accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

474 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900, 
und reicht bis zur Westkante der Sharp Peak-Insel, in der Mitte durch einige 
tiefere Stellen unterbrochen, so dafs sie eigentlich aus zwei Barren besteht. Das 
bereits erwähnte Tief zwischen der äufseren und inneren Barre oder zwischen 
den Tonnen No. 2 und 3 ist ein nach allen Richtungen gut geschützter Anker- 
platz für Schiffe von etwa 5,5 m Tiefgang, die auslaufend sich für das Passiven 
der äußeren Barre verspätet haben oder aus irgend einem anderen Grunde 
ankern müssen. 
Die Wassertiefe auf den Barren ist sehr veränderlich; sie betrug im 
Jahre 1899 in der zur Zeit benutzten Durchfahrt etwa 3 m bei Springtide-Niedrig- 
wasser auf der änfseren Barre, während anf der inneren Barre auf nicht mehr 
als 2,7 m zu rechnen war. Im November 1898 lothete S. M. S. „Kaiser“, Kapt. z. 5. 
Stubenrauch, bei Hochwasser auf der äufseren Barre 10,7 m und auf der 
inneren 10,3 m, während die im Jahre 1899 von demselben Schiffe gefundene 
niedrigste Lothung 8,5 m betrug. Der Unterschied zwischen der gelotheten und 
der in der Karte gegebenen Wassertiefe war eine Stunde nach Hochwasser 4,4 m. 
Nach Lootsenangaben (März 1900) führen dieselben Schiffe bis 7,9 m Tiefgang 
bei jedem Hochwasser über die Barren und behaupten, eine Wassertiefe von 8,5 
bis 9,1 m auf den flachsten Stellen zu haben. Nur im August ist weniger Wasser, 
wie überhaupt der Wasserstand vom Monsun beeinflufst wird; bei Nordostmonsun 
ist er höher wie bei Südwestmonsun. Die Barren müssen bei der Einfahrt mit 
mindestens 10 Sm, bei der Ausfahrt mit mindestens 12 Sm Fahrt passirt werden, 
da sonst, weil drei voneinander entfernt liegende Barren zu passiren sind, das 
Wasser für Schiffe von etwa (‚5m Tiefgang zu schnell wegfällt. 
Nach Stürmen hält der heftige Seegang auf der Barre nie lange an. 
Betonnung der Barren besteht aus drei gröfseren und zwei kleineren 
Tonnen, von denen die letztere zur Bezeichnung der Eme-Klippe dient. Es ist 
jedoch zu beachten, dafs die Aenderung der Barre und des Fahrwassers im Flusse 
überhaupt ein zeitweiliges Verlegen der Tonnen erfordern. Ebenso können die 
Tonnen leicht vertreiben. Die im Folgenden gegebene Lage bezieht sich auf die 
neuesten Quellen (Februar und März 1900). 
Die Tonne No. 1 liegt auf etwa 8m Wasser NWzW*/,W, 2,2 Sm von der 
Heultonne entfernt; sie ist spitz mit Balltoppzeichen, roth und schwarz wagerecht 
gestreift und trägt die Bezeichnung No. 1 in weißen Buchstaben. 
Die Tonne No. 2 ist W'/4S, 2'/a Sm von der Tonne No. 1 entfernt; sie 
liegt auf 5m Wasser, ist ebenso wie die erstere Tonne gemalt, trägt jedoch ein 
dreieckiges Toppzeichen. 
Die Tonne No. 3, die sich von den beiden vorher genannten nur durch 
ein schwarzes Korbtoppzeichen unterscheidet, liegt auf 11m Wasser W“/sN, 
2,4 Sn von der Tonne No. 2 entfernt. 
Eine kleinere rothe spitze Tonne liegt auf 3,3 m Wasser südlich von der 
Südhuk der Sharp Peak-Insel auf der inneren Barre, WNW*%/AW, 2,2 Sm von der 
Tonne No. 3 entfernt; sie bezeichnet das Südende der kleinen 2,4 m-Bank, die 
sich vom Südende der Sharp Peak-Insel südwärts erstreckt, und ist einlaufend an 
St. B. zu lassen. 
Eine ebensolche Tonne dient zur Bezeichnung der Südkante der Eme- 
Klippe, die nur 1,8 m Wasser hat. Diese Tonne ist von der anderen rothen 
Tonne NW'AN, 6 Kblg. entfernt, 
Gezeiten auf der Barre. Die Hafenzeit ist 10" 27”, die Fluthhöhe beträgt 
bei Springtide 6,2 m, bei Niptide 4,9m und der Wasserstand über dem Karten- 
null bei Niptide-Niedrigwasser 1,7 m. Die Fluthhöhe erreicht ihren höchsten 
Werth bei Voll- und Neumond. 
Der Gezeitenstrom läuft auf der Barre mit einer Geschwindigkeit von 
1 bis 4 Sm, je nach dem Mondsalter, Der Fluthstrom beginnt 4'/2 Stunden vor 
Hochwasser westwärts zu setzen, der Kbbstrom ostwärts 1'/a Stunden nach Hoch- 
wasser, ausgenommen bei viel Oberwasser, wo er früher beginnt und länger anhält. 
S. M. Kanonenboot „Iltis“ beobachtete im Juni 1884 die Geschwindigkeit 
des Ebbstromes an der Mündung zu 4'/2» Sm durchschuittlich, weiter oberhalb zu 
5 bis 7 Sm und bei Springtide zuweilen bis zu 9 Sm. Der Ebbstrom lief etwa 
S Stunden, der Fluthstrom 4 Stunden. Der Unterschied zwischen Hoch- und 
Niedrigwasser betrug im Allgemeinen 5,5 m, im Nordostmonsun zuweilen 6,7 m 
und im Südwestmonsun 4,8 bis 5m.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.