4165 Annalen der Bydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1900.
vor Niedrigwasser. Die Geschwindigkeit beider Ströme beträgt 1 bis 3 Sm, je
nach dem Alter des Mondes.
Bei dem Inselchen Roundabout ist die Hafenzeit 10* 2"; die Fluthhöhe
beträgt bei aufsergewöhnlicher Springtide 4,6 m, bei gewöhnlicher Springtide
4,0m und bei Niptide 2,7 m. Die Flutbgröße oder der Fluthhub beträgt bei Nip-
tide nur 1,1 m. Die Gezeitenströme laufen in der Umgebung der Insel mit 2 bis
6 Sm Geschwindigkeit und bilden viele Wirbel und Kabbelungen. Nördlich von
der Insel beginnt der westwärts setzende Strom in der Regel 4 bis 3 Stunden
vor Hochwasser, der östliche Strom 2 bis 3 Stunden nach Hochwasser, doch
kommen Abweichungen davon vor.
Im Tower Hill-Pafs Jaufen die Gezeitenströme mit 3 bis 7 Sm Ge-
schwindigkeit, je nach dem Alter des Mondes. Sie verursachen heftige Strom-
kabbelungen. Vor der Insel Tamau ist es etwa 2'/2 Stunden nach Hoch- und
Niedrigwasser Stauwasser, und etwa !/2 Stunde später läuft dann der Strom
bereits mit grofser Geschwindigkeit.
Im Blackwall- Pafs ist die Hafenzeit ungefähr 10" 40". Die Ströme
kentern etwa 2 Stunden nach Hoch- und Niedrigwasser, und bei Springtide findet
kein Stauwasser statt. Die Ströme laufen mit 3 bis 8 Sm Geschwindigkeit, je
nach dem Stande der Tide und dem Mondesalter.
Am Kintang-Pafs in der Einfahrt nach Taischeischan ist die Hafenzeit
10* 20"; die Fluthhöhe beträgt daselbst bei Springtide ungefähr 4 m, und die
Ströme kentern 2 Stunden nach Hoch- und Niedrigwasser.
Bei der Tsele-Insel und der Huk Tschangtu vor der Mündung des
Yung-Flusses setzt der Fluthstrom in nordwestlicher, der Ebbstrom in südöstlicher
Richtung. Beide laufen mit 2 bis 6 Sın Geschwindigkeit, je nach dem Stande
ter Tide und dem Mondesalter, und beginnen 2 Stunden nach dem Hoch- oder
Niedrigwasser.
Im Yung-Flusse ist die Hafenzeit bei Tschinhai 0* 14”, bei Ningpo
10”, Die Fluthhöhe bei Springtide beträgt am ersten Orte 3,4 m, am letzten
2,7 m. Bei Tschinhai beträgt die Nipfluthhöhe 2,4 bis 2,7 m und der Wasser-
stand hei Niptide - Niedrigwasser 1,2 bis 1,8 m über Null. Die Gezeitenströme
laufen mit 1 bis 3 Sm Geschwindigkeit, je nach dem Stande der Tide und dem
Mondesalter. In der Mündung beginnt der Fluthstrom 2 Stunden nach Niedrig-
wasser und der Ebbstrom 1'!/2 Stunden nach Hochwasser. Die Gezeiten werden
sehr vom Winde beeinflufst. Starke nördliche und nordöstliche Winde verstärken
die Fluthtide, und das Wasser steigt damit um 0,5 m höher als gewöhnlich.
Wenn man möglichst Nutzen aus den Gezeitenströmen ziehen will, so ist
71,2 Stunden nach dem Meridiandurchgange des Mondes die beste Zeit, um in
eine der Strafsen einzulaufen. Dies gilt sowohl für die Duffield- und Gough-
Durchfahrten wie für den Vernon- Pafs. Es muß jedoch bemerkt werden, dafs
es nicht rathsam ist, nachts zwischen den Kweschan - Inseln und dem Blackwall-
Paß zu fahren, man daher auf die Tide am Tage angewiesen ist. Man gehe mit
einem schwachen Dampfer etwa 3'/2 Stunden vor Hochwasser bei den Kweschan-
Inseln ankerauf oder passire sie um diese Zeit, um Fatu etwa 2 Stunden vor
Hochwasser zu erreichen. Man wird dann zwar zuerst den Strom noch schwach
entgegen haben, Fatu und die Durchfahrten aber mit mitlaufendem Strome passiren
and auf dem weiteren Wege bis zur Mündung des Yung-Flusses stets mitlaufenden
Strom haben.
Einsteuerung in den Yung-Flufs, Nachdem man etwa 1! Kblg. südlich
von der Nemesis-Bake angelangt ist, setze man den Kurs so, dafs er in !/a Kblg.
Abstand nördlich von der schwarz und roth karrirten Tonne mit schwarzem
Toppzeichen vorbeiführt, die bei der kleinen spitzen Sesostris-Klippe liegt. Auf
dieser etwa 3'/a Klbg. östlich von der Tiger - Insel liegenden Klippe steht nur
24 m Wasser; die Tonne liegt etwa 6 m nördlich von ihrem Gipfel, schwait
unter Umständen jedoch auch südlich davon. Falls die Tonne nicht zu sehen
ist, also nicht ausliegt, empfiehlt es sich für tiefgehende Schiffe, die Klippe durch
ein Boot bezeichnen zu lassen. Wenn man die Tonne dwars hat, ändere man
den Kurs und steuere direkt auf das Fort Weiyuen zu, das mit seinen drei
Reihen Geschützen sehr augenfällig ist und an der Westseite der Flufsmündung
auf der äufsersten Landspitze liegt. Um die östlich und südlich sich von der
Tiger - Insel ausdehnenden Untiefen zu vermeiden, halte man das Südende der