Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900.
Von Amoy kommende Küstendampfer, welche nicht die Pässe zwischen
ılen zahlreichen der Küste vorgelagerten Inseln, wie die Haitan-Strafse, benutzen
wollen, halten sich während des Nordostmonsuns dicht unter der Küste, wo sie
dem Strom und Wind nicht so ausgesetzt sind. Die Pyramid- und die Rogues-
Huk werden in einem Abstande von etwas über 1 Sm passirt, indem man die
Sorrel-Klippe an St.B. hält. Von hier aus führt ein ungefährer NO0O%40-Kurs
zwischen der Sorrel-Klippe und der Rogues-Huk hindurch. Nach dem Passiren
der Sorrel-Klippe steuert man etwa ONO*%40, bis die Turnabout-Insel NO1LN
peilt. Dieser Kurs führt auf etwa 1'/2 Sm Abstand an der Loutz-Klippe und
South Yit vorbei.
Die Peilung von Turnabout, NO’'AN, nimmt man darauf als Kurs auf,
hat jedoch darauf zu achten, dafs die Insel nicht an St. B. kommt, um in ge-
hörigem Abstande von der Sedan-Klippe zu bleiben. Sobald man frei vom South-
Riff ist, läuft man mit Nordnordostkurs auf die Durchfahrt zwischen Hai Head
und Turnabout zu, letzteres etwa 1’'/ Sm an St. B. lassend, bis man die Kwing-
Insel in einem Abstande von ungefähr 3'/2 Sm dwars hat. Von hier steuert man
mit nördlichem Kurs auf Pai Kuen zu; die Vereker-Klippen, von denen die
nordwestliche nur 4 m Wasser hat, bleiben dabei etwa 2 Sm und die spitze Basset-
Klippe mit 5,8 m Wasser etwa 5/2 Sm entfernt an B. B. Die Pai Kuen-Gruppe
läfst man darauf in entsprechendem Abstande an St. B. und steuert wieder
nördlich, indem man die Insel Matsu eben frei an St. B. hält. Hier wird man
auch schon einen Lootsen bekommen.
Ankerplätze vor der Min-Mündung. Schiffe geringeren Tiefganges, die,
vom Süden kommend, die Tide zum Passiren der Barre abwarten wollen, finden
südlich von den Breakwater-Klippen auf der Tungscha-Rhede auf 6,7 m Wasser,
Grund Sand, einen guten Ankerplatz. Von ihm peilt man die kleinere und
nördlichere der beiden gröfsten Breakwater-Klippen in Eins mit dem höchsten
(Jipfel der Insel Matsu und das Südende von Tungscha in Eins mit der Yungliu-
Insel. Die Tungscha-Rhede ist durch die Breakwater-Klippen und die damit in
Verbindung stehende Sandzunge gegen nordöstliche Dünung geschützt.
Andere Ankerplätze, die besonders für die vom Norden kommenden Schiffe
günstig liegen, sind an der Nord- und Westseite von Matsu. Der erstere ist in
der Pirie-Bucht auf 9m Wasser, weicher Schlickgrund, etwa !/s Sm von der Nord-
küste der Insel entfernt und bietet Schntz gegen östliche, südliche und westliche
Winde. Mehr besucht ist die gegen nordöstliche Winde geschützte Matsu-Rhede
an der Westseite der Insel mit gutem Ankergrund und Wassertiefen von 7 bis 16 ın.
Schiffe mit 5,5m und geringerem Tiefgang können auf der Matsu-Rhede
bis 3 Kblg. vom Lande entfernt ankern; die Tungscha-Insel ist dann eben ver-
deckt vom Westende von Matsu, und die Oeffnung in den Hügeln auf Matsu
peilt ON0!40.
Gezeiten auf den Ankerplätzen. Die Hafenzeit auf der Tungscha-Rhede
und bei der Insel Matsu ist 10" 22”; die Fluthhöhe bei Springtide beträgt 6,2 m,
bei Niptide 4,9 m und der Wasserstand über dem Kartennull bei Niptide-Niedrig-
wasser 1,7 m. Die Fluthhöhe erreicht ihren gröfsten Werth an den Tagen des
Voll- und Neumondes,
Tung Kuen-Leuchtfeuer. Kin weifses festes Feuer mit Blinken,
das alle 30 Sekunden einen Blink zeigt und 23 Sm weit sichtbar ist, brennt
78,3 m über Hochwasser auf einem 195 m hohen weißen runden Thurme auf
dem Nordostende der Insel Tung Kuen. Das Feuer ist sichtbar in den Peilungen
von S70°0 über S, W und N bis N 40,5°0, ferner von N57°0 bis N61,5°0
und von N 81,7°O0 über O0 bis S89°0. In den übrigen Peilungen wird es durch
das südwestlich und westlich davon gelegene hohe Land von Tung Kuen und
Tungscha verdeckt. Das Feuer soll nach dem Bericht des Kapt. Grosch,
Dampfer „Stuttgart“, 27 Sm weit sichtbar sein.
Nebelsignal. Wenn Nebelsignale passirender Schiffe zu hören sind, so
werden drei Kanonenschüsse mit Zwischenpausen von je zwei Minuten abgefeuert;
dieselben werden nöthigenfalls alle 15 Minuten wiederholt.
Lootsen für den Min-Flufs sind staatlich und unterstehen der Aufsicht des
Hafenmeisters der Pagoda-Rhede. Es giebt im Ganzen 10 Aufsenlootsen (Euro-
päer und Amerikaner) und 15 Binnenlootsen (Chinesen). Die Aufsenlootsen haben
die Befugnifs, bis zur Sharp Peak-Rhede, die Binnenlootsen, von Sharp Peak-
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