Der Yung-Flufs,
A469
Insel Tayusan nur eben nördlich frei von der Sesostris - Tonne in Heckpeilung.
Sie führt in etwa 1 Kblg. Abstand südlich von der Tiger - Insel entlang. Wenn
auf diesem Kurse der Tsele - Leuchtthurm durch die Tiger - Insel verdeckt wird,
ändere man den Kurs und steuere so, dafs man die Tschung-Huk in etwa 1 Kblg.
Abstand passirt. Sobald man das Fort Tingyuen dwars hat, stenere man in der
Mitte des Flusses weiter, wobei man sich dicht an die an B. B.-Seite stehenden
Fischerpfähle hält, die vom Ufer an bis weit ins tiefe Wasser des Flusses reichen
und nachts durch Laternen kenntlich sind. Auf diese Weise wird man im tiefsten
Wasser über die breite Barre gelangen. Man kann dann weiter in der Mitte des
Flusses aufwärts steuern und je nach Belieben ankern.
Bei mittlerem Springtide-Hochwasser können Schiffe bis zu 6 m Tiefgang
den Ankerplatz von Tschinhai erreichen und Schiffe bis zu 4,5 m Tiefgang den
Hafen von Ningpo. Letztere können in der Regel bereits. bei halber Tide die
Barre passiren und dann aufwärts steuern. Beim Passiren von Tschinhai mufs
auf die vielen kleinen Fahrzeuge, die den Flufßs hier beleben, besondere Rücksicht
genommen werden, Viele Dschunken liegen hier meistens am westlichen Ufer
vor Anker, und oft ist hier nur eine schmale Fahrrinne für passirende Schiffe
frei. Oberhalb des Ankerplatzes von Tschinhai halte man sich möglichst in der
Mitte des schmalen Flusses und bedenke, dafs in dessen Biegungen das tiefste
Wasser in der Regel in der Nähe des eingebuchteten Ufers zu finden ist, während
vor dem ausgebuchteten Ufer zunächst flacheres Wasser ist.
Ankerplätze vor Tschinhai. Der beste Ankerplatz ist südlich von den
Fischerpfählen an der Südostseite des Fahrwassers, wo 7 bis 8 m Wasser über
zähem Schlickgrunde steht. Von ihm peilt die Tiger - Insel NNO'„20, und die
Flaggenstange beim Zollhause W!/S. Man liegt hier vor einem Anker, weil
der Fluthstrom hier kaum fühlbar ist und auch der Ebbstrom nur bis 2 Sm Ge-
schwindigkeit erreicht. Der Ankerplatz in der Mitte des Fahrwassers, von dem
das Zollbaus NW, etwa 1!/a Kblg. entfernt, peilt, ist weniger gut, Hier steht
9 bis 10 m Wasser über Schlickgrund, aber man mufs mit zwei Ankern vertäuen.
Die Stadt Tschinhai liegt ganz am westlichen Ufer, doch von ihren Vor-
städten liegt auch ein Theil am östlichen, Sie ist der Seehafen von Ningpo und
hat etwa 26 000 Einwohner. Die Stadt selbst wird von einer hohen massiven
Mauer umgeben, und die Flufsmündung wird durch mehrere Forts, die an ihren
beiden Seiten liegen, vertheidigt. Das einzige für die Schiffahrt als Landmarke
in Betracht kommende Gebäude in Tschinhai ist das Wohnhaus eines Zollbeamten,
der hier den Wasserstand mist und der auch die Aufsicht über die Leuchtfeuer
und Betonnung wie auch über das Fahrwasser hat.
Ningpo. Der Hafen von Ningpo war der erste Hafen Chinas, der von
europäischen Schiffen besucht werden durfte. Schon 1522, als Canton den Fremden
noch verschlossen war, wurde hier eine portugiesische Niederlassung gegründet,
die jedoch bereits 1542 von der chinesischen Regierung wieder zerstört wurde,
Während des Opiumkrieges bezogen die Engländer hier ihre Winterquartiere,
Durch den Vertrag vom 29. August 1842 wurde Ningpo dem Handel aller Nationen
eröffnet, welcher Umstand dem Aufblühen der Stadt sehr günstig war, Nach
Eröffnung des Vertragshafens Hangtschau im Jahre 1896 waren Kin- und
Ausfuhr erheblich zurückgegangen, jedoch sind sie jetzt wieder nahe auf der
früheren Höhe.
Ankerplätze vor Ningpo. Man ankert mit beiden Ankern auf 8 m Wasser
anter dem nördlichen Flufsufer bei dem englischen Konsulate, einem rothen ein-
stöckigen Hause mit Garten, oder oberhalb dieser Stelle vor dem Zollhause,
einem niedrigen gelben Hause mit einem Flaggenmast. Beim Ankern mufls man
darauf achten, dafs man von den Dschunken beim Schwaien frei bleibt.
Die Stadt wird von einem Taotai verwaltet, der auch zugleich Verwalter
der einheimischen Zölle ist. Die Bewohner der Stadt, etwa 300 000 an der Zahl,
sind ein fleifsiges, unternehmendes, kluges und friedliebendes Volk. Die Strafsen
der Stadt zeichnen sich im Gegensatz zu denen anderer chinesischer Städte durch
Sauberkeit aus. Zablreiche Tempel, buddhistische Mönchs- und Nonnenklöster,
Erziehungsanstalten, Versammlungs- und Klubhäuser sowie viele christliche
Missionen sind in der Stadt. Das merkwürdigste Gebäude ist der sechseckige
50 m hohe Thurm Thienföngtha mit seinen zerfallenen Stockwerken, der vor
1100 Jahren errichtet wurde. Die chinesische Stadt liegt auf der HalbinselNo full text available for this image
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