36 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1900,
die anderen Monate aber fünf Jahre. Um nun diese beiden Monate wenigstens
angenähert auf den gleichen Zeitraum zu reduciren, sind für Januar und Februar
des Jahres 1858 als Beobachtungen die Mittelwerthe aus den vier anderen Jahren
eingeführt worden, nämlich 4 resp. 6 Tage bezw. 9 resp. 13 Stunden, welche
Zahlen oben in Klammern beigefügt sind,
Danach sind am meisten Halos in den Uebergangsmonaten vom südlichen
Herbst zum Winter (Juni, Juli) und im südlichen Frühjahr (November, Dezember)
beobachtet worden, sowohl der Zahl der Tage als auch der Stunden nach,
Gegenüber den Beobachtungen auf dem Atlantischen Ozean ist aber eine Ver-
spätung von ein bis zwei Monaten im Eintreffen des Maximums vorhanden.
Um noch eine weitere Vergleichsreihe zu haben, habe ich für die Jahre
1884 bis 1889 die Beobachtungen von Tokio, welches nahe in gleicher nörd-
licher Breite!) wie Melbourne in südlicher Breite liegt, ausgezogen. Sie sind in
der folgenden Tabelle zusammengestellt, wobei sie gesondert in vormittägige
und nachmittägige angeführt werden. Da nun die Beobachtungstermine von vier
zu vier Stunden angegeben sind, wobei einer von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr
nachmittags geht, so habe ich für diesen Termin jeweilen '/2 für Vormittag und
'/ für Nachmittag gezählt, woher die Brüche in der Tabelle kommen. Gerade
in diesen Mittagstunden sind die meisten Ringe, besonders bei der Sonne, ge-
sehen worden, was auch von vornherein zu erwarten war. Die in Klammern
gegebenen Zahlen geben die gesehenen Nebensonnen bezw. Monde.
Anzahl der Tagze von beobachteten Ringen in Tokio 1884—1889.
Sonne
Mond
Gesammt-
Monat
Vorm. Nachm. Summe
Vorm. Nachm. Summe
SUuMmMmc
Januar .
Fehruar.
März.
ı1 (2)
14 @)
20! 2 (5)
„5 A
11€
271 (9)
26 [6
25 (5
48 (14)
X
7
51/2
61/2
51/2
6 (DD
12 (@@)
9
117/2
16
16
17
(2)
19
41
0.1
April
Mai. .
Juni.
181% (1)
1912 (4)
2914
181,2 (3)
191% (1)
291/, (3)
37 (9)
39 (5)
52 (3)
121/2 BD
171 ‚24
10. ©) 16 9)
56
63
68
Juli...
August. .
September .
11
15
23 (23
ıl
s
34 @)
26
IE
6
21/2
91
{
71
31/2
7 5 12
31% 712 11
ß 8 14
47
36
21
Oktober. .
November .
Dezember
2 (F
1 f
61/2 (ı
d
8 |
712 (2)
21
19 (1
14
38
30
28
Danach sind die Sonnenringe am häufigsten im Frühjahr (März bis Juni)
yesehen worden, die Mondringe in der ersten Hälfte des Jahres (Januar bis Mai),
besonders häufig im April und Mai. Es entspricht diese Vertheilung auf die Jahres-
zeiten mehr derjenigen, wie sie in Melbourne, als wie sie in Europa und dem
Atlantischen Ozean gefunden worden ist. Es kann dies wohl von der geographischen
Lage, Halbkugel des Atlantischen Ozeans und des Grofsen Ozeans abhängen.
Dagegen besteht zwischen den beiden Stationen Tokio und Melbourne ein
anderer Unterschied, der nämlich, dafs am ersteren Ort etwa zweimal soviel
Sonnenringe als Mondringe beobachtet worden sind, während in Melbourne beide
Arten nahe gleich oft gesehen wurden, die Mondringe sogar noch etwas häufiger
als die Sonnenringe. Freilich sind in Tokio am häufigsten die sehr schwachen
Sonnenhöfe notirt, während die helleren auch verhältuifsmäfsig selten auftraten.
Bei den Beobachtungen vom Atlantischen Ozean überwiegen selbstver-
ständlich die Mondringe, da ja Sonnenringe überhaupt schwerer zu sehen sind,
Dagegen zeigen die systematischen Beobachtungen in Upsala, Berlin (Galle)
a. s. w. ein Ueberwiegen der Sonnenhalos über die Mondhalos.
Man kann nun noch die tägliche Periode aufstellen, worüber die folgende
Tabelle für Melbourne, welche Herr Professor G. Neumayer zusammengestellt
hat, am besten Auskunft giebt.
Summen
1681/2 (18) 1871,2(26) 356 44| 63 ((DIM1 @B)| 174
(4) |
5330
Tokio: 35° 41‘ N-Br 139° 46' O-Le. 21 m Meereshöhe