Neumayer, G.: Nachtrag zur Geschichte der Pendelbeobachtungen, 451
nicht auf das Meeresniveau reducirt. Werden diese Werthe auf das Meeresniveau
zurückgeführt, so wird
L = 0,9929120 m
g = 9,79965 m
Der theoretische Werth für Montpellier-terrace Melbourne ist nach Helmert:
g = 9,79953 m ;
Beobachtung — theoretischer Werth
= -+0,00002 m
Wir geben im Nachfolgenden noch eine Zusammenstellung der Schwer-
kraftsbestimmung nach Helmert:!)
Ort
Breite | Länge
| Meeres-
höhe
Beobacht,
g
‚ In Meeres-
höhe
Seite 144
Melbourne Obs.
Melbourne Obs.
— 37° 49,9' | 144° 58,56' |
37° 49,9' | 144° 58,56!
25m
26 m
‚9,80013 m | 9,80020 m
9,80007 m | 9,80015 m
Seite 177
Melbourne, Obs.
Ostkeller ' \ .
Seite 179 "
Melbourne, Mont-| — 37° 49,9’ | 144° 58,56’ |) 18m | 9,79955 m base m)
pellier-terrace
Beobachter
'heore-
tischer
Werth
Gubert 1894 19,79954 m
Müller von 9,79954 m
Elblein 1893
Baracchi,
Love | 9,79954 m
1893—1894
Neumayer 9,79953 m
1863 *
Nach den späteren. Untersuchungen von Helmert ist nachträglich eine
Korrektion von + 0,00035 anzubringen, woraus die theoretische Bestimmung in
der Meereshöhe für Melbourne werden würde:
g = 9,79989
und die aus den Beobachtungen abgeleitete Größe von g — theoretischem Werthe
von g in Montpellier-terrace
= — 0,00023 m
Mit Beziehung auf die bier gegebenen Resultate wird auf die im Vor-
stehenden angeführten Vergleichsresultate von Helmert hingewiesen, welche
sich aus der Behandlung der Beobachtungen in Melbourne 1863 als Relativ-
bestimmungen ergaben.
Aus den einleitenden Bemerkungen zu diesem Aufsatze, welche sich auf
die Aufstellung des Pendelapparates beziehen, geht hervor, dafs ein Mitschwingen
des Aufhängungsapparates ausgeschlossen erscheint, da die Achatlager auf einem
starken Cedernblock, welcher zwischen Mauern eingemauert sich befand, befestigt
waren. Wenn also eine Korrektion wegen des Mitschwingens der Unterlager
nicht erforderlich erscheint, so liegt die Sache in Beziehung auf eine etwaige
Korrektion wegen des Gleitens der Messerschneiden auf den Achatunterlagen in-
sofern verschieden, als die Schwingungsweiten des Pendels während der einzelnen
Beobachtungsreihen zu Zeiten einen erheblichen Werth hatten. Im Allgemeinen
wurden die Beobachtungen mit einer Schwingungsweite von 65 bis 70 Bogen-
minuten begonnen und fortgeführt, bis dieselben etwa nur noch 20 Bogenminuten
betrugen. Manche der Schwingungsreihen wurden. mit Amplituden, die um einige
Minuten gröfser als die angegebenen waren, begonnen und bis zu Schwingungs-
weiten von 15 Bogenminuten fortgeführt. Da sich die Reihen der Schwingungen
in den einzelnen Lagen des Pendels (schweres Gewicht oben, schweres Gewicht
unten, Firma nach innen, Firma nach aufsen) durchschnittlich über 1'/ bis
1!/a Stunden ausdehnten, so konnte die Anfangsgeschwindigkeit begreiflicher-
weise nicht wohl kleiner gewählt werden, wenn zuletzt und überhaupt noch eine
Koincidenz beobachtet werden sollte. Durch neuere Untersuchungen wurde fest-
1) „Verhandlungen der 11. Allgemeinen Konferenz der internationalen Erdmessung in Berlin“,
1895, IL Theil, Seite 144, 177, 179. In Hamburg wurde an derselben Stelle, wo früher beobachtet
wurde, von Dr. Schumann in den Tagen vom 27. September bis 2. Oktober v. J. die Gravitations-
Konstante bestimmt; das Ergebnifs ist noch nicht bekannt gegeben,
2) Aus früheren Zusammenstellungen übernommen.