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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900. 
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen (gröfstentheils japanischen Ursprunges) 
sind nur zeitweilig vorbanden, Das Kohlenlager der Regierung befindet sich in 
der Werft. Frischer Proviant ist in jeder Menge, Dauerproviant ebenfalls zu 
haben, Trinkwasser wird durch Schiffshändler zum Preise von 0,50 $ für die 
Tonne auf der Pagoda-Rhede geliefert. Das Flußwasser ist zum Waschen und 
Kochen verwendbar. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat befindet sich 
in Futschau; Sitz der Hafen- und Lootsenbehörden ist Pagoda-Rhede. Agent des 
Norddeutschen Lloyd ist die Firma Siemssen & Krohn. Seeassekuranzgesell- 
schaft ist vertreten. Von Banken sind die Hongkong & Schanghai Banking Corp. 
and die Chart. Bank of India, Australia & China zu nennen. Ein Krankenbaus 
and ein englisches Postamt sind vorhanden. 
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Amoy.) 
Allgemeines. Der Hafen von Amoy liegt an der Strafse von Formosa 
auf annähernd 24'/° N-Br und 118° O-Lg im westlichen Theile einer weiten 
Bucht, deren Grenze im NO die Huitau-Huk bildet und im SW die 28 Sm west- 
südwestlich davon liegende Huk Tschinha. Der östliche Theil dieser grofsen 
Bucht wird von der Insel Grofs-Quemoy und der östlich davon liegenden Huitau- 
Bucht eingenommen, während in ihrem westlichen Theile die Amoy-Insel, auf der 
die gleichnamige Stadt liegt, der Hafen, die Rhede und deren weite Einfahrt 
sich befinden. In der Einfahrt wie auch im inneren Hafen liegen mehrere Inseln 
and Untiefen, 
Der schöne und leicht zugängliche Hafen wurde schon zu Anfang des 
16. Jahrhunderts von den Portugiesen besucht, die hier eine Niederlassung 
gründeten. Später kamen hier auch holländische und englische Schiffe, die bis 
zum Jahre 1750 lebhaften Verkehr mit den Sunda-Inseln und Europa unterhielten. 
Um diese Zeit wurde der Hafen für alle fremden Schiffe, mit Ausnahme der 
spanischen, geschlossen. Erst nachdem die Engländer am 26. August 1841 Amoy 
eingenommen und darauf den Vertrag von Nanking geschlossen hatten, wurde 
der Hafen der fremden Schiffahrt wieder geöffnet. 
Landmarken. Der etwa 14 Sın nordöstlich von der Huitau-Huk und 
1/4 Sm vom Strande entfernt liegende, 230 m hohe Berg Kusau bildet mit seiner 
Pagode die beste Landmarke dieser Gegend, weil er auch bei diesiger Witterung 
yewöhnlich von See aus gesehen werden kann. Von ihm durch ein tiefes Thal 
getrennt, liegt nordöstlich davon ein ähnlich hoher Berg, der zwei Gipfel hat. 
Die Küste an der südlich davon liegenden T'schimmo-Bucht ist kahl. Zwischen 
dieser und der Huitau-Bucht wird die geradlinige Küste von Sanddünen gebildet, 
die zum Theil 60 m hoch sind. In der Nähe dieser Küste liegen zwei von 
Mauern umgebene Städte, Auf der Huitau-Huk steht ein 3 m hoher Obelisk von 
heller Färbung, der sich aber nicht gut von der Umgebung abheht und daher 
mit blofsem Auge kaum 2 Sm weit gesehen werden kann: er sieht einem Sehorn- 
steine sehr ähnlich. 
Die am inneren Ende der Huitau-Bucht liegenden beiden Gipfel West Peak 
and East Peak bilden vorzügliche Landmarken zur Bestimmung des Schiffsortes 
vor der Huitau-Bucht. Der erstgenannte Gipfel ist 523 m, der zuletzt genannte 
124m hoch. 
Für die eigentliche Ansteuerung von NO kommen besonders in Betracht 
der 238 m hohe Liaulu-Hügel auf dem östlichen Theile der Insel Grofs-Quemoy, 
sowie die vor deren Ostende in etwa 2 Sm Entfernung davon liegende kleine, 
25m hohe Dodd-Insel, die einen weißen Leuchtthurm trägt. Das felsige Ostende 
der Insel Grofs-Quemoy heißt Dodd Head. Etwa !/ Sm innerhalb desselben 
liegt ein einzelner Hügel. Unmittelbar vor dem Südostende der Insel und damit 
durch ein Riff verbunden liegt die kleine, 17m hohe pyramidenförmige Insel 
Liaulu Head. Das Südwestende der Insel Grofs-Quemoy, das mit der nordwest- 
lich davon liegenden Insel Klein-Quemoy die Nordostseite der Einfahrt zum 
W Engl. Adm.-Karten No. 1760, "The Brothers to Uckseu I., No. 1767 und No. 1764. Amoyv-
	        
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