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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900.
No. 59. Kurze Spur, sprühend.
No. 60 und 61. Verwaschen.
No. 63. Kein Leonide.
No. 64. Sehr lange scharfe Bahn.
Herr Dr. Maurer machte von 13* 40" bis 14*15" und von 15"15" bis
15% 30" eine Pause, Herr Dr. Messerschmitt von 12* 50” bis 13" 15”, von
15% 15” bis 15" 25” und von 15*54” bis 16*0” Pause, Schluls um 16* 40”.
Die Beobachtungen von Herrn Kapt. Reinicke, welcher wegen früben
Wetters die Leoniden nicht beobachten konnte, dagegen die Andromediden sah,
sind in den Stielerschen geographischen Atlas eingezeichnet und davon die
Positionen in die Rohrbachschen Karten übertragen worden.
Aufserdem sah Herr Professor von Neumayer von der Seewarte in
Hamburg aus am 10. Dezember abends 10" 12” M. E. Z. ein prachtvolles Meteor
am südlichen Horizont, dessen Gröfse viel mehr als die von Jupiter war. Es
kam vom südlichen Theile des Orion und verschwand in raschem Laufe etwa 8°
östlich in der Höhe des Mondes und 5 bis 7° über dem Horizont, Ein Streifen
blieb ‚nicht zurück. Danach erschien das Meteor in « = 5* 30” und d = — 10°
und endete « — 01 22,5” und d = — 223° und war offenbar ein Nachläufer der
Leoniden.
Die meisten gesehenen Sternschnuppen am 15./16. November waren
Leoniden, doch nur wenige davon waren hell und hatten eine lange Bahn, welche
allein zu einer genauen Bestimmung des Radiationspunktes geeignet sind. Kin
Theil und besonders hellere gehörten einem anderen Radiationspunkt an, welcher
nördlich vom Orion liegt. Gegen die Morgenstunden hin ist eine geringe Zu-
nahme in der Häufigkeit der Sternschnuppen wahrzunehmen, von einem beson-
deren Phänomen jedoch kann nicht die Rede sein.
Die Andromediden-Sternschnuppen am 25. bis 27. November konnten in
Hamburg wegen bewölkten Himmels nicht beobachtet werden.
Mittheilungen über meteorologische Verhältnisse in den
antarktischen Gebieten.
Die letzten Jahre des neunzehnten Jahrhunderte haben durch die Ueber-
winterung der Expeditionen auf den Schiffen „Belgicea“ und „Southern Cross“
werthvolle Aufklärung der meteorologischen Verhältnisse in den Südpolar-
gegenden gebracht. Diese Beobachtungen bieten ein um so gröfseres Interesse,
als sie auf nahezu denselben Breitengraden, aber in wesentlich verschiedenen
Längen und unter wesentlich verschiedenen örtlichen Verhältnissen ausgeführt
sind. Die Beobachtungen auf der „Belgica“ wurden in den Jahren 1898/99 im
Bis treibend zwischen dem 70. und 71. Breitengrade und in den Längen 85 bis
95° westlich von Greenwich, die auf „Southern Cross“ am Kap Adare auf der
Ostseite des hohe Berge aufweisenden Victoria - Landes in 71° 18 S-Br und
170° 10’ O-Lg v. Gr. vom März,1899 bis Januar 1900 angestellt,
Die folgenden Angaben. sind entnommen dem vorläufigen Bericht des
Meteorologen der belgischen antarktischen Expedition, Herrn H. Arctowski,
in „Ciel et Terre“, 1900, Seite 245, 269 und 353, und persönlichen Mittheilungen
an den Direktor der Seewarte von Herrn Borchgrewink, dem Führer des
Expeditionsschiffes „Southern Cross“,
Berücksichtigt man, dafs die Beobachtungszeiten auf verschiedene Jahre
sich erstrecken, so wird man besonders die Luftwärme dieser beiden. Gegenden
verhältnifsmäfsig wenig voneinander abweichend finden.
Die folgenden mittleren Monatstemperaturen auf, der „Belgica“ sind aus
stündlichen Beobachtungen, die vom Kap Adare als Mittel aus den Maxima ünd
Minima der Temperatur der einzelnen Tage des Monats genommen.