470 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900.
zwischen dem Zusammenflusse der beiden Flüsse Yujas und Funghwa, die den
Yung-Flufs bilden, und ihre Mauern erstrecken sich an den Ufern beider Flüsse
entlang. Ueber den Funghwa - Fluß führt eine Schiffsbrücke, die kleinen Fahr-
zeugen die Durchfahrt zum oberen Flufßslaufe gestattet. Die Fremdenniederlassung
liegt nordöstlich von der chinesischen Stadt auf einer Halbinsel, die vom Yung-
Flusse und dem Yugao-Flusse gebildet wird.
Das Klima ist ähnlich dem von Schanghai. Die Gesundheitsverhältnisse
sollen hier sogar noch besser sein, was seine Begründung darin findet, dafs das
Flulswasser salzig ist und daher weniger Gelegenheit zu Fieberausdünstungen
bietet. Für Europäer ist der Aufenthalt in Ningpo angenehmer als in Schanghai,
da reine Luft und mäßige Temperatur auf den nahe gelegenen Höhenzügen
herrschen.
Handelsverkehr 1899.
Schiffsverkehr
im Jahre 1899
Insgesammt . .
Davon deutsche . .
chinesische ,
englische
Waarenverkehr
Kinfuhr .
Ausfuhr .
_ Dampfer
Zahl Rez.-T.
Einlaufen d
Segler
Zahl Reg.-T.
5614
I! 53502749
155 21 930
390 | 286 057
170 | 914399
155 21930
(Gewicht
Werth
12051081 H. T.
4314351 H. T.
Auslaufen d
__ Dampfer
Zahl | Reg.-T.
Segler
Zahl | Reg.-T.
568 505 165
1 6
391 286 109
170 ‘ 92143922
164
23 0834
164 23084
Einfuhr: Woll- und Baumwollwaaren, Opium, getrocknete Früchte,
Metalle, Papier, Pfeffer, Zucker, Holz, Petroleum, flüssiger Indigo u. s. W.
Ausfuhr: Thee, Baumwolle, Seidenwaaren, Matten, Hüte, Fächer, ge-
trocknete Fische, Heilmittel, Tintenfische u. 5. w.
Industrie. Ningpo hat Seidenstickereien und Baumwollspinnereien, für
die die Umgebung die Baumwolle liefert, Fabrikation von Hüten und Matten aus
Binsen, die in der Umgegend wachsen, Möbeln, Zündhölzchen u. s. w. Mehrere Male
hat man versucht, die Bergwerke im Bezirk von Fenghwa zu erschliefßsen; die
Versuche sind jedoch an dem Wiederstande der Eingeborenen gescheitert, Die
Provinzialregierung hat den Betrieb der Silberbergwerke in Jinkangschan ver-
boten, auch dürfen Antheile an den Bergwerken nicht verkauft werden.
Dampferlinien. Ningpo wird von Schiffen der Indo- China Steam
Navigation Co., der China Navigation Co. und der Formosa Trading Co. an-
gelaufen, die Passagier- und Frachtverkehr vermitteln. Zwischen Schanghai und
Ningpo verkehren täglich zwei Dampfer. Reger Verkehr durch kleine chinesische
Dampfer besteht mit Tinghai, Schibpu und Haimen. Da Küstenhäfen dieser Art
dieselben Vergünstigungen geniefsen sollen, wie sie inländischen Gewässern ]Jüngst
gewährt worden sind, so werden wahrscheinlich fremde Rhedereien in Schanghai
bald einen Dampferdienst mit jenen Häfen einrichten.
Schiffsausrüstung. Proviant ist von chinesischen Kaufleuten zu billigeren
Preisen als in Schanghai zu beziehen. Trinkwasser wird in Wasserbooten zum
Preise von 75 ec. per 300 Gallonen längsseit gebracht. Ballast: Steinballast
kostet 75 c., Schlickballast 30 c. per Tonne frei an Bord,
Hafenunkosten. Schiffe über 150 Registertonnen zahlen 1,06 Mark die
Tonne an Tonnengeld, und zwar werden Tonnengelder wie in allen chinesischen
Häfen nur alle vier Monate einmal erhoben. Hafen- und Kaiabgaben sowie
sonstige Schiffahrtsunkosten werden nicht erhoben. Beim Löschen und Laden
werden 0,27 $ Tagelohn für den Mann bezahlt. Für grofse Boote als Leichter
beim Laden oder Löschen werden 0,75 $ per Tag bezahlt, für kleinere Boote
entsprechend weniger.