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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Der Yung-Flufs, 
Flufßsmündung ist das Land hügelig, westlich von ihr ist es mehrere Meilen weit 
niedrig und flach. 
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses festes Feuer von 9Sm Sichtweite 
brennt auf dem höchsten Punkte der Insel Tsele in 37,5 m Höhe über Wasser 
auf einem achteckigen weifßsen Thurme von 10,1 m Höhe. 
2. Ein rothes festes Feuer von 5 Sm Sichtweite brennt auf dem 
höchsten Punkte der Tiger - Insel in 45,1 m Höhe über Wasser auf einem acht- 
eckigen roth und weiß senkrecht gestreiften Thurme von 9,1 m Höhe. Die 
Wärtergebäude sind ebenso gestrichen. 
Nebelsignale. Auf der Insel Tsele alte 15 Sekunden ein Glockensignal, 
auf der Tiger-Insel jede Minute fünf rasch aufeinander folgende Signale mit Gong. 
Lootsen. Im Jahre 1892 gab es nur einen Lootsen für den Yung-Flufs, 
Dasselbe wurde im Jahre 1893 vom Kommando S. M. Kanonenboot „Wolf“ be- 
stätigt. Das Lootsenfahrzeug ist dschunkenartig gebaut, hat chinesische Takelung 
und führt die roth und weilse Lootsenflagge. Während des Südwestmonsuns soll 
sich der Lootse gewöhnlich bei der Insel Tsele ankernd oder kreuzend aufhalten, 
doch während des Nordostmonsuns unter den Küsten der Inseln Taping und 
Kintang bis zur Alligator-Huk. Andererseits ist auch berichtet worden, dafs der 
Lootse nur auf vorherige Bestellung Schiffe vor der Flufsmündung erwartet. Das 
Lootsengeld beträgt für jeden Fuß des Schiffstiefganges bei Dampfern 3 $, bei 
Segelschiffen 4 $ für die Strecke von der Insel Tsele bis nach Ningpo oder um- 
gekehrt; von oder nach Chusan wird allgemein 4 $ für jeden Fuß Tiefgang 
erhoben. 
Gute Ankerplätze vor der Flulsmündung, um die Tide zum KEinsteuern 
abzuwarten, findet man östlich vom Fort Wangyuen nahe unter der Küste. Man 
findet dort 12 bis 16 m Wasser über Schlickgrund in der ungefähren Kreuz- 
peilung: Tsele-Leuchtthurm in NNO in Eins mit dem Ostende der Insel Tayusan, 
und die Sesostris - Tonne in etwa W!/4S - Peilung in Eins mit dem Leuchtthurm 
auf der Tiger-Insel. Hier findet man Schutz gegen Winde von SO durch S und 
W bis N, und kann nöthigenfalls mit Booten leicht Tschinhai erreichen. 
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Gezeiten sind in diesem Gebiete, wie 
allgemein ander chinesischen Küste, im Ganzen nicht so regelmäßig wie in 
Nordeuropa, und man darf sich auf die Richtigkeit der nachstehenden Angaben 
nicht zu fest verlassen, da oftmals Störungen in der Regelmäfsigkeit eintreten. 
‚Bei den Kweschan-Inseln ist die Hafenzeit nach englischen Quellen 
8h 33", nach deutschen Quellen etwa 9'/2*. Die Fluthhöhe beträgt bei Spring- 
tide 4,1 m. Die Gezeitenströme machen während jeder "Tide eine volle Drehung 
in der Richtung des Uhrzeigers und erreichen je nach dem Mondesalter 1 bis 
3 Sm Geschwindigkeit, Während der ersten Hälfte der Fluth setzt .der Strom 
nach S— W, während der letzten Fluthhälfte nach W-—N, während der ersten 
Hälfte der Ebbe. nach N—O und während der letzten Hälfte der Ebbe nach 0—5. 
Aehnliche Drehungen machen die Gezeitenströme im ganzen Gebiete der 
Tschusan-Inseln östlich von Tschangtau. In den Strafsen und Durchfahrten sowie 
in unmittelbarer Nähe des Landes folgen die Ströme dem Verlaufe der Küsten 
und erreichen stellenweise 7 bis 8 Sm Geschwindigkeit. Heftige Stromkabbelungen 
und Stromwirbel laufen. an vielen Stellen und sind besonders gefährlich, wenn 
der Wind gegen den Strom weht, 
In der Vernon-Strafse ist die Hafenzeit 9® 40”, und die Fluthhöhe 
beträgt bei Springtide 4,3 m. An der Mündung des Nimrod-Sundes ist die 
Hafenzeit 10* 0“, ” Bei den Reef-Inseln südlich von der Insel Luwang beginnt 
der nordwestlich setzende Fluthstrom 3!/2. Stunden vor, der südöstlich setzende 
Ebbstrom 2!/a Stunden nach Hochwasser. Beide Ströme laufen mit 1 bis 3 Sm 
Geschwindigkeit, je nach dem Stande der Tide und dem Mondesalter. 
In den Duffield- und Gough-Durchfahrten beginnt der nordöstliche 
Strom 2/2 Stunden vor, der südwestliche Strom 3'/2 Stunden nach dem Hoch- 
wasser am Lande. Beide Ströme setzen mit 3 bis 5 Sm Geschwindigkeit, je 
nach dem Mondesalter, doch wird ihre Dauer und Geschwindigkeit auch etwas 
durch den Wind beeinflufßst. Bei halber Tide ist es Stauwasser. 
{in der Fatu-Durchfahrt vor der Nordküste der Insel Luwang beginnt 
der Ostnordoststrom 2 Stunden vor Hochwasser, der Westsüdweststrom 2 Stunden 
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