benutzt man dazu das östliche Fahrwasser, doch
ist es zu empfehlen, dies nur während des Ebbstromes zu thun. Man halte sich
bei und oberhalb der Klippe Cornwallisstone möglichst nahe am östlichen Ufer;
so dafs die Imperieuse-Klippe und die Tonnen der Coker-, Kaiser- und Brown-
Klippen an B, B.-Seite bleiben. Hält man darauf die South Chalk-Insel in etwa
NW3/AN-Peilung gerade frei von der Insel Hausen, so läuft man nordöstlich von
allen an der Nordwestseite des Fahrwassers liegenden Untiefen entlang, zu denen
die Iltis-, Devonhurst-, Alibi- und Isere-Klippen gehören.