Amoy
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Hafen von Amoy bildet, besteht aus einer in nordwestlicher Richtung verlaufenden
Hügelkette von 60 bis 70m Höhe. Die kleine gleichnamige Insel erreicht in
ihrer östlichen Hälfte Höhen bis zu 110 m.!)
Von der in der Einfahrt liegenden mittleren Inselgruppe ist die Insel
Taitan die östlichste und höchste. Sie erreicht in ihrer östlichen Hälfte 90 m
Höhe und trägt dort eine weiße, 3m hohe Hütte, die als Leuchtthurm dient.
Ihr gipfelförmiger westlicher Theil wird mit dem östlichen Theile durch einen
niedrigen Sandrücken verbunden. Die grofse mittlere Insel Seautau ist 60 m, die
kleine westlichste Insel, Tschiseu genannt, 18 m hoch. Von der an der Südwest-
seite der Einfahrt liegenden Gruppe von Inseln kommen als Landmarken vor-
nehmlich in Betracht die 90 m hohe äußerste Insel Wuseu, und die 75m hohe
kleine Insel Tsingseu, die der Insel Tschiseu gegenüber liegt. Auf der Platte
dieser tafelförmigen Insel sind Befestigungen angelegt, und an ihrem Nordabhange
steht ein roth und weils senkrecht gestreifter achteckiger Leuchtthurm von
10m Höhe. Sn
Südlich von der Hafeneinfahrt bildet die kleine, etwa 55m hohe Chapel-
Insel, die etwa 8 Sm südöstlich von der Tschinha-Huk liegt, eine vorzügliche
Landmarke. Der auf ihr stehende runde Leuchtthurm von 19 m Höhe ist schwarz,
während die Wärterwohnung und die Umfassungsmauern weils sind.
An der Südwestseite der Einfahrt bildet die dicht an ihr in 524 m Höhe
auf einem Berggipfel stehende Nantai Wuschan-Pagode die beste Landmarke, da
ähnliche Berge hier nicht vorhanden sind. An der Küste sind zu erwähnen die
etwa 3 Sm südwestlich von der Einfahrt liegende Huk Table Head, auf der drei
Schornsteine stehen, und die 8 Sm südwestlich davon liegende House Hill-Huk,
hinter der zwei auffällige, 90 bis 120m hohe Dünen emporragen. Bemerkens-
werth ist ferner die vor dieser Küstenstrecke liegende 50 m hohe Lamtia-Insel
sowie auch die 90m hohe Notch-Iunsel. |
Leuchtfeuer, 1. Ein weifses und rothes unterbrochenes Feuer
von 18 Sm Sichtweite, das alle 30 Sekunden 4 Sekunden lang verdunkelt wird
und 26 Sekunden lang‘ sichtbar ist, brennt auf der Dodd-Insel in 44,8 m Höhe
über Wasser auf einem runden weißen Thurme von 24,1m Höhe. Es erscheint
roth in den Peilungen von SSW*/4W bis SW1!/@W und von N0z0!/20 bis ONO°/0,
im Uebrigen weifs.
2, Ein weifses festes Feuer mit Blinken, das alle 30 Sekunden
einen Blink zeigt und 22 Sm weit sichtbar ist, brennt auf der Chapel-Insel in
69,2 m Höhe über Wasser auf einem schwarzen runden Thurme von 19,2 m Höhe.
3. Ein weifses unterbrochenes Feuer von 10 Sm Sichtweite, das
alle 20 Sekunden zweimal 2 Sekunden lang verdunkelt wird, so dafs es in dieser
Periode einmal 14 Sekunden lang und einmal 2 Sekunden lang sichtbar ist,
breunt auf der Insel Taitan in 91,4m Höhe über Wasser auf einer weißen, 3m
hohen Hütte. .
4. Ein rothes und weifses festes Feuer, das rothe von 8 Sm, das
weifse von 15 Sm Sichtweite, brennt auf der Insel Tsingseu in 39,6 m Höhe
über Wasser auf einem 10,1 m hohen, roth und weiß senkrecht gestreiften, acht-
eckigen Thurme. Es erscheint weils im Fahrwasser in den Peilungen von SO*/20
durch S und W bis NWzW, roth über den Untiefen südwestlich davon, und
zwar erstens in dem Sektor zwischen den Peilungen 0!/%S und SO!/0, zweitens
in den Peilungen von NWzW bis N'/40O.
Nebelsignale werden durch Kanonenschüsse gegeben, sobald von den
Leuchtthurmwärtern Nebelsignale von Schiffen gehört werden, Auf der Dodd-
Insel besteht dies Signal aus zwei Schüssen mit Zwischenpause von 30 Sekunden;
dasselbe wird nöthigenfalls alle 15 Minuten wiederholt, Auf der Chapel-Insel
besteht es aus zwei Schüssen mit 3 Minuten Zwischenpause und wird nöthigen-
falls alle 10 Minuten wiederholt. Auf Tsingseu besteht es aus einem Schusse,
der nöthigenfalls alle 4 Minuten wiederholt wird. Auf Taitan wird kein Signal
zegeben.
Lootsen. Innerhalb der Chapel-Insel findet man gewöhnlich chinesische
Lootsen, die berechtigt sind, Schiffe bis zur Grenze des inneren Hafens von Amoy
zu bringen. Sie führen auf ihren Booten eine Flagge und am Bug ihrer Fahr-
4) Deutsche Adm.-Karte No, 85, Hafen von Quemoy,.
Ann, d, Hydr. ete., 1900, Heft X.