Der Yung-Flufs,
Flufßsmündung ist das Land hügelig, westlich von ihr ist es mehrere Meilen weit
niedrig und flach.
Leuchtfeuer. 1. Ein weifses festes Feuer von 9Sm Sichtweite
brennt auf dem höchsten Punkte der Insel Tsele in 37,5 m Höhe über Wasser
auf einem achteckigen weifßsen Thurme von 10,1 m Höhe.
2. Ein rothes festes Feuer von 5 Sm Sichtweite brennt auf dem
höchsten Punkte der Tiger - Insel in 45,1 m Höhe über Wasser auf einem acht-
eckigen roth und weiß senkrecht gestreiften Thurme von 9,1 m Höhe. Die
Wärtergebäude sind ebenso gestrichen.
Nebelsignale. Auf der Insel Tsele alte 15 Sekunden ein Glockensignal,
auf der Tiger-Insel jede Minute fünf rasch aufeinander folgende Signale mit Gong.
Lootsen. Im Jahre 1892 gab es nur einen Lootsen für den Yung-Flufs,
Dasselbe wurde im Jahre 1893 vom Kommando S. M. Kanonenboot „Wolf“ be-
stätigt. Das Lootsenfahrzeug ist dschunkenartig gebaut, hat chinesische Takelung
und führt die roth und weilse Lootsenflagge. Während des Südwestmonsuns soll
sich der Lootse gewöhnlich bei der Insel Tsele ankernd oder kreuzend aufhalten,
doch während des Nordostmonsuns unter den Küsten der Inseln Taping und
Kintang bis zur Alligator-Huk. Andererseits ist auch berichtet worden, dafs der
Lootse nur auf vorherige Bestellung Schiffe vor der Flufsmündung erwartet. Das
Lootsengeld beträgt für jeden Fuß des Schiffstiefganges bei Dampfern 3 $, bei
Segelschiffen 4 $ für die Strecke von der Insel Tsele bis nach Ningpo oder um-
gekehrt; von oder nach Chusan wird allgemein 4 $ für jeden Fuß Tiefgang
erhoben.
Gute Ankerplätze vor der Flulsmündung, um die Tide zum KEinsteuern
abzuwarten, findet man östlich vom Fort Wangyuen nahe unter der Küste. Man
findet dort 12 bis 16 m Wasser über Schlickgrund in der ungefähren Kreuz-
peilung: Tsele-Leuchtthurm in NNO in Eins mit dem Ostende der Insel Tayusan,
und die Sesostris - Tonne in etwa W!/4S - Peilung in Eins mit dem Leuchtthurm
auf der Tiger-Insel. Hier findet man Schutz gegen Winde von SO durch S und
W bis N, und kann nöthigenfalls mit Booten leicht Tschinhai erreichen.
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Gezeiten sind in diesem Gebiete, wie
allgemein ander chinesischen Küste, im Ganzen nicht so regelmäßig wie in
Nordeuropa, und man darf sich auf die Richtigkeit der nachstehenden Angaben
nicht zu fest verlassen, da oftmals Störungen in der Regelmäfsigkeit eintreten.
‚Bei den Kweschan-Inseln ist die Hafenzeit nach englischen Quellen
8h 33", nach deutschen Quellen etwa 9'/2*. Die Fluthhöhe beträgt bei Spring-
tide 4,1 m. Die Gezeitenströme machen während jeder "Tide eine volle Drehung
in der Richtung des Uhrzeigers und erreichen je nach dem Mondesalter 1 bis
3 Sm Geschwindigkeit, Während der ersten Hälfte der Fluth setzt .der Strom
nach S— W, während der letzten Fluthhälfte nach W-—N, während der ersten
Hälfte der Ebbe. nach N—O und während der letzten Hälfte der Ebbe nach 0—5.
Aehnliche Drehungen machen die Gezeitenströme im ganzen Gebiete der
Tschusan-Inseln östlich von Tschangtau. In den Strafsen und Durchfahrten sowie
in unmittelbarer Nähe des Landes folgen die Ströme dem Verlaufe der Küsten
und erreichen stellenweise 7 bis 8 Sm Geschwindigkeit. Heftige Stromkabbelungen
und Stromwirbel laufen. an vielen Stellen und sind besonders gefährlich, wenn
der Wind gegen den Strom weht,
In der Vernon-Strafse ist die Hafenzeit 9® 40”, und die Fluthhöhe
beträgt bei Springtide 4,3 m. An der Mündung des Nimrod-Sundes ist die
Hafenzeit 10* 0“, ” Bei den Reef-Inseln südlich von der Insel Luwang beginnt
der nordwestlich setzende Fluthstrom 3!/2. Stunden vor, der südöstlich setzende
Ebbstrom 2!/a Stunden nach Hochwasser. Beide Ströme laufen mit 1 bis 3 Sm
Geschwindigkeit, je nach dem Stande der Tide und dem Mondesalter.
In den Duffield- und Gough-Durchfahrten beginnt der nordöstliche
Strom 2/2 Stunden vor, der südwestliche Strom 3'/2 Stunden nach dem Hoch-
wasser am Lande. Beide Ströme setzen mit 3 bis 5 Sm Geschwindigkeit, je
nach dem Mondesalter, doch wird ihre Dauer und Geschwindigkeit auch etwas
durch den Wind beeinflufßst. Bei halber Tide ist es Stauwasser.
{in der Fatu-Durchfahrt vor der Nordküste der Insel Luwang beginnt
der Ostnordoststrom 2 Stunden vor Hochwasser, der Westsüdweststrom 2 Stunden
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