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Anualen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900,
vestellt, dafs für den Fall, dafs der Schwingungsbogen von der oben angegebenen
Größe ist, das Gleiten der Messerschneiden auf den Achatblättchen nicht ver-
mieden werden kann und die daraus resultirende Korrektion an dem endgültigen
Resultat in Rechnung gebracht werden muß. Allein es wurde nicht für rathsam
erachtet, jetzt schon in eine Diskussion über die auftretenden Einflüsse ein-
zutreten, da eine exakte Grundlage dafür noch nicht gegeben scheint. In den
Originalbeobachtungen, welche in Kürze in extenso veröffentlicht werden sollen,
wird auch eine vollständige Reihe der Schwingungsweiten für jede Reihe gegeben
werden, wodurch vielleicht Veranlassung genommen werden wird, auch nach
dieser Richtung die Melbourner Beobachtungen vom Jahre 1863 zu prüfen und
eventuell eine Korrektion zu ermitteln, welche an das Endresultat angebracht
werden kann. Jedenfalls ist diese Korrektion sehr klein.
Die Temperaturschwankungen in dem Beobachtungsraume bewegten sich
innerhalb weniger Grade Fahrenheit, so dafs die Korrektionen, welche für Tem-
peratur anzubringen waren, in ihrer Ermittelung nur geringe Schwierigkeiten
veranlaßfsten, zumal die Temperatur-Koefficienten für Mafsstab und Pendel mit
aller Sorgfalt bestimmt worden sind, worüber gleichfalls in den zu veröffent-
lichenden Originalbeobachtungen eingehend Bericht erstattet werden wird. Als
Normaltemperatur für die Reduktion der Beobachtungen wurde 58° Fahr. an-
genommen.
Es wurde der Bearbeitung dieser vor nunmehr 34 Jahren ausgeführten
Beobachtungsreihe über den Werth der Länge des Sekundenpendels oder der
Schwerkraftskonstanten die gröfste Sorgfalt gewidmet, woraus sich an der Hand
des Vorhergehenden die Gründe der langen Verzögerung der Veröffentlichung
der Resultate der Arbeit zur Genüge ergeben. KEine Bestimmung der Schwer-
kraftskonstanten auf absolutem Wege, namentlich wenn dieselbe an der Hand
solcher Untersuchungen, wie sie hier dargelegt worden sind, an in Kuropa aus-
geführte klassische Bestimmungen angeschlossen werden kann, verdient natur-
gemäfs eine ganz besondere Beachtung.
Wenn wir absehen von der Bestimmung der Länge des einfachen Sekunden-
pendels durch Charles Rümker in Paramatta*) (N.S. W.) vor nun 70 Jahren,
über welche namentlich bezüglich der Mafsstabvergleichungen einige Unklarheit
herrscht, ist die nun abgeschlossene Untersuchung wohl die einzige ihrer Art der
südlichen Hemisphäre,.
Die November-Sternschnuppen im Jahre 1899.
Von Dr. J. B. Messerschmitt.
Im November existiren zwei starke Meteorschwärme, deren Haupt-
erscheinungszeit etwa auf den 15. und 27. November fällt. Der erstere, nach
dem scheinbaren Ausstrahlungspunkte im Sternbilde des Löwen die Leoniden
yenannt, ist in besonderer Reichhaltigkeit 1799, 1833 und 1866 beobachtet
worden, während aufserdem noch ältere Nachrichten darüber aus den Jahreu 902,
934, 1002, 1101, 1202, 1366, 1533 und 1698 vorliegen. Aus diesen Zahlen folgt,
jafß in den Zeiträumen von 33 und 34 Jahren ein grofser Fall zu erwarten ist;
in den dazwischen liegenden Jahren dagegen werden um diese Zeit immer nur
wenige Sternschnuppen beobachtet, woraus hinwiederum hervorgeht, dafs die
Körper, welche den Leonidenschwarm bilden, dicht beisammen sind und nicht
über eine grofse Bahnstrecke zerstreut einherlaufen. Für die genaue Bestimmung
der Bahnelemente desselben ist jedoch bis jetzt noch kein genügendes Beob-
achtungsmaterial vorhanden; immerhin ergaben die vorliegenden Rechnungen,
dafs die Bahn durch die grofsen Planeten Jupiter und Saturn seit dem letzten
Erscheinen Störungen erlitten hat, welche von der Gröfse sein können, dafs der
4) „Philosoph. Transactions of the Royal Society“, London 1829, Part III, S. 151, und
„Memoirs of the Astronomical Society of London“, Vol. IIX, 1829, Observations for determining the
absolute length of the pendulum vibrating seconds at Paramatta according to Borda’s method by
Oharles Rümker.