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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900,
am 21, ostwärts bis zur Oder, am 22, an der Nordsee, am 25. an der östlichen
Ostsee, am 26. an der mittleren und östlichen Ostsee, am 28, an Theilen der
Küste sowie am 29, bis 3l. an der ganzen Küste. Sehr ergiebige, in 24 Stunden
20,0 mm übersteigende Niederschläge wurden in Begleitung von Gewittern häufig
beobachtet: am 3. in Rixhöft (21) und Pillau (28), am 6. in Brake (20), Kiel
(23), Wismar (35), Darsserort (21) und Arkona (28), am 8. in Wismar (38),
am 16. in Borkum (42), Norderney (79), Brake (23), Brunshausen (28) und
Tönning (25), am 21. in Wilhelmshaven (33) und Brunshausen (38), am 22, in
Wustrow (26), am 25, in Pillau (33), am 28, in Flensburg (32), am 29. in
Büsum (30), Cuxhaven (26) und Aarösund (21) und am 30. in Wangeroog (30).
Gewitter traten in gröfßserer Ausdehnung auf am 3. ostwärts der Oder, am 14.
an der Nordsee und westlichen Ostsee, in der Nacht vom 16. zum 17, ostwärts
bis zur Oder, am 17. ostwärts der Oder, am 21. an der Nordsee, am 22, an der
ganzen Küste, am 25. und 26, an der mittleren und östlichen Ostsee sowie am
29, und 30. an der Nordsee, westlichen und mittleren Ostsee. Ausgebreiteter
Nebel wurde nur am Morgen des 3, an der Nordsee beobachtet. Als heitere Tage,
an denen die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus den
dreimal täglichen Beobachtungen kleiner als 2 blieb, charakterisirten sich über
gröfserem Gebiete meist der 1l. bis 16. an der ganzen Küste, der 14, an der
Ostsee, der 15, und 16. an der ganzen Küste, der 17, und 18, an der Nordsee,
der 19. und 20. an der ganzen Küste, der 21. an der Ostsee, der 23. an der öst-
lichen Ostsee, der 25. an der Nordsee sowie der 26. und 27, an der westlichen
und mittleren Ostsee.
Im Bereich einer vom Ozean bis zu den Alpen und theilweise weiter süd-
wärts ausgebreiteten Depression und bei hohem Druck über Südeuropa herrschte
in den ersten Tagen bei Winden aus südlichen Richtungen trübes regnerisches
Wetter mit zunehmender Temperatur; ein am 3. über Jütland schreitendes Theil-
minimum ließ am 3, die Winde an der Nordsee aus dem Südwestquadranten
stärk auffrischen und brachte der Küste ostwärts bis zur Oder Gewitter.
Am 4. breitete sich hoher Luftdruck von SW her über Centraleuropa aus,
so dafs im Westen Nordwestwinde eintraten und damit ein Rückgang der Tem-
peratur erfolgte. Eine bereits am Morgen des 5. nördlich von Schottland nahende
neue Depression. schritt bis zum 10. über Skandinavien nach Nordrussland fort;
in ihrem Bereich drehten die Winde an der Küste zunächst nach SW und dann,
als hoher Luftdruck von Westen her über Europa vordrang, nach NW und N;
am 4., 5., 8. und 9. hatte die ganze Küste Regenfälle.
Ein am 10. mit seinem Kern von der Biscaya-See nach Süddeutschland
vordringendes und diesen späterhin nach Skandinavien verlagerndes Hochdruck-
gebiet leitete eine lange Periode hohen Luftdruckes, der vielfache Umlagerungen
zeigte, über Centraleuropa ein. Bis auf die durch flache und wenig umfangreiche
Minima herbeigeführten ausgedehnten Gewitterregen am 14., 16,, 17., 21. und 22.
war das Wetter bei schwacher Luftbewegung und relativ hoher Temperatur
trocken und vom 10. bis 21. wesentlich heiter. Eine tiefe, am 24. bis 27. vom
Ozean im NW über Skandinavien nach Russland schreitende Depression führte,
bei Fortdauer der trockenen Witterung im Westen, im Osten Regenfälle und
Gewitter herbei, Es folgten jedoch am 27, und 28. wieder vorwiegend trockene
Tage im Bereiche eines Hochdruckgebietes, das seinen Kern. von Irland nach
Finnland verlagerte, während es, NW — SE gestreckt, über Europa ostwärts
Fortschritt.
Im Rücken dieses Hochdruckgebietes folgte eine an Umfang und Tiefe
zunehmende Depression mit einem von Schottland nach dem Bottnischen Busen
schreitenden Minimum, In ihrem Bereich traten in der Nacht vom 29. und 30.
ostwärts bis zur mittleren Ostsee überall Gewitter und am 30. an der west-
deutschen Küste Gewitter sowie an der ganzen Küste Regenfälle am 30. und 31.
auf; es wehten rechtdrehende Winde aus westlichen Richtungen, die am 28. aus
dem Nordwestquadranten an der. Küste ostwärts bis zur Oder stark auffrischten
und vielfach Stärke 8 und vereinzelt 9 erreichten, als am 81. hoher Luftdruck
von der Biscaya-See stark nach der Mitte Kontinentaleuropas vordrang.