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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900, 
zeuge die Worte „Licensed Pilot“. Nach dem inneren Hafen werden die 
Schiffe von europäischen Lootsen gelootst. Lootsenzwang besteht nicht. 
Schleppdampfer sind vorhanden und im Besitze von Schiffshändlerfirmen. 
Ansteuerung, Wenn man Amoy vom NO her ansteuert, so passire man 
die Dodd-Insel in mindestens 1!4 Sm Abstand, um eine flache Stelle zu ver- 
meiden, auf der nur 4m Wasser steht und die See gelegentlich brandet. Diese 
Stelle liegt 1'/a Sm von der Dodd-Insel entfernt. Liaulu Head sollte man in 
mindestens 1 Sm Abstand oder auf mindestens 11 m Wassertiefe passiren. Um 
auf dein weiteren Wege den vom Südwestende der Insel Grofs-Quemoy aus- 
laufenden Quemoy-Steert zu klaren, bringe man vorher Nantai Wuschan-Pagode 
in W!'4S-Peilung, welche als Leitmarke davon frei führt. Die auch als Leit- 
marke für diesen Zweck dienende, im Hafen liegende Insel Kiseu ist vorher selten 
zu sehen, doch ist sie bei sehr sichtiger Luft gut auszumachen. Ihr Nordende, 
in etwa WNW!/4AW-Peilung südlich frei von der Insel Taitan gehalten, führt 
ebenfalls südlich von dem genannten Steerte entlang. Dann steuere man weiter 
so, dafs man etwa in der Mitte zwischen den Inseln Tsingseu und Tschiseu passirt. 
Vom SW kommend, halte man sich in 10 bis 12 Sm Abstand von der 
Küste, um die vor ihr liegenden Untiefen, besonders die South Merope- Untiefe, 
zu vermeiden. Man steuere dann auf die Chapel-Insel zu, die man an beiden 
Seiten passiren kann, doch sind zwischen ihr und der Küste neuerdings noch 
Untiefen gefunden worden, so dafs es besser ist, sich hier der Küste noch nicht 
zu sehr zu nähern. Wenn man klar von der Chapel-Insel ist, kanı man mit 
etwa NzW!/2W-Kurs auf die Hafeneinfahrt zusteuern. Man achte dann darauf, 
dafs man, bevor man dwars von der Insel Wuseu ist, die Taipan-Huk in etwa 
NW?%4W-Peilung nördlich frei von der Insel Tsingseu peilt, um eine blinde 
Klippe zu vermeiden, auf der 2,5 m Wasser steht. Dieselbe liegt 0S0*%40, 
41/2 Kblg. von den Tschauchat-Klippen entfernt. Letztere Gruppe besteht aus 
drei flachen Klippen, die bei Hochwasser gerade überfluthet werden. Sie liegen 
in der Richtungslinie: Nantai Wuschan - Pagode in Eins mit den drei Schorn- 
steinen auf der Insel Wuseu. Bei Hochwasser und ruhiger See ist ihre Lage 
nicht zu erkennen, doch führt die für die blinde Klippe gegebene Leitmarke 
auch nordöstlich von dieser Gruppe frei. Die *,2 Sm weite Durchfahrt zwischen 
dieser Gruppe und der Insel Wuseu sollte man wegen der in ihr laufenden 
heftigen Stromkabbelungen nicht benutzen, sondern sich stets au[serhalb aller 
Untiefen halten. 
Bei der Weiterfahrt steuere man auf die Mitte der Durchfahrt zwischen 
den Inseln Tsingseu und Tschisen zu und achte vor allen Dingen auf die 
Strömungen, die hier mit grofser Geschwindigkeit laufen, wodurch Segelschiffe 
oft gezwungen werden, zu ankern. 
Die Einfahrt zum Hafen von Amoy führt zwischen den Inseln Tschiseu 
im NO und Tsingseu im NW hindurch. , 
An der Nordostseite der Einfahrt werden die Inseln Tschiseu, Taosao 
und Hwangkwa durch felsige Riffe verbunden, die sich auch von der mittleren 
Insel 4 Kblg. weit in nordwestlicher und von der östlichen Insel einige Kabel- 
längen weit in südöstlicher Richtung erstrecken. Einzelne Klippen liegen auf 
diesen Riffen sowie auch in '/» Kblg. Entfernung südlich und östlich von Tschiseu, 
An der Südwestseite des Fahrwassers sind besonders die fast in der Mitte 
zwischen den Inseln Wuseu und Tsingseu liegenden Techintseao-Klippen zu 
meiden. Die östliche derselben ist 185m hoch, doch wird sie allseitig von 
niedrigen Riffen umsäumt; die westliche wird bei Hochwasser ganz überfluthet. 
Nordwestlich von der Linie Wuseu—"Fsingseu liegen viele Inseln, Riffe und 
blinde Klippen. und es ist diese Gegend daher unbedingt zu meiden. 
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Der äufsere Hafen bildet eine grofse Rhede, die sich von der oben ge- 
nannten Einfahrt bis fast nach der Insel Kiseu ausdehnt. Man findet überall 
yzuten Ankergrund in 12 bis 30 ın Wassertiefe, und wenn man gutes Anker- 
yeschirr hat, wird man überall Stürme abreiten können, Die besten und am 
meisten benutzten Ankerplätze befinden sich jedoch südlich von der Insel 
Kulangseu, möglichst westlich von dem die Insel Kulangseu verlassenden Tele- 
yraphenkabel, wie auch in der Einfahrt zum inneren Hafen westlich von der 
Klippe Cornwallisstone, wo man 11 m Wasser über Schlickgrund findet, wenn
	        
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